Von Iris Leithold
Stralsund - Der tote, in der Ostsee vor Rügen gefundene Buckelwal weist keine äußeren Verletzungen durch Schiffsschrauben oder Netze auf, war aber in einem schlechten Ernährungszustand.
Das sind die ersten Ergebnisse der am Freitagmittag begonnenen Obduktion des Meeressäugers, wie eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Die Vermessung des Kadavers ergab demnach zehn Meter Länge, auf die Waage brachte er sieben Tonnen. Ob es ein Weibchen oder Männchen war, habe bislang nicht festgestellt werden können, ebenso wenig das Alter des Tiers.
Zur Todesursache oder zu eventuellen Krankheiten konnte die Sprecherin ebenfalls zunächst nichts sagen. Dafür sei es zu früh. Restarbeiten der Obduktion sollen am Samstag erfolgen.
Weitere Erkenntnisse will das Meeresmuseum der Sprecherin zufolge Anfang kommender Woche bekanntgeben.
Die Obduktion fand bei 30 Grad im Freien statt - Schatten gab es für die rund 15 beteiligten Wissenschaftler nicht, so die Sprecherin weiter. "Sie müssen immer wieder Pausen einlegen." Über allem lag nach ihren Worten ein süßlich-muffiger Verwesungsgeruch.
Handelt es sich bei dem toten Buckelwal um "Hartwin"?
Als die ballonartig aufgeblähte Zunge des Meeressäugers angestochen wurde und die dort angesammelten Fäulnisgase entwichen, schreckten demnach selbst Hartgesottene zurück.
Offen ist bislang auch, ob es sich bei dem Buckelwal um das Tier handelt, das in den vergangenen Wochen immer wieder in der Nähe der Ostseeküste gesehen worden war - zuerst vor Kiel, dann immer weiter östlich: im Hafenbecken von Wismar, vor dem Ostseebad Wustrow und zuletzt am vergangenen Samstag in der Nähe des polnischen Badeortes Międzyzdroje.
"Dafür müssen wir in Ruhe die Fotos von den Sichtungen auswerten und mit Merkmalen dieses Tiers hier vergleichen", sagte die Museumssprecherin. Auch Zeichen auf der Schwanzflosse - der Fluke - könnten verglichen werden, falls das Tier in einer Datenbank erfasst worden sei.
Das Meeresmuseum werde Anfang kommender Woche seine Erkenntnisse bekanntgeben.
Toter Buckelwal vom Greifswalder Bodden: Tier wohl in der Nacht vor Fund verendet
Der Buckelwal vom Greifswalder Bodden war, auf dem Rücken im Wasser treibend, am Donnerstagmorgen unweit der Südspitze Rügens gefunden worden. Zu dem Zeitpunkt sei das Tier einige Stunden tot gewesen, sagte die Museumssprecherin.
Es habe begonnen abzusinken. Nach dem Tod würden Wale relativ schnell auf den Meeresgrund sinken. In der Sonne und Wärme habe sich das Tier bereits aufgebläht, was durch Verwesungsgase hervorgerufen wird.