Nach Crash im Hafen: So werden die Passagiere der "Mein Schiff 3" entschädigt

Bremerhaven - Hafen-Crash statt Kanaren-Reise! Die 20-tägige Kreuzfahrt der "Mein Schiff 3" endete am Sonntag kurz nach dem Ablegen mit einer Havarie in Bremerhaven. Jetzt ist klar, wie es für die Passagiere weitergeht.

Die "Mein Schiff 3" musste die geplante Reise zu den Kanarischen Inseln absagen.  © Sina Schuldt/dpa

Wie eine Sprecherin der TUI Cruises GmbH gegenüber TAG24 bestätigte, bekommen alle Gäste ihren vollen Preis erstattet.

Die erhoffte Erholung unter der spanischen Sonne bleibt also aus, aber wenigstens landet die Kohle wieder auf dem Konto.

Warum genau es zu der Kollision mit den zwei Containerschiffen kam, ist weiter Teil der Ermittlungen. "Wir können uns derzeit über die bereits kommunizierten Informationen hinaus nicht äußern", so die Sprecherin. "Sobald wir gesicherte Erkenntnisse haben, werden wir das mit Sicherheit tun."

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Alle Informationen würden auf der Website gebündelt.

Bei dem Unfall wurden am Sonntagnachmittag zwei Containerschiffe und das Kreuzfahrtschiff beschädigt.

Die "Mein Schiff 3" musste die geplante Reise absagen und für Reparaturarbeiten in eine Werft. Angaben dazu, ob durch die Werftarbeiten weitere Reisen entfallen, machte die Reederei auf TAG24-Nachfrage nicht.

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Entscheidungsprozesse werden festgehalten

Die Schäden an dem Kreuzfahrtschiff sind so groß, dass die "Mein Schiff 3" in eine Werft muss.  © Sina Schuldt/dpa

Gegen den Kapitän wurde unterdessen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet. Es werde unter anderem geprüft, ob der Schiffsführer gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat, bestätigte eine Sprecherin der Polizei Bremen.

Wie ein Sprecher der Lotsenbrüderschaft Weser II/Jade auf TAG24-Nachfrage erklärte, würden vor dem Ablegen "das Wetter, Tide, Verkehrsbedingungen und alles Weitere" analysiert. "Die Entscheidung liegt am Ende des Tages aber immer beim Kapitän eines Schiffes."

Was genau im Einzelnen besprochen wurde und wozu man sich entschieden hat, werden die Untersuchungen zeigen.

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"Die Entscheidungsprozesse werden alle festgehalten. Solche Schiffe haben einen Voyage Data Recorder, also wie ein Flugzeug, der alles mitschneidet. Da wird nichts geheim bleiben, sagen wir mal so." Er selbst könne das Schiff von seinem Büro aus sehen und hätte "selbst fünf Millionen Fragen", die er gerne stellen würde.

Auch ein Lotse der Bruderschaft war an Bord der "Mein Schiff 3". Dieser hätte aber erst nach Verlassen des Hafens übernommen und war dadurch zum Zeitpunkt der Havarie noch nicht im Dienst.

Fragen wirft die Tatsache auf, dass das Kreuzfahrtschiff "MSC Preziosa" am Sonntag seinen Kurs änderte und Bremerhaven ansteuerte, um wenige Stunden vor dem Ablegemanöver der "Mein Schiff 3" Schutz vor dem Sturm zu suchen.

Zudem flaute der Sturm, vor dem laut einer Sprecherin des Deutschen Wetterdienst auch in dieser Stärke amtlich gewarnt wurde, nur eine Stunde nach dem Unfall ab.

Erstmeldung um 10.45 Uhr, aktualisiert um 11.49 Uhr.

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