Verwaister Bräutigam hat Sorge, dass niemand zu seiner Hochzeit kommt: Was dann geschieht, sorgt für Gänsehaut
Yunnan (China) - Weil er selbst keinen großen Familienkreis mehr hatte und befürchtete, dass niemand zu seiner Hochzeit kommt, ging ein Bräutigam (24) aus China einen ungewöhnlichen Weg: Er kündigte seine Trauung in den sozialen Medien an und lud anschließend öffentlich ein. Was dann geschah, sollte den Mann und seine Braut völlig überwältigen.
Xu Chenghong, eine Waise aus Südwestchina, hatte keine schöne Vergangenheit: Bereits im Alter von drei Jahren verlor er seinen Vater, zwei Jahre später heiratete seine Mutter erneut und verließ ihn und seinen älteren Bruder. Die beiden Jungen wuchsen daraufhin bei ihrer Großmutter auf, die laut AsiaOne allerdings verstarb, als Xu noch ein Kind war.
Der Chinese kämpfte sich anschließend durchs Leben, nahm verschiedene Berufe an und drehte jeden Cent um - schließlich stand er ohne familiäre Unterstützung da.
Zumindest in Sachen Liebe sollte er aber großes Glück haben: Mit seiner Freundin Luo Chui fand er eine Frau, mit der er sein Leben verbringen wollte.
Für die Hochzeit legte er jedes bisschen Geld zurück, was er überhatte, und konnte am Ende eine stattliche Summe von rund 160.000 Yuan (umgerechnet etwa 21.500 Euro) für den wichtigsten Tag seines Lebens zusammensparen.
Was allerdings noch fehlte, waren die Gäste. Xu befürchtete, dass nicht wirklich viele Freunde oder Verwandte erscheinen würden und die Festtafeln eventuell sogar teilweise leer bleiben könnten.
In einem Video auf Douyin, dem chinesischen Pendant zu TikTok, lud der 24-Jährige deshalb kurzerhand jeden ein, der den Beitrag zu Gesicht bekam und kommen wollte. Er erklärte, dass er sich einfach wünschte, dass andere Menschen diesen besonderen Tag mit ihm teilen würden.
Sein ungewöhnliches Anliegen ging daraufhin viral.
Nach Einladung im Internet: Fremde pilgern zur Hochzeit
Innerhalb kürzester Zeit löste Xus Aufruf eine landesweite Welle der Hilfsbereitschaft aus: Hunderte Menschen kündigten ihr Kommen an und reisten teilweise von weither in Xus Stadt Zhaotong. Und sie kamen nicht mit leeren Händen!
Neben zahlreichen Geschenken und vorbereiteten Mahlzeiten halfen die Fremden auch mit der Dekoration, ein Helfer organisierte einen luxuriösen Maybach als Hochzeitsauto für das Paar. Köche boten an, das Festessen kostenlos zuzubereiten, andere Unterstützer kümmerten sich um die Organisation.
Der Andrang war derart groß, dass die Feier in eine größere Location verlegt werden musste. Die lokale Polizei sorgte dafür, die große Schar von Gästen zu leiten und den dadurch entstandenen Verkehr zu regeln.
"Für [Xu] bedeutete diese Resonanz, dass seine Hochzeit nicht von den Familienmitgliedern, die er verloren hatte, oder den leeren Tischen, die er befürchtet hatte, geprägt sein würde", heißt es im Bericht einer lokalen Zeitung.
Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/TikTok/CN_eye

