185 Tiere getötet: Wölfe schlagen in Sachsen-Anhalt zu
Von Dörthe Hein
Halle/Magdeburg - Im laufenden Jahr sind in Sachsen-Anhalt laut dem Landesverwaltungsamt bislang 54 Übergriffe von Wölfen erfasst worden.
Dabei wurden 185 Tiere getötet, so die Behörde. Davon waren 180 Schafe, vier Rinder sowie eine Ziege. Im gesamten Vorjahr hatte es 74 Übergriffe gegeben mit zusammen 236 getöteten Tieren.
Es handelt sich um Übergriffe, bei denen der Wolf als Verursacher bestätigt oder nicht ausgeschlossen werden konnte.
Um mehr Klarheit zu schaffen nach den jüngsten Änderungen im Bundes- und Landesjagdrecht, hätten die Landkreise und kreisfreien Städte konkrete Handlungsanleitungen erhalten, so das Landesverwaltungsamt in Halle weiter.
Demnach sollen Nutztierhalter vermutete Wolfsrisse wie bisher an das Wolfskompetenzzentrum Iden beim Landesamt für Umweltschutz melden.
"Die Experten dokumentieren den Vorfall, bewerten die vorhandenen Herdenschutzmaßnahmen und informieren die zuständige Jagdbehörde zeitnah über die Untersuchungsergebnisse", hieß es. Auf dieser Grundlage könnten weitere Schritte eingeleitet werden.
Was ist "zumutbarer Herdenschutz"?
In den Hinweisen seien zudem die Anforderungen an einen sogenannten zumutbaren Herdenschutz erstmals landeseinheitlich konkret beschrieben. Für verschiedene Tierarten würden Mindeststandards für Zäune und Schutzmaßnahmen benannt. Ziel sei es, Tierhaltern, Behörden und der Jägerschaft eine verlässliche Grundlage für die Bewertung einzelner Schadensfälle zu geben.
Laut jüngstem Wolfsmonitoringbericht des Landes gab es in Sachsen-Anhalt bis April 2025 insgesamt 276 Tiere. Vor rund einem halben Jahr war der Wolf in das Landesjagdrecht aufgenommen worden. Ein Plan zum Wolfsmanagement, der laut Bundesjagdrecht die Voraussetzung für die Wolfsjagd ist, fehlt bislang allerdings noch.
Titelfoto: Bernd Weißbrod/dpa
