Grausame Folgen: So bezahlt Kater Kuku für sein niedliches Gesicht

München - Der Münchner Tierschutzverein mahnt zum Weltkatzentag am 8. August das Leid sogenannter Qualzuchten an. Im örtlichen Tierheim sitzen bereits einige Vertreter.

Scottish-Fold-Kater Kuku kann sich trotz seines jungen Alters nur schlecht bewegen und muss Schmerzmittel nehmen.  © Tierschutzverein München

Während andere zehn Monate alte Kater wild durch die Wohnung toben, ist das für Kuku undenkbar. Der Scottish-Fold-Kater leidet schon in jungem Alter unter schmerzhaften Fehlstellungen an Beinen und Schwanz. Jeder Sprung fällt ihm schwer, er braucht dauerhaft Schmerzmittel und Spezialfutter.

Keine optimalen Voraussetzungen, um schnell wieder ein neues Zuhause zu finden, erklärt der Tierschutzverein. Immer häufiger landen hier kranke Katzen, deren gesundheitliche Probleme nicht schicksalhaft entstanden sind, sondern ihnen bereits in die Wiege gelegt wurden.

Denn wie bei Kuku sind gewisse Rassemerkmale bewusst von Menschen über Züchtungen herbeigeführt worden - auf Kosten der Gesundheit der Tiere.

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"Die charakteristischen Faltohren der Scottish Fold entstehen durch einen Gendefekt, der den gesamten Knorpel- und Knochenapparat betrifft", erklärt Vinzenz Huber, Leiter des Katzenhauses im Münchner Tierheim. Dass die Schmerzen bewusst in Kauf genommen werden, um optische Ideale zu erfüllen, sei aus Tierschutzsicht nicht hinnehmbar, betont Huber.

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Vinzenz Huber, Leiter des Katzenhauses im Münchner Tierheim, mit Kuku.  © Tierschutzverein München

Kuku ist ein verschmuster und neugieriger Kater - ein unbeschwertes Leben wird er aber wohl nie führen dürfen. Meist sind die Tiere doppelt gestraft: Im Tierheim warten sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Baustellen besonders lange, weil Interessenten die zu erwartenden Tierarztkosten scheuen.

Trotzdem wächst die Nachfrage nach den Moderassen. "Die Tiere bezahlen den Wunsch nach einem außergewöhnlichen Aussehen mit einem Leben voller Schmerzen", sagt Kristina Berchtold, Pressesprecherin des Tierschutzvereins München.

Im Netz bekommen ungewöhnliche Samtpfoten Millionen Klicks. "Solange sich mit krank machenden Zuchtmerkmalen Geld verdienen lässt, werden immer neue Tiere mit vorhersehbaren gesundheitlichen Problemen geboren", so Berchtold.

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Der Tierschutzverein sieht den Gesetzgeber in der Verantwortung und fordert ein konsequent durchsetzbares Qualzuchtverbot mit klaren gesetzlichen Vorgaben und wirksamen Kontrollen.

In der Praxis reichen die bestehenden Regeln zur Zucht von Tieren nämlich nicht aus, so der Tierschutz.

Junger Scottish-Fold-Kater schon jetzt körperlich eingeschränkt

Damit ihre Öhrchen einknicken, wurden Katzen mit einem Knorpeldefekt in der Zucht begünstigt. Leider betrifft das auch die Gelenke der Tiere.  © Tierschutzverein München

Auch die Forderung nach einer bundesweiten Katzenschutzverordnung mit Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht sei in diesem Zusammenhang betont. "Neben der Qualzucht bleibt auch die unkontrollierte Vermehrung von Hauskatzen eines der größten Tierschutzprobleme in Deutschland", erklärt der Verein.

Wer den betroffenen Katzen helfen möchte, kann die Versorgung mit einer Spende an IBAN: DE07 7015 0000 1000 1184 46, BIC: SSKMDEMMXXX, Stichwort: "Weltkatzentag" unterstützen.

Weitere Spendenmöglichkeiten findest Du unter: www.tierschutzverein-muenchen.de/spenden.

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