Chester County (USA) - Tierschützer aus Pennsylvania mussten gar nicht weit fahren, um auf den nächsten Fall von Tierleid zu stoßen: Gleich um die Ecke der Rettungsstation fristete ein Hund ein schreckliches Dasein. Ein Jahr lang hatte man den Vierbeiner an einer viel zu kurzen Eisenkette gehalten. Die Fellnase lebte inmitten von Fäkalien und toten Tieren, bekam nicht einmal sauberes Wasser. Dank aufmerksamer Nachbarn konnte dem Ganzen ein Ende gesetzt werden. Bei seiner Befreiung überraschte der Hund seine Retter völlig.
Ein Anwohner hatte sich an die Mitarbeiter der gemeinnützigen Organisation "Lucky Dawg Animal Rescue" gewandt, da ihm das vernachlässigte Tier aufgefallen war.
Vor Ort eröffnete sich den Tierschützern ein schreckliches Bild: Nur eine Meile von der Einrichtung entfernt, hing der hellbraune Hund an einer 1,20 Meter langen Metallkette. Die dicke, schwere Fessel war derart kurz, dass der Vierbeiner sich nicht einmal vollständig in die heruntergekommene Hütte, die nur aus Paletten und Planen bestand, legen konnte.
"Ich fand ihn inmitten von Fäkalien und toten Mäusen vor", schreibt eine Mitarbeiterin von "Lucky Dawg Animal Rescue" auf Instagram. "In seinem Napf gab es kein Wasser – nur Schlamm."
Die Nachbarn berichteten, dass sie dem großen Hund ab und an Futter und Wasser vorbeibrachten, da er von seinem Besitzer oft tagelang nichts bekam.
Dann wagte sich die Tierschützerin an die Fellnase heran, die - völlig unerwartet - extrem positiv auf die fremde Frau reagierte. "Er knurrte zu keinem Zeitpunkt", heißt es im Beitrag. "Vorsichtig nahm er jedes Leckerli entgegen und sah mit seinem riesigen Kopf und seinen großen Augen zu mir auf."
Ketten-Hund freut sich überschwänglich über Rettung
Die Tierschützerin bezeichnete den armen Hund als "sanften Riesen", der sich einfach nach ein wenig Freundlichkeit sehnte.
Als sie wenig später mit einem weiteren Helfer und einem Polizeibeamten zurückkehrte, willigte der Besitzer ohne Einwände ein, ihnen den Vierbeiner zu überlassen. "Auf der kurzen Fahrt zu unserer Station verteilte er feuchte Hundeküsse", erinnert sich die Tierschützerin.
In der Einrichtung angekommen, blühte die Fellnase weiter auf und rannte ausgelassen über das Gelände. "Zum ersten Mal seit Langem ist seine Welt wieder größer als eine gut einen Meter lange Kette."
Jetzt hofft man, dass dem Tier, was auf den Namen "Benjamin Boyer" getauft wurde, eine hoffnungsvolle Zukunft bevorsteht.