Gefährliches Goldfieber in kleinem Dorf ausgelöst: Liegt hier ein Nazi-Schatz?

Ommeren - Eine fast 80 Jahre alte Karte hat in den Niederlanden ein Schatzfieber ausgelöst. Im Dorf Ommeren im Südosten des Landes nahe der deutschen Grenze graben seit Tagen Schatzsucher aus dem ganzen Land nach einem angeblich dort versteckten Nazi-Schatz. Doch das Ganze birgt auch Gefahren.

Bis zum April 1945 waren zahlreiche deutsche Soldaten in den Niederlanden stationiert. Einige von ihnen sollen angeblich einen Schatz vergraben haben. (Symbolbild)
Bis zum April 1945 waren zahlreiche deutsche Soldaten in den Niederlanden stationiert. Einige von ihnen sollen angeblich einen Schatz vergraben haben. (Symbolbild)  © AFP

Deutsche Soldaten sollen dort am Ende des Zweiten Weltkrieges am Fuße von drei Pappeln vier Kisten voll Juwelen, Münzen und Schmuck vergraben haben. Die Skizze zum Versteck hatte das Nationale Archiv nun veröffentlicht mit dem gesamten Dossier zu dem kuriosen Fall.

Der deutsche Helmut Sonder aus Baden-Baden hatte 1946 ausgesagt, dass er mit Kameraden die Juwelen gefunden hatte. Bei einem Luftangriff war eine Bank in Arnheim 1944 getroffen worden.

Dabei soll auch ein Safe zerstört worden sein. Der Inhalt: Gold, Diamanten, Schmuck, Spieluhren, Münzen. Möglicherweise mehrere Millionen Euro wert, vermutet das Nationale Archiv.

Was ist das denn für eine Kreatur? Passanten machen ungewöhnlichen Fund
Kurioses Was ist das denn für eine Kreatur? Passanten machen ungewöhnlichen Fund

Doch wo genau soll der Schatz versteckt sein?

"Nazi-Schatz von Ommeren": Fast 80 Jahre alte Karte soll angeblich Grabungsort verraten

Erstmals wurde die "Schatzkarte von Ommeren" mit der Öffentlichkeit geteilt. Mit gefährlichen Folgen...
Erstmals wurde die "Schatzkarte von Ommeren" mit der Öffentlichkeit geteilt. Mit gefährlichen Folgen...  © Niederländisches Nationalarchiv

Sonder, der damals in Arnheim stationiert war, versteckte nach eigenen Angaben mit seinen Kameraden den Schatz in Munitionskisten und vergrub sie im Frühjahr 1945.

Niederländische Behörden ordneten bereits 1946 eine Suche nach dem vermeintlichen Schatz an, wie aus dem Dossier hervorgeht. Vergeblich. Dann wurde Sonder geholt, um die Stelle anzuweisen.

Am 22. Juni 1947 stach er selbst den Spaten in die Erde bei den Pappeln - doch fand nichts weiter als Erde. Er selbst vermutete, dass sein früherer Oberfeldwebel heimlich zurückgekehrt sei und den Schatz gehoben habe. Eine internationale Fahndung blieb aber erfolglos.

Immer wieder Hack-Attacken auf dunkle Autos: Dieser Storch ist ein Fall für die Klapper
Kurioses Immer wieder Hack-Attacken auf dunkle Autos: Dieser Storch ist ein Fall für die Klapper

Historiker und auch die Behörden bezweifeln, dass die Juwelen in Ommeren sind. Zumal in fast 80 Jahren niemand den Verlust von Juwelen gemeldet hatte.

Zudem birgt die Suche nach den Wertsachen lebensbedrohliche Gefahren!

Schatzsuche birgt Gefahren: "Graben nach Kriegsschätzen ist keine Kinderbeschäftigung"

Ob in Ommeren wirklich ein Schatz vergraben liegt, ist unklar. Sicher ist jedoch, das unvorsichtige Sucher auf lebensbedrohliche Gefahren treffen könnten. (Symbolbild)
Ob in Ommeren wirklich ein Schatz vergraben liegt, ist unklar. Sicher ist jedoch, das unvorsichtige Sucher auf lebensbedrohliche Gefahren treffen könnten. (Symbolbild)  © 123rf/mikelane45

Amateur-Schatzsucher lassen sich trotz der Zweifel nicht von ihrer Mission abhalten. Und auch nicht davon, dass die Landschaft nun ganz anders aussieht. Die drei Pappeln jedenfalls stehen nicht mehr.

Die Polizei warnt allerdings, dass Graben und auch die Suche mit Metalldetektoren verboten sei. Die Schatzsucher könnten nämlich auf etwas ganz anderes stoßen. Die Deutschen hatten im Boden von Ommeren neben dem Schatz außerdem auch Minen vergraben.

"Experten weisen darauf hin, dass das Gebiet in der Nähe der Frontlinie des Zweiten Weltkriegs liegt. Die Suche dort ist wegen möglicher Blindgänger, Landminen oder Granaten gefährlich", sagt ein Sprecher der Gemeinde Buren. "Für die Arbeit mit einem Metalldetektor muss eine Ausnahmegenehmigung bei der Gemeinde beantragt werden."

Auch Rense Havinga, Kurator des Freiheitsmuseums in Groesbeek, weist auf die Gefahren hin. "Das Graben nach Kriegsschätzen ist keine Kinderbeschäftigung", sagt er.

"In der Nähe der ehemaligen Frontlinie liegen noch viele Blindgänger, Landminen und Granaten im Boden."

Titelfoto: 123rf/mikelane45

Mehr zum Thema Kurioses: