Durch Landmine schwer verletzt: Dreibeiniger Leopard legt über 300 Kilometer zurück
Armenien/Georgien - Was für eine Willenskraft: Ein dreibeiniger kaukasischer Leopard namens Aren, der durch eine Landmine schwer verletzt worden war, wanderte von Süd-Armenien bis nach Georgien - und legte dabei über 320 Kilometer zurück.
Wie die New York Times berichtete, humpelte das ausgewachsene Männchen im Februar 2019 von der gebirgigen Kaukasusregion ins Nachbarland. Dabei durchkämmte Aren tiefe Schluchten und gewaltige Gipfel. Eine Wildkamera in Georgien hielt schließlich seine Ankunft am 30. Oktober 2025 fest.
Dass Leoparden auf ihren Streifzügen mehrere Kilometer am Tag zurücklegen, ist nichts Neues - doch in diesem Fall ist es etwas Besonderes. Seit Jahren durchkämmt das Tier die armenisch-aserbaidschanische Grenze. Dabei birgt die Region viele Gefahren.
Eine davon: unzählige aus Kriegen stammende Landminen. Nach Angaben des Newsportals verletzte sich der Leopard während eines Beutezugs durch das Land und verlor dabei sein linkes Vorderbein.
Trotz seiner schweren körperlichen Beeinträchtigung schaffte es Aren, in der freien Wildnis zu überleben. Er passte seine Jagdgewohnheiten an und arrangierte sich mit seinem Humpeln.
Vor rund neun Jahren wurden lokale Naturschützer auf den beeinträchtigte Dreibeiner aufmerksam. Infolgedessen montierten diese Wildtierkameras in der Region und konnten so seinen Alltag verfolgen.
Population in Kaukasusregion nimmt zu: Forscher freuen sich
Doch nicht nur die Willenskraft von Aren begeisterte die Naturschützer. "Wir stellten fest, dass wir nicht nur einen Leoparden hatten", erklärte Arus Nersisyan, Direktorin der Arpa Environmental Foundation, gegenüber der New York Times.
Für die Forscher bietet die Sichtung mehrerer persischer Leoparden, darunter ein weiteres Männchen, Hoffnung für die Zukunft.
Denn: Nach der Jahrtausendwende galt die Tierart praktisch als ausgestorben. Nun durchkämmen rund 40 bis 60 Tiere den gesamten Kaukasus.
Titelfoto: Fotomontage/Screenshot/Instagram/wwfarmenia
