Anglerin trifft auf unheimliche Kreatur: "Hatte solche Angst", seine Klauen waren riesig

Minnesota (USA) - Merkwürdige Begegnung beim Paddeln: Als Shala Holm mit ihrer Tochter Avery in einem Kajak auf dem Mississippi unterwegs war, näherte sich plötzlich eine unheimliche Kreatur.

Shala Holm (67) und Ihre Tochter Avery begegneten einer merkwürdigen Kreatur, als sie auf dem Mississippi mit ihrem Kajak unterwegs waren. (Symbolbild)
Shala Holm (67) und Ihre Tochter Avery begegneten einer merkwürdigen Kreatur, als sie auf dem Mississippi mit ihrem Kajak unterwegs waren. (Symbolbild)  © 123rf/bborriss

Eigentlich sind sie so einiges gewohnt, betont Shala Holm. Angeln, Paddeln, Campen: Immer wieder kommt sie mit ihrer Tochter Avery nach Minnesota an das Ufer des Mississippi. "Seit mehr als zehn Jahren machen wir als Familie hier Urlaub", erzählte die 67-Jährige dem Magazin "Newsweek".

Doch, was die US-Amerikanerin unlängst auf einer Paddel-Tour erlebte, verblüfft sie auch noch heute. Es war gegen Ende der Tour, erzählt die versierte Kanutin und Anglerin. "Wir hatten schon einige Fische gefangen und einen gut gefüllten Fischkorb an der Seite hängen."

Plötzlich bemerkte Tochter Avery etwas Merkwürdiges. "Meine Tochter sagte: 'Mama, Mama, sei still, ich höre etwas atmen'", erzählt Shala. Dann bemerkte sie, wie sich ein Schatten näherte.

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"Wie aus dem Nichts sahen wir etwas vom Ufer her auf unseren Kajak zukommen. Es kam ganz nah an das Boot heran, tauchte unter und schnappte sich den Angelkorb", erinnert sich die Anglerin.

Die beiden Frauen hatten soeben Bekanntschaft mit einer Schnappschildkröte geschlossen.

Diese im Mississippi weit verbreiteten Tiere können sehr groß werden - bis zu 70 Zentimeter Panzer-Durchmesser und 20 Kilo Gewicht sind keine Seltenheit. Die Schildkröten leben in Ufernähe und ernähren sich von allem, was sie erbeuten können: Pflanzen, Fische, Aas. Ihr kräftiger Biss ist bei vielen gefürchtet.

Ein Schatten näherte sich dem Boot. Die Kreatur stellte sich als Schnappschildkröte heraus.
Ein Schatten näherte sich dem Boot. Die Kreatur stellte sich als Schnappschildkröte heraus.  © Facebook/Shala Holm

Shala kämpfte um ihr Fanggut, doch am Ende gewinnt die Schildkröte

Schnapsschildkröten, schnappen gerne zu, daher der Name. Experten schätzen, dass die Tiere mehr als 100 Jahre alt werden können.
Schnapsschildkröten, schnappen gerne zu, daher der Name. Experten schätzen, dass die Tiere mehr als 100 Jahre alt werden können.  © 123rf/gonepaddling

Die Schildkröte verbiss sich in dem am Boot befestigten Korb. Sie hatte es wohl auf die geangelten Fische abgesehen. "Ich hob den Korb aus dem Wasser, doch sie klammerte sich daran fest", sagt Shala.

"Ich konnte den Korb kaum anheben, weil sie so groß war, aber ich konnte die Schildkröte nicht abschütteln." Das Tier war beängstigend, schildert Shala. "Seine Klauen waren so groß wie meine Faust", sagt sie. "Und dann noch diese Krallen... Sie war riesig und massiv."

Das Fanggut mussten sie zurücklassen. "Ich hatte solche Angst, dass mein Herz raste. Also sind wir einfach nur weg." Das war ein Festessen für die Riesen-Schildkröte, ist sich Shala sicher. Doch die Hauptsache sei, dass sie und ihre Tochter noch alle Gliedmaßen haben, betont die 67-Jährige.

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Fotos, der gierigen Schildkröte schickte Shala später an die zuständige Naturschutzbehörde. Doch alles, was ihr mit Gewissheit sagen konnte, ist, dass die Schildkröte "mindestens 15 Jahre alt war, aber auch bis zu 30 Jahre alt sein könnte", erzählt die bestohlene Anglerin.

Shala und Avery wollen indes nicht nachtragend sein. Sie werden auch weiterhin am Mississippi Urlaub machen. Ob das Panzertier regelmäßig Angler ausraubt, ist nicht bekannt.

Titelfoto: Momntage: Facebook/Shala Holm, 123rf/bborriss

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