Klima-Kleber angewidert und fassungslos: "Wurde mit einem Kaugummi bespuckt"

Berlin - Dieser Kleber ging selbst einem Klima-Kleber zu weit! In der Hauptstadt kommt es wegen der Sitzblockaden der Klimaaktivisten immer wieder zu Aufruhr. Ein Fall eines tätlich gewordenen Autofahrers sorgt nun für neue Schlagzeilen. Ein betroffener Aktivist berichtet.

Aus Protest und für mehr Klimaschutz kleben sich Anhänger der "Letzten Generation" immer wieder demonstrativ auf die Straße.
Aus Protest und für mehr Klimaschutz kleben sich Anhänger der "Letzten Generation" immer wieder demonstrativ auf die Straße.  © Paul Zinken/dpa

Wenn der Verkehr ins Stocken gerät und Aktivisten der "Letzen Generation" mit ihren Sitzblockaden die Ursache für den Stillstand sind, ist es mit der Geduld vieler Autofahrer schnell vorbei.

Wie ein Aktivist laut Frankfurter Rundschau in einem Gespräch mit "IPPEN.MEDIA" berichtet, scheinen nun aber doch Grenzen deutlich überschritten worden zu sein.

Der promovierte Biochemiker und Aktivist Theodor Schnarr (32) ist ein eingefleischter Klimaaktivist und aufgrund seiner Straßen-Erfahrung kann er ein Lied von den ständigen Querelen mit angefressenen Autofahrern singen.

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Aus Schnarrs Sicht ist seine Tätigkeit sowohl körperlich als auch psychisch wahnsinnig anstrengenden: "Bei Regen kriecht dir die Nässe von unten in die Klamotten, bei Sonne wird es auf dem Asphalt unfassbar heiß", berichtet er über seine Aktionen auf der Straße.

Dann offenbart der Mecklenburger die vielen unangenehmen Seiten seiner Tätigkeit.

"Letzte Generation" spaltet das Land: Klimaschutz oder Straßenterror?

So oder so ähnlich sieht es auf immer mehr Straßen im Land aus. Klimaaktivisten der "Letzten Generation" sorgen für Staus und Chaos.
So oder so ähnlich sieht es auf immer mehr Straßen im Land aus. Klimaaktivisten der "Letzten Generation" sorgen für Staus und Chaos.  © Paul Zinken/dpa

"Die Menschen schreien dich an, am Montag hat mich eine Person mit einem Kaugummi bespuckt. Das ist nichts, was man zum Spaß macht", ärgert sich der Aktivist über so viel Respektlosigkeit von verständnislosen Straßenverkehrsteilnehmern.

Und diese tätlichen Angriffe sind nur die Spitze des Eisbergs, denn es gibt Fälle, in denen weitaus mehr Gewalt im Spiel war.

So zerrte beispielsweise auf der A100 ein Mann zwei junge Frauen an den Zöpfen von der Straße.

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Trotz aller Wut, die Klimaaktivisten wie Schnarr auf sich ziehen, denken diese nicht ans Aufhören, ganz im Gegenteil.

"Die Menschen müssen uns als Gruppe nicht mögen. Darum geht es nicht, es geht um die Sache. (...) Wir wollen keine Aufmerksamkeit für uns, sondern für die Klimakrise und es braucht diese schöpferische Spannung, damit wir als Gesellschaft eine Lösung erarbeiten können", verteidigt der Biochemiker seine Position und hält die Proteste für gerechtfertigt.

Diese Position teilen aber beileibe nicht alle Bundesbürger. In einer Umfrage des Norddeutschen Rundfunks gaben 70 Prozent der Befragten an, die Aktionen der Klimaschützer überhaupt nicht oder eher nicht angemessen zu finden. Eine Mehrheit forderte dennoch mehr Klimaschutz.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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