Verheerende Sturzflut in Nepal: Vierköpfige deutsche Familie gerettet
Von Dirk Godder, Carola Frentzen
Nepal - Eine vierköpfige deutsche Familie ist im Katastrophengebiet in Nepal gerettet worden.
Manuel Münch (37), seine nepalesische Frau und die beiden Kinder wurden nach der verheerenden Flut von der Armee gerettet und per Hubschrauber in ein Armeecamp in Battar Bazar gebracht.
Dort berichtet der Vater, wie knapp die Familie einer Katastrophe entgangen ist. Die Familie aus dem Berchtesgadener Land war nach einer Trekking-Tour gerade in Trishuli Bazar, als die Wassermassen kamen.
Was sie rettete, war eine Planänderung: "Wenn wir unsere Trekking-Tour normal durchgeführt hätten, hätten wir an dem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben", sagte Münch im Armeecamp der Deutschen Presse-Agentur.
Ein Hubschrauber habe die Familie später auf die andere Seite des Flusses gebracht. Münch und seine nepalesische Frau reisen regelmäßig in das Himalaya-Land. Dieses Mal wollten die Eltern mit ihren beiden Kindern Verwandte besuchen und eine kleinere Trekking-Tour in der Langtang-Region unternehmen. Nun wollen sie nur eins: so schnell wie möglich nach Deutschland zurück.
Gletscherabbruch als Ursache für Sturzflut in Nepal
Unterdessen ist die Zahl der Toten nach der Flutkatastrophe im Himalaya-Gebirge auf mindestens 543 gestiegen.
Der nepalesische Katastrophenschutz meldete am Freitag 538 bestätigte Tote. Chinesischen Staatsmedien zufolge stieg die Zahl der Toten in Tibet auf fünf.
Mehr als 1400 Menschen gelten weiterhin als vermisst, unter ihnen hunderte Ausländer. Das Bundesaußenministerium geht von "einer niedrigen zweistelligen Zahl" deutscher Staatsangehöriger aus.
"Wir bemühen uns unter Hochdruck um Sachverhaltsaufklärung", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. Das Ausmaß der Katastrophe sei "noch sehr schwer abzuschätzen".
Am Mittwoch war eine riesige Sturzflut aus Wasser, Schlamm und Geröll fast 170 Kilometer weit entlang zweier Flüsse durch Nepal geströmt und hatte dabei ganze Ortschaften mitgerissen.
Ursache war nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ein Gletscherabbruch. Auch die autonome Region Tibet im Nachbarland China war von der Katastrophe betroffen.
Erstmeldung: 12.33 Uhr; zuletzt aktualisiert: 15.26 Uhr
Titelfoto: © Niranjan Shrestha/AP/dpa, Dirk Godder/dpa

