Pendler können aufatmen: Einigung im Tarifstreit im Nahverkehr
Kiel - Ein Streikende ist in Sicht: Nach mehreren Verhandlungen und Streiktagen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften in Schleswig-Holstein im öffentlichen Nahverkehr geeinigt.
Nach mehrstündigen Verhandlungen konnten sich nun beide Seiten auf einen neuen Tarifabschluss für die rund 1800 Beschäftigten im öffentlichen Personenverkehr Schleswig-Holstein einigen, teilte der Kommunale Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein (KAV) mit.
In der vierten Verhandlungsrunde verständigten sich die Arbeitgeberseite der Nahverkehrsunternehmen aus Flensburg, Kiel, Neumünster und Lübeck und die Gewerkschaft Verdi.
Die Gewerkschaft hatte eine Gehaltserhöhung von 6,5 Prozent sowie eine jährliche Sonderzahlung von 650 Euro für Verdi-Mitglieder gefordert. Letztendlich wurde sich auf folgende Gehaltserhöhungen geeinigt:
- 3 Prozent rückwirkend zum 1. Juli 2026
- zusätzliche 2,6 Prozent zum 1. April 2027
Der neue Tarifvertrag habe eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027.
Ohne Einigung: fünf Tage Warnstreik geplant
"Wir sind bei dieser Einigung an die Grenzen des finanziell Machbaren gegangen", erklärt Andreas Schulz von der KVG Kieler Verkehrsgesellschaft mbH.
Ein wichtiges Ziel der Arbeitgeberseite sei es gewesen, weitere Streiks zu verhindern. Verdi hatte für den Fall einer ausbleibenden Einigung angekündigt - die kommenden fünf Tage zu streiken, so der KAV.
Das Verhandlungsergebnis sei von beiden Tarifkommissionen angenommen. Jedoch stehe es noch bis zum 13. Oktober unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien.
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa
