Abschied vom Publikumsliebling: Warum Karlsruhes berühmter Eisbär Mika plötzlich weg ist

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Von Martin Oversohl

Karlsruhe - Zwei Jahre lang war der Eisbär MiKa der Publikumsliebling im Karlsruher Zoo. Nun hat das einst tapsige kleine Bärchen den Zoo als großes Tier verlassen, um künftig im tschechischen Brno zu leben.

Eisbär Mika ist nun nach Tschechien gezogen.
Eisbär Mika ist nun nach Tschechien gezogen.  © Timo Deible/Zoo Karlsruhe/dpa

Mikas Wechsel wurde nach Angaben des Zoos vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der Zoovereinigung EAZA empfohlen. Darin wird koordiniert, welche Tiere in europäischen Zoos zusammenleben und wann sie eine Zuchtempfehlung erhalten.

In Brno leben derzeit fünf Eisbärenweibchen. Ein weiteres Männchen, das etwa so alt ist wie Mika, soll folgen. Bis die jungen Bären geschlechtsreif sind, sollen sie in einer Junggesellengruppe leben. Der Zoo Brno verfügt über zwei große Eisbärenanlagen, wie die Karlsruher Kuratorin Claudia Vollhardt sagt.

Mika kam am 2. November 2024 als eines von zwei Jungen des Weibchens Nuka zur Welt - ungewöhnlicherweise in einer Halbhöhle auf der Außenanlage.

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Die Überlebenschancen galten zunächst als gering. Mikas Zwilling überlebte vermutlich den ersten Tag nicht. Erst im Januar 2025 wurde das Jungtier wieder gesehen. Eine tierärztliche Untersuchung bestätigte später, dass es sich um ein gesundes Männchen handelte.

Eisbär Mika wurde vom Publikumsliebling zum Hoffnungsträger für den Artenschutz.
Eisbär Mika wurde vom Publikumsliebling zum Hoffnungsträger für den Artenschutz.  © Thomas Riedel/dpa

Gefährdete Art

Matthias Reinschmidt (62) bezeichnete den Umzug als wichtigen Schritt.
Matthias Reinschmidt (62) bezeichnete den Umzug als wichtigen Schritt.  © Philipp von Ditfurth/dpa

"Mika steht für einen besonderen Erfolg, der mich sehr bewegt", sagt Zoodirektor Matthias Reinschmidt (62). "Nach so vielen Jahren gab es wieder Eisbärennachwuchs in Karlsruhe, und wir durften seine Entwicklung von den ersten Tagen an begleiten." 

In den folgenden Monaten entwickelte sich Mika nach Zoo-Angaben prächtig. Zu seinem zweiten Geburtstag wog er 257 Kilogramm und war damit 17 Kilogramm schwerer als seine Mutter. Nun sei der Umzug ein wichtiger Schritt für die langfristige Erhaltung einer genetisch vielfältigen Reservepopulation, sagte Reinschmidt.

Eisbären gelten laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet. Klimawandel und schwindendes Meereis bedrohen ihren Lebensraum. Zoos sehen in der koordinierten Erhaltungszucht daher einen Beitrag zum langfristigen Artenschutz - auch wenn eine Auswilderung derzeit wegen der Lebensraumverluste kaum möglich ist.

Titelfoto: Bildmontage: Timo Deible/Zoo Karlsruhe/dpa, Thomas Riedel/dpa

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