Ziegendorf (Brandenburg) - Der Auftritt eines Elefanten in einem Twitch-Livestream von "Jordan & Semih" hat für große Empörung gesorgt. Nun rechtfertigte sich das Duo und wies Vorwürfe der Tierquälerei zurück.
"Freunde, wir sehen vielleicht aus wie zwei Vollidioten, vielleicht sind wir auch zwei Vollidioten Freunde, aber wir sind keine Tierquäler", erklärten die beiden Streamer in einer auf YouTube veröffentlichten Stellungnahme am Freitag.
Damit reagierten Jordan und Semih auf harsche Kritik, die sie in den sozialen Medien für ihren Livestream vom Mittwoch auf der Plattform "Twitch" erfahren haben. Im Zuge des Livestreams ließen sie einen Elefanten in ihr "Studio" bringen, der unter anderem ein paar Kunststücke vollführte. Auch der Lärm, dem das sensible Tier offenbar ausgesetzt wurde, stieß auf große Kritik.
Aufgenommen wurde der Livestream nach Angaben der Influencer dabei im "Elefantenhof Platschow" in Ziegendorf (Brandenburg). Laut Jordan und Semih sei die Aktion mit dem Elefantenhof unter Beachtung des Wohlergehens des Tieres abgesprochen gewesen.
Für die Umsetzung des Elefanten-Auftritts habe man eigens im Gehege des Elefanten ein provisorisches Studio errichtet, in dem das Rüsseltier genügend Platz gehabt habe: "Wir haben dieses Studio auf seinem Spielplatz gebaut." Der Elefant sei weder von seiner Familie getrennt noch transportiert worden.
Auch der Elefantenhof Platschow wehrte sich bereits gegen die Kritik.
Elefantenhof Platschow wehrt sich gegen Kritik
Auf dem Facebook-Kanal des Elefantenhofs wurden bereits mehrere Videos veröffentlicht, die unter anderem zeigen, wie ein Mitarbeiter den Livestream-Ablauf mit dem Elefanten rekonstruiert.
"Wenn ich hier was mit einem Elefanten mache, dann mache ich das professionell", erklärte Tiertrainer Sonni Frankello in einem der Videos. Er habe jahrelange Erfahrung im Umgang mit Elefanten und den Stoßzahn-Koloss während der Aufnahme mit Jordan und Semih mit dem Kopf wackeln und "andere Kleinigkeiten" vorführen lassen.
Dass die Kritiker mit diesen Rechtfertigungen besänftigt werden konnten, ist unwahrscheinlich. Ungeachtet der angeblich zumutbaren Umstände für den Elefanten stören sich viele weiterhin daran, dass ein Tier für Klicks herhalten musste.
Influencer Malte Zierden (34), der zuvor in einem eigenen Video wütend auf den Elefanten-Livestream reagiert hatte, kommentierte unter der Stellungnahme von Jordan und Semih auf YouTube: "Ich glaube euch, dass ihr beiden das Herz am rechten Fleck habt und über die Stränge geschlagen seid. Allerdings erklärt ihr hier vor allem die Umstände, statt das eigentliche Problem anzuerkennen. Leichte Wände und Betreuung ändern nichts daran, dass ein Elefant für euren Content herhalten musste."