Ähnlichkeit mit Menschen? Seltsames Tier bohrt in seiner Nase und isst eigene Popel

London - Ein eigenartig aussehender Lemur wurde im Zuge einer Studie bei einer eher menschlichen Verhaltensweise gefilmt: Mit einem langen gekrümmten Finger bohrte er sich in der Nase und aß seine Popel!

Fingertiere wiegen im Durchschnitt gerade mal zwei Kilogramm. (Symbolbild)
Fingertiere wiegen im Durchschnitt gerade mal zwei Kilogramm. (Symbolbild)  © Bildmontage: Paige Bwye/PA Media/dpa, 123rf/javarman

Die vom Aussterben bedrohte Lemurenart "Aye-Aye", im deutschsprachigen Raum auch Fingertier genannt, ist auf der Insel Madagaskar beheimatet.

Erstmals wurde ein solches Exemplar nun bei dem äußerst bizarren Verhalten gefilmt, wie CNN News berichtet.

"Es führte seinen extrem langen Finger überraschend weit in seine Nase ein und probierte dann alles, was es ausgrub, indem es seinen Finger sauber leckte!", so Professorin Anne-Claire Fabre.

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Damit gibt es jetzt zwölf Arten von Primaten, einschließlich des Menschen, von denen bekannt ist, dass sie in der Nase bohren.

Das Alleinstellungsmerkmal des Aye-Aye ist jedoch, dass es einen speziell dafür konzipierten Finger hat. Dieser ermöglicht es ihm bis an die Drüsen in der Schleimhaut zu gelangen, welche das Nasensekret produzieren.

Bis jetzt ist allerdings noch nicht klar, warum der Lemur in der Nase bohrt.

Schaut Euch das kuriose Nasenbohr-Video selbst an:

Manche Madagassen glauben, dass Aye-Aye die Zukunft voraussagen können

Aye-Aye sind nachtaktive Tiere die hauptsächlich in hohen Bäumen leben. (Symbolbild)
Aye-Aye sind nachtaktive Tiere die hauptsächlich in hohen Bäumen leben. (Symbolbild)  © 123rf/25ehaag6

Vor allem um den langen, gekrümmten Mittelfinger ranken sich auf Madagaskar zahlreiche Legenden.

So sind einige Einwohner der Überzeugung, dass es ein waschechtes Todesurteil ist, wenn ein Aye-Aye mit seinem Mittelfinger auf eine Person zeigt.

Andere Mythen besagen, dass die Tiere Prophezeiungen über die Zukunft machen können.

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"Aye-Ayes sind stark gefährdet und brauchen wirklich unsere Hilfe. Die seltene Art ist durch Lebensraumverlust und Jagd bedroht", heißt es in dem Bericht von CNN weiter.

Die Wissenschaftler erhoffen sich, mit den kuriosen Neuigkeiten über das Fingertier, die Arterhaltung und Forschung zu fördern.

Titelfoto: Bildmontage: Paige Bwye/PA Media/dpa, 123rf/javarman

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