Mehr als 300.000 Euro für Wolf im Schwarzwald: Agrarministerin Gentges stellt Abschuss in Aussicht

Von Martin Oversohl

Stuttgart - Mal taucht er bei Wanderern auf, mal folgt er Menschen mit Hunden: Der Hornisgrinde-Wolf beschäftigt das Land seit vielen Monaten. Der Umgang mit ihm hat das zuvor zuständige Umweltministerium bislang 305.333,34 Euro gekostet, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte.

Der sogenannte Hornisgrinde-Wolf beschäftigt die Behörden in Baden-Württemberg schon seit Monaten. (Symbolfoto)  © Bernd Weißbrod/dpa

Seit dem Zuständigkeitswechsel sind keine externen Kosten für den Wolf angefallen. Die Arbeit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) werde nicht gesondert erfasst, heißt es in der Antwort auf eine SPD-Anfrage im Landtag.

Zum Vergleich: Das Land gab 2024 für Herdenschutz und das Wolfsmanagement insgesamt rund 6,2 Millionen Euro aus, wie aus einer früheren Stellungnahme des Umweltministeriums hervorgeht. Der Großteil entfiel demnach auf Herdenschutz und Weidemanagement.

Enthalten sind auch Kosten der FVA sowie Ausgaben für Untersuchungen und Nutztierschäden. Anders als beim Hornisgrinde-Wolf geht es um landesweite Jahresausgaben.

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In diesem Jahr wurden 81 Sichtungen des Rüden gemeldet, 31 davon seit April. 80 Meldungen galten als eindeutig oder wahrscheinlich.

In 30 Fällen kam der Wolf Menschen auf weniger als 30 Meter nahe - eine laut Ministerium kritische Annäherung. Unmittelbar gefährliche Begegnungen mit Menschen gab es den Angaben zufolge in diesem Jahr aber nicht.

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Was passiert, wenn die Abschreckung misslingt?

Marion Gentges (55, CDU) hat einen Abschuss in Aussicht gestellt, sollte der Wolf sich weiterhin Menschen nähern. (Archivfoto)  © Christoph Schmidt/dpa

Der Wolf im Nordschwarzwald nähert sich besonders häufig Menschen mit Hunden. Paintball-Markierer und Druckluft-Fanfaren brachten nicht den gewünschten Erfolg. Anfang des Jahres hatte das baden-württembergische Umweltministerium zudem eine Abschussgenehmigung erteilt.

Seit Mitte März, dem Ende der Paarungszeit, ist die Genehmigung ausgesetzt. Weitere Vergrämungsversuche sollen laut Ministerium baldmöglichst beginnen.

Agrarministerin Marion Gentges (55, CDU) hatte zuletzt einen Abschuss in Aussicht gestellt, falls die Abschreckung misslingt. Über eine mögliche Tötung entscheidet das Landwirtschaftsressort.

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