"Rente mit 63": Union sucht Kompromiss, SPD bleibt skeptisch
Berlin - Im Streit um die sogenannte Rente mit 63 wird in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion laut einem Medienbericht über einen neuen Kompromissansatz diskutiert.
Wie die Dienstagsausgabe der "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise berichtete, soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren demnach offiziell beibehalten werden.
Allerdings sollen etwa Erziehungs- oder Pflegezeiten künftig nicht mehr oder weniger stark berücksichtigt werden. Dadurch könnte sich die Zahl der Arbeitsjahre für viele Beschäftigte, die vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen möchten, deutlich erhöhen, schrieb die "Bild".
"Das wäre ein ernsthaftes Entgegenkommen zur SPD", zitierte die Zeitung einen mit den Vorgängen vertrauten Unions-Abgeordneten. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Schmidt (53), zeigte sich jedoch skeptisch, ob es zu der Kompromisslösung kommen könne.
"Die Rente nach 45 Versicherungsjahren ist Ausdruck von Respekt vor Lebensleistung. Dazu gehören für die SPD ausdrücklich auch Kindererziehungszeiten, die einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft darstellen", sagte Schmidt.
Sie wolle sich "mit Nachdruck für den Erhalt dieser Regelung" einsetzen.
Neuer Bundesarbeitsminister hofft auf Kompromiss
Das Bundesarbeitsministerium wollte die mögliche Kompromisslösung auf Anfrage nicht kommentieren.
Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer (53, SPD) hatte am Wochenende in einem Interview gesagt, er hoffe in der Debatte über die sogenannte Rente mit 63 auf einen Kompromiss innerhalb der schwarz-roten Koalition.
Titelfoto: Andreas Gebert/dpa
