Zoo-Mitarbeiter trauen ihren Augen nicht, als sie plötzlich dieses Tier entdecken

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Upton by Chester (England) - Eine auffällige schwarz-gelbe Spinne sorgt im Norden Englands für Aufsehen. In der Grafschaft Cheshire wurde ein ausgewachsenes Weibchen der Wespenspinne entdeckt.

Eine Wespenspinne (Argiope bruennichi) lauert kopfüber im Zentrum ihres gewebten Radnetzes auf Beute.
Eine Wespenspinne (Argiope bruennichi) lauert kopfüber im Zentrum ihres gewebten Radnetzes auf Beute.  © Patrick Pleul/dpa

Die etwa zwei Zentimeter große Spinne ist vor allem auf dem europäischen Festland, in Nordafrika und Teilen Asiens verbreitet. In Großbritannien wurde sie zwar bereits in den 1920er-Jahren nachgewiesen, nördlich der Midlands blieb sie jedoch lange eine Seltenheit.

Entdeckt wurde das Tier zufällig bei einer routinemäßigen Inventur auf dem rund 80 Hektar großen Gelände des Chester-Zoos, wie The Guardian berichtete.

Ein Experte der British Arachnological Society bestätigte anschließend, dass es sich um die erste dokumentierte Sichtung der Art in Cheshire handelt. Die Mitarbeiter tauften das Tier liebevoll auf den Namen Wendy.

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Unübersehbar ist die Wespenspinne vor allem wegen ihrer markanten Färbung: Mit ihrem schwarz-gelben Muster erinnert sie sehr an eine Wespe - vermutlich eine wirksame Abschreckung für Fressfeinde.

Ebenso auffällig sind ihre großen Netze mit einem charakteristischen Zickzackmuster. Welche Funktion dieses Muster genau erfüllt, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Wespenspinne ist für den Menschen ungefährlich

Weibliche Wespenspinnen können eine Körperlänge von etwa zwei Zentimetern erreichen und gehören damit zu den größten Spinnen, die in Nordeuropa vorkommen.
Weibliche Wespenspinnen können eine Körperlänge von etwa zwei Zentimetern erreichen und gehören damit zu den größten Spinnen, die in Nordeuropa vorkommen.  © Chester Zoo

Für Menschen ist die Wespenspinne weitgehend ungefährlich. Zwar kann sie beißen, doch ihr Gift verursacht nach Einschätzung von Experten höchstens Beschwerden, die mit einem Brennesselstich vergleichbar sind.

Für ihre Beute ist die Spinne dagegen ein effektiver Jäger. Und auch bei der Fortpflanzung geht es nicht gerade zimperlich zu: Die deutlich kleineren Männchen werden häufig während oder nach der Paarung vom Weibchen gefressen. Studien zufolge überlebt ein großer Teil der Männchen bereits die erste Paarung nicht.

Experten vermuten, dass hohe Temperaturen die Ausbreitung der Art begünstigen. "Klimaflüchtling" nennen manche Naturschutzorganisationen solche Arten, die ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet aufgrund des Klimawandels und veränderter Umweltbedingungen verlassen oder ausweiten.

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Spinnen können dabei besonders mobil sein, denn die Jungtiere lassen sich an feinen Seidenfäden vom Wind über beträchtliche Entfernungen tragen.

Die Ankunft einer solchen neuen Art mag zunächst faszinierend wirken - doch für die heimischen Ökosysteme können derartige Verschiebungen schwer vorhersehbare Folgen haben.

Titelfoto: Chester Zoo

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