Weniger Tierärzte in Sachsen-Anhalt: Ausreichende Versorgung für unsere Lieblinge?

Magdeburg - Die Tierärzte in Sachsen-Anhalt sehen eine flächendeckende veterinärmedizinische Versorgung als zunehmend schwierig an.

Die tierärztliche Versorgung aller Tiere in Sachsen-Anhalt wird zunehmend schwieriger.
Die tierärztliche Versorgung aller Tiere in Sachsen-Anhalt wird zunehmend schwieriger.  © Sven Hoppe/dpa

Insbesondere im ländlichen Bereich gebe es bei den Notdiensten außerhalb der Praxisöffnungszeiten ein Problem, sagte der Vizepräsident der Tierärztekammer Sachsen-Anhalt, Falk Salchert.

Es gebe keine Tierklinik mehr im Land, die rund um die Uhr arbeite, nur noch einige Tagestierkliniken. Bei Problemfällen, die in der Nacht aufträten, müssten Tierhalter teils längere Wege auf sich nehmen. Unter Umständen müssten sie nach Leipzig, Braunschweig oder Hannover fahren, wo die tierärztlichen Ausbildungsstätten seien.

Aus Sicht der Tierärztekammer muss zunächst erreicht werden, dass bei den Notdienstbereitschaften tatsächlich nur Notfälle landen. In vielen Fälle seien die Sprechzeiten bei den Tierärzten ohnehin schon sehr lang.

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Es gebe es immer weniger Tierärzte mit eigener Niederlassung in Sachsen-Anhalt. Die Zahl der angestellten Tierärzte nehme zu.

"Wir beobachten das gleiche Phänomen wie in anderen Bereichen des Lebens auch, dass die Kolleginnen und Kollegen mehr Freizeit haben wollen, und auch die Arbeitszeiten, die Stunden, die geleistet werden, nicht mehr dieselben sind", sagte Salchert.

Über 800 Tierärzte in Sachsen-Anhalt im Dienst

Die Bundestierärztekammer gehe davon aus, dass Praxisinhaber im Regelfall 60 Wochenstunden Arbeit leisteten, angestellte Tierärzte 40 Stunden und weniger. Allein daraus ergäben sich weniger mögliche Behandlungsstunden in den Praxen. Die Landestierärztekammer rechnet damit, dass es weiter zu Engpässen in der Versorgung kommt.

Laut der Tierärztekammer sind in Sachsen-Anhalt 800 Tierärzte tätig. 334 arbeiteten in einer eigenen Niederlassung. In den Praxen seien 196 weitere Tierärztinnen und Tierärzte angestellt.

Im öffentlichen Veterinärwesen sind den Angaben zufolge 185 Ärzte tätig. Weitere arbeiten in Forschung und Lehre oder bei der Bundeswehr.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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