Präses Latzel mit klaren Worten auf Synode: Bibel-Welt klingt wie "Klingonisch"

Düsseldorf - Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel (52), sieht eine wachsende Entfremdung der Menschen von der Vorstellungswelt des christlichen Glaubens.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel (52), bei einem Gottesdienst zu seiner Amtseinführung 2021.
Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel (52), bei einem Gottesdienst zu seiner Amtseinführung 2021.  © Hans-Juergen Bauer/epd/dpa

"Diese Rede von Gott ist für immer mehr Menschen schlicht fremd und teilweise unverständlich", sagte Latzel am Dienstag bei der Synode in Düsseldorf. Schon die Vorstellung, dass Gott existiere, sei für viele befremdlich. Gefragt, ob sie an Gott glauben,
würden viele Menschen sagen: "Nee, ich bin normal."

Latzel sagte: "Und erst recht, dass sich Gott dann speziell in Jesus Christus zeigt, mit allem was dazu gehört: Bibel, Wunder, Kreuz, Auferstehung, Heiliger Geist. Das klingt für viele Mitmenschen wie "Klingonisch"." Die Kunstsprache der Klingonen war vor rund 40 Jahren für die "Star Trek"-Kultfilme entworfen worden.

"Auch die kulturelle Selbstverständlichkeit des christlichen Glaubens ist, wenn es sie je gegeben hat, massiv im Schwinden", sagte der 52-jährige Theologe Latzel.

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Deswegen müsse aber weder der "Abgesang auf den Untergang des christlichen Abendlandes" angestimmt werden, "noch sollten wir uns unsere Verluste einfach theologisch schön saufen".

Landeskirche verliert jährlich bis zu 40.000 Mitglieder

Dass die Kirche kleiner werde, sei anstrengend. Glaube brauche Gemeinschaft, Menschen, Gebäude und Ressourcen. Mit mehr als 2,2 Millionen Mitgliedern ist die rheinische Kirche die zweitgrößte evangelische Landeskirche in Deutschland.

Vor einem Jahr hatte Latzel in seinem Bericht angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen und abnehmender gesellschaftlicher Bedeutung der Kirche einen Systemwechsel angemahnt.

Jedes Jahr verliere allein die rheinische Landeskirche 30.000 bis 40.000 Mitglieder, hatte er gesagt.

Titelfoto: Hans-Juergen Bauer/epd/dpa

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