Keine Panik! Diese Riesen-Kakerlaken sollen Leben retten

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Brisbane - Bitte nicht zertreten, dieser Krabbler könnte Leben retten! Australische Forscher verwandeln riesige Kakerlaken in ferngesteuerte Mini-Sanitäter. Mit Kamera und Spritze auf dem Rücken sollen die Tiere durch Trümmer kriechen und Verschüttete mit Medikamenten versorgen.

Kakerlaken sollen in der Zukunft verschüttete Menschen retten können (Symbolfoto).
Kakerlaken sollen in der Zukunft verschüttete Menschen retten können (Symbolfoto).  © Wikimedia/Yujiro Kakei, Shumpei Katayama, Shinyoung Lee, Masahito Takakuwa, Kazuya Furusawa, Shinjiro Umezu, Hirotaka Sato, Kenjiro Fukuda & Takao Someya

Die Wissenschaftler der University of Queensland und der University of New South Wales nennen ihre Helfer "Paraborgs", eine Mischung aus Sanitäter und Cyborg. Zum Einsatz kommt die Nordqueensland-Riesenschabe, die bis zu 8,5 Zentimeter lang werden kann.

Über implantierte Elektroden reizen die Forscher das Nervensystem der Tiere und lenken sie nach links oder rechts. Den Rest erledigt die Schabe mit ihren sechs Beinen. Dadurch benötigt sie weniger Energie als ein Mini-Roboter und kann sich durch enge, mit Trümmern gefüllte Räume zwängen, die für Rettungskräfte unerreichbar sind.

Auf dem Rucksack sitzen eine Kamera und ein Mini-Injektor. Damit könnten die Krabbel-Sanitäter einem eingeschlossenen Menschen etwa Medikamente gegen einen Schlangenbiss oder eine schwere allergische Reaktion verabreichen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

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Im Labor klappte das erstaunlich gut. Dort stehen trockene Eukalyptusblätter und Äpfel auf ihrem Speiseplan. Die Tiere erreichten alle vorgegebenen Kontrollpunkte. Befand sich die Spritze höchstens 15 Zentimeter vom Ziel entfernt, wurde das Medikament in bis zu 95 Prozent der Versuche erfolgreich abgegeben.

Verschüttete Menschen könnten durch die "Cyborg-Kakerlaken" schneller Hilfe bekommen.
Verschüttete Menschen könnten durch die "Cyborg-Kakerlaken" schneller Hilfe bekommen.  © IMAGO / JNA Press

Schwärme sollen in Katastrophengebiete geschickt werden

Getestet wurde jedoch nicht an Menschen, sondern an Silikon und Schweinehaut.

Bis der Kakerlaken-Notarzt wirklich durch eingestürzte Häuser wuselt, ist noch einiges zu tun. Schwieriges Gelände und abbrechende Funksignale könnten den Einsatz behindern.

Später sollen ganze Schwärme in Katastrophengebiete geschickt werden. Für Verschüttete wäre der Anblick dann womöglich kein Albtraum, sondern die Rettung auf sechs Beinen.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / JNA Press, Wikimedia/Yujiro Kakei, Shumpei Katayama, Shinyoung Lee, Masahito Takakuwa, Kazuya Furusawa, Shinjiro Umezu, Hirotaka Sato, Kenjiro Fukuda & Takao Someya

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