Warnstreiks sollen Nachdruck verleihen: Erste Aktionen in NRW am Sonntagabend
Von Helge Toben
Düsseldorf - Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie will auch die IG Metall Nordrhein-Westfalen nach dem Ende der Friedenspflicht mit Warnstreiks ihren Forderungen Nachdruck verleihen.
Die betrieblichen Aktionen sollen am Sonntagabend in einem Betrieb in Bielefeld beginnen, wie die Gewerkschaft in Düsseldorf nach einer Sitzung der Tarifkommission mitteilte.
Bei dem Autozulieferer Gestamp Umformtechnik GmbH ist demnach ab 22 Uhr eine Kundgebung geplant. Am Montag sind dann Gewerkschaftsmitglieder in landesweit mehr als zwei Dutzend Betrieben aufgerufen, sich an Warnstreikaktionen zu beteiligen.
Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde ein erstes Angebot vorgelegt. Es sieht eine Einmalzahlung und in einem zweiten Schritt eine Erhöhung der Entgelte um 1,3 Prozent bei einer Laufzeit von 26 Monaten vor.
Begründet wurde die Offerte mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Kostenbelastungen für die Industrie in Deutschland. Die IG Metall fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
Das Angebot der Arbeitgeber liege weit unter der Inflation, obwohl die Wirtschaft erste Signale der Erholung sende, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler laut einer Mitteilung. "Das werden wir nicht akzeptieren."
Das Angebot gleiche weder die gestiegenen Lebenshaltungskosten aus noch biete es Perspektiven für Investitionen, Beschäftigungssicherung und die Zukunft der Industriestandorte. Mit den Warnstreiks würden die Beschäftigten deutlich machen, dass sie eine spürbare Verbesserung des Angebots erwarteten.
Titelfoto: Marijan Murat/dpa
