Rätselhafter Fall in der Notaufnahme: Rentner (82) isst zu viel Gemüse und verliert das Bewusstsein
USA - "Die Menge macht das Gift" – ein Sprichwort, das jeder kennt. Dass in diesem auch ein bisschen Wahrheit steckt, musste ein 82-jähriger US-Amerikaner am eigenen Leib erfahren, nachdem er sich wochenlang von einem bestimmten Gemüse ernährt hat.
Eine erst kürzlich veröffentliche Studie im "Journal of Emergency Medicine" beschreibt den kuriosen Vorfall, bei dem ein älterer Herr beinahe sein Leben verloren hat.
Der 82-Jährige wurde vor einiger Zeit vom Notarzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Seine Haut war schiefergrau, sein Blutdruck lebensbedrohlich niedrig und er selbst schon gar nicht mehr bei Bewusstsein. Seine Sauerstoffsättigung lag bei lediglich 88 Prozent – zum Vergleich: Bei einem gesunden Menschen liegt diese zwischen 96 und 100 Prozent.
Sofort versuchten die Ärzte dem Patienten hoch-dosierten Sauerstoff zu verabreichen, doch seine Werte blieben gleich. Schließlich fanden die Mediziner heraus, dass der Senior an einer Methämoglobinämie leidet. Das bedeutet, dass zwar genug Sauerstoff in seinem Körper vorhanden ist, seine roten Blutkörperchen jedoch nicht genug transportieren können.
Schnell kamen sie zu dem Schluss, dass sein exzessiver Rote-Bete-Konsum im Zusammenspiel mit einem Herzmedikament die Symptome hervorgerufen haben muss. Von der lila-roten Knolle verspeiste der Mann demnach bis zu 2,7 Kilogramm pro Woche! Zusätzlich trank er auch noch den beim Kochen übergebliebenen Sud in dem Glauben, so gesund zu leben.
Mann konnte Krankenhaus nach Vergiftung wieder wohlbehalten verlassen
Sowohl das Medikament, als auch das Knollengemüse sind extrem nitrathaltig. Um einer Nitratvergiftung entgegenzuwirken, verabreichten ihm die Ärzte den Farbstoff Methylenblau.
Innerhalb von 90 Minuten kehrte seine Haut wieder zum Normalzustand zurück und auch die Sauerstoffsättigung in seinem Blut pegelte sich wieder bei 99 Prozent ein.
Der 82-Jährige konnte einige Zeit später das Krankenhaus wohlauf (und um eine Erkenntnis reicher) verlassen.
In der Studie heißt es weiter, dass dieser der erste bekannte Fall in der Medizin ist, bei dem ein erwachsener Mensch beinahe an einer Rote-Bete-Vergiftung gestorben ist.
Bisher kannte man eine solche Nitratvergiftung nur im Zusammenhang mit Säuglingen.
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