Außergewöhnlicher Fund: Darum ist dieser Nachtfalter eine "Sensation der Zoologie"

Würzburg/Wiesentheid - In einem Eichenwald in Unterfranken haben Wissenschaftler einen als ausgestorben geltenden Nachtfalter entdeckt.

Die helle Pfeifengras-Grasbüscheleule galt lange Zeit als ausgestorben. Jetzt wurde zufällig ein Exemplar im unterfränkischen Wiesentheid gefunden.
Die helle Pfeifengras-Grasbüscheleule galt lange Zeit als ausgestorben. Jetzt wurde zufällig ein Exemplar im unterfränkischen Wiesentheid gefunden.  © Julian Bittermann/Universität Würzburg/dpa

Als "kleine Sensation in der Zoologie" beschrieb die Universität Würzburg den Fund der Hellen Pfeifengras-Grasbüscheleule (Pabulatrix pabulatricula) in einer Pressemitteilung vom Montag.

Der Pabulatrix ist laut den Zoologen vor 100 bis 150 Jahren aus den mitteleuropäischen Wäldern verschwunden.

Auch woanders auf der Welt sei er kaum verbreitet.

Das seltene Exemplar war ein Beifang einer Doktorandin, die in Wiesentheid (Landkreis Kitzingen) Insekten gefangen hatte.

"Diese Art gehört zu den großen Raritäten der einheimischen Nachtfalter-Fauna", sagte Hermann Hacker von der Ökologischen Station der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU).

Auch das Institut für Biodiversitäts-Information (IfBI) in Ebern (Landkreis Haßberge) bestätigt die Besonderheit des Fundes.

Es komme jedoch immer wieder vor, dass verschollen geltende Insekten gefunden werden, sagt Klaus Mandery vom IfBI.

Falter kann nur in bestimmtem Waldstück überleben

Die Helle Pfeifengras-Grasbüscheleule lebt in lichten, alten Eichenwäldern mit größeren Beständen an Immergrün.

Der Name resultiert daher, da die Raupen ausschließlich Pfeifengras fressen.

Schon vergangenes Jahr sei überraschend ein Pabulatrix-Exemplar gefunden worden. Warum sich der Nachtfalter in dem Waldstück halten kann, muss noch erforscht werden.

Titelfoto: Julian Bittermann/Universität Würzburg/dpa

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