So gefährlich ist es, wenn Besucher Tierpark-Tiere füttern

Chemnitz - Große Kulleraugen, flehender Blick oder müde in der Ecke liegend: Wenn manche Tierparkoder Wildgatter-Besucher vor den Gehegen stehen, kommt es immer wieder vor, dass sie die Tiere mit etwas Essbarem locken oder ihnen einfach etwas Gutes tun wollen, obwohl diese doch eigentlich Vollpension bekommen. Das kann unter Umständen die Gesundheit der Bewohner von Tierpark und Wildgatter gefährden.

Ein Zwergseidenaffe mit einem für ihn gesunden und leckeren Snack.
Ein Zwergseidenaffe mit einem für ihn gesunden und leckeren Snack.  © Stadt Chemnitz/J. Klösters

Die Stadt Chemnitz teilt in einer Mitteilung mit: "Immer wieder kommt es vor, dass Besucher von Tierpark und Wildgatter Chemnitz die Zoo- und Wildtiere beider Einrichtungen füttern, derzeit leider wieder vermehrt. Womöglich, weil sie denken, den Tieren (und dem Zoo) Gutes zu tun oder weil sie die Tiere aktivieren möchten. Womöglich weil sie glauben, durch das Entrichten des Eintrittes ein Anrecht darauf zu haben."

Was viele Besucher nicht wissen: Die Tiere haben alle ihre eigenen Speisepläne. Eine Abweichung davon kann schädlich für sie sein. 

"Verdauungsstörungen, Verfettung, Verhaltensabweichungen, Misslingen therapeutischer Fütterung etc. sowie auch die Irritation des Halters (Warum frisst mein Tier heute nicht?) sind die Folge. Im schlimmsten Fall werden die Tiere krank oder sterben gar durch das für sie falsche oder zu reichliche Futter", warnt die Stadtverwaltung.

Besonders jetzt im Herbst verlocken auch Eicheln oder Kastanien, die auf den Wegen liegen, zum Füttern. Doch auch hier gilt: Sammeln ja, füttern nein! In den Besucherordnungen wird auf das Fütterverbot hingewiesen. 

Einzige Ausnahme: Die Pellets aus dem Futterautomaten.

Füttern den Tierpflegern überlassen

Die Bewohner in Tierpark und Wildgatter haben Vollpension und brauchen kein zusätzliches Futter von den Besuchern. Das könnte sogar gefährlich für die Tiere werden. (Symbolbild)
Die Bewohner in Tierpark und Wildgatter haben Vollpension und brauchen kein zusätzliches Futter von den Besuchern. Das könnte sogar gefährlich für die Tiere werden. (Symbolbild)  © Anna Avdeeva/123 RF

Das Füttern sollte also den Pflegern überlassen werden, die ihre Schützlinge ganz genau kennen und wissen, was die Tiere mögen und wie viel davon gesund für sie ist. 

Wer trotzdem schon Eicheln und Kastanien für den nächsten Wildgatter- oder Tierparkbesuch gesammelt hat, kann diese in den großen Sammelcontainer auf dem Parkplatz an der Burg Rabenstein abgeben. "Dieser wird regelmäßig von den Mitarbeitern des Wildgatters abgeholt, die die Früchte dann sachgerecht und wohldosiert über den Winter an die Tiere des Gatters, die diese Nahrung gut vertragen, verfüttern."

Wer beim Füttern erwischt wird, riskiert einen Verweis vom Gelände oder sogar Hausverbot. Wenn ein Tier durch das Füttern krank wird, gilt dies sogar als Sachbeschädigung (Tiere gelten als Sachen) und der Verursacher kann haftbar gemacht werden.

"Grundsätzlich sollte man keine fremden Tiere ohne Wissen und der Erlaubnis des Besitzers bzw. Halters füttern, egal ob im Zoo, im Wildpark, auf der Koppel des Bauern, auf dem Teich oder über den Gartenzaun des Nachbarn."

Titelfoto: Anna Avdeeva/123 RF

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