Halver - Vor knapp einem Jahr hat die Tierrechtsorganisation ANINOVA e.V. gravierende Missstände in einer Schweinezucht in Halver (Märkischer Kreis, NRW) aufgedeckt. Nun gibt es Neuigkeiten zu dem Betrieb, dessen Betreiber zugleich als Funktionär des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V. und als Geschäftsführer für die Kreisverbände Ahrweiler und Mayen-Koblenz tätig ist.
Wie die Tierschützer mitteilen, wurde die Sauenhaltung in der Schweinezucht inzwischen vollständig beendet und der Betrieb auf eine reine Schweinemast umgestellt.
Die strafrechtlichen Ermittlungen der Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen (ZeUK NRW) der Staatsanwaltschaft Dortmund würden demnach weiterhin andauern (Aktenzeichen 76 Js 5/25).
Laut ANINOVA befanden sich bei einer Kontrolle im Februar dieses Jahres zwar noch letzte Sauen in dem Betrieb, bei einer zweiten Überprüfung am 5. August wurden allerdings keine Jungtiere mehr vorgefunden. Zudem seien Teile der früheren Zuchtsauenbereiche inzwischen umgebaut worden und würden nun für die Mastschweine genutzt.
Bei der jüngsten Kontrolle wurden darüber hinaus unter anderem die Zahl der Fressplätze und Tränken, die Spaltenbreiten sowie die Belegdichte überprüft. Beanstandungen habe es laut den Tierschützern nicht gegeben und alle Auflagen seien vollständig umgesetzt worden.
Bilder und Videos belegen Missstände in Schweinemastbetrieb
"Dass die Sauenhaltung jetzt vollständig beendet ist, begrüßen wir. Wir gehen davon aus, dass auch die behördlichen Auflagen und die Anforderungen an eine gesetzeskonforme Haltung bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt haben", sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. "Allerdings werden dort weiterhin rund 500 Schweine gemästet. Das Tierleid ist damit nicht beendet."
Die Tierschützer hatten im Oktober 2025 alarmierende Aufnahmen aus dem Betrieb veröffentlicht. Bilder und Videos zeigten unter anderem verletzte und abgemagerte Schweine, tote und teilweise schon verweste Ferkel sowie erhebliche hygienische und bauliche Mängel.
Interne Unterlagen belegten außerdem, dass der Hof bereits seit Jahren wiederholt negativ bei Kontrollen aufgefallen war. Insgesamt wurden dort zeitweise etwa 440 Sauen und 2300 Ferkel gehalten.
Nach der Aufdeckung wurden bei einer Kontrolle des Veterinäramtes erneut Tierschutz- und Hygienemängel festgestellt und Auflagen erteilt. "Der Fall zeigt, dass Missstände Konsequenzen haben müssen", meint Peifer.