Von Marc-Oliver von Riegen, Marlen Rothenburg
Grünheide - Tesla will die Gehälter in seinem einzigen europäischen Autowerk in Grünheide bei Berlin zum 1. Oktober um durchschnittlich vier bis fünf Prozent erhöhen.
In der Produktion steigen die Entgelte um fünf Prozent, Facharbeiter erhalten vier Prozent plus einen leistungsbezogenen Bonus. In dem Werk arbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 12.000 Beschäftigte. Das Einstiegsgehalt in der Produktion liegt künftig bei rund 45.750 Euro jährlich und damit über dem Tarifgehalt.
Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) begrüßt die Erhöhung grundsätzlich, hält sie aber für nicht ausreichend. Bezirksleiter Jan Otto bezeichnete sie als "Tropfen auf den heißen Stein". Tesla liege weiterhin unter den Tarifstandards der Autoindustrie. Unter anderem gebe es kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, zudem würden viele Beschäftigte in ihren Entgeltgruppen festhängen.
Seit dem Produktionsstart im März 2022 hat Tesla die Gehälter nach eigenen Angaben jedes Jahr angehoben. Zuletzt gab es im Dezember 2025 eine Erhöhung um vier Prozent.
Tesla lehnt einen Tarifvertrag weiterhin ab, während die IG Metall eine Bezahlung nach Tarif fordert.
Für den Ausbau der Produktion und Batteriezellfertigung sollen in Grünheide insgesamt 3500 neue Arbeitsplätze entstehen. Ein Teil davon wurde bereits besetzt. Während Tesla ausbauen will, stehen andere deutsche Autobauer wie Mercedes-Benz, BMW und der VW-Konzern vor umfangreichem Stellenabbau.