Amsterdam (Niederlande) - Es gibt einige Sachen, die man bei einer Trauerfeier erwarten könnte - eine Poledance-Einlage wohl eher weniger. Genau das ereignete sich aber jetzt bei einer Beerdigung in Amsterdam. Zwischen Blumen, Kerzen und den Särgen eines Ehepaares schwang sich eine halbnackte Blondine verführerisch um eine Stange.
Während im Hintergrund der Queen-Song "The Show Must Go On" lief, bewegte sich die Erotiktänzerin in BH, Slip und hohen Stiefeln in mehreren akrobatischen Posen an der Poledance-Stange - vor den Augen der Trauergemeinde.
Was für Außenstehende sicherlich völlig befremdlich wirken könnte, war für die Anwesenden eine Hommage an das zu betrauernde Paar.
Dieses hatte einen legendären Nachtclub im Amsterdamer Rotlichtviertel betrieben. Während die Frau erst jetzt verstorben war, hatte ihr Partner bereits 1993 das Zeitliche gesegnet. Damit sie im Tod wieder vereint werden konnte, wurde der Tote jetzt exhumiert und erneut im Sarg aufgebahrt.
Bestatter Iede Hoorn hatte die Poledance-Einlage auf Instagram geteilt, und damit nicht nur über 5 Millionen Klicks eingeheimst, sondern auch eine Menge verwunderte Reaktionen ausgelöst.
Pole-Dance-Einlage bei Beerdigung sorgt für Verwunderung
"Dieser Poledance sollte nicht schockieren, sondern war eine liebevolle Hommage an zwei Menschen, die gemeinsam einen legendären Nachtclub im Rotlichtviertel betrieben", schrieb er im Nachhinein im Kommentarbereich.
Seit Generationen sei dieser Nachtclub nun schon ein echter Familienbetrieb, der die Angehörigen mit Stolz erfülle.
Die Trauerfeier des Paares sei genauso ausgefallen, wie "sie es sich gewünscht hatten". Trotz seiner langjährigen Erfahrung in seinem Beruf war die Anfrage der Familie, ob man den bereits bestatteten Ehemann wieder aus seinem Grab holen könnte, etwas Besonderes. Der Nachtclub-Betreiber wurde dann eingeäschert und zusammen mit der Asche seiner Frau verstreut.
Auch der Einsatz der Erotik-Tänzerin war für Hoorn einzigartig - aber keineswegs merkwürdig. "Als ich vorsichtig fragte, ob sich das Lebenswerk der Eltern vielleicht in der Trauerfeier widerspiegeln sollte, zögerten sie", erinnert er sich gegenüber Need To Know. "Doch wenige Tage später erhielt ich einen Anruf: Sie hatten sich entschieden, eine Pole-Dance-Tänzerin zu engagieren."
"Für mich geht es bei einer Beerdigung darum, dass der Abschied dem Menschen und seinem Leben gerecht wird", so der bekannte Bestatter. "Das macht einen Abschied zutiefst persönlich."