Lwiw (Ukraine) - Totgeglaubte leben länger! Im Falle dieses ukrainischen Soldaten trifft das Sprichwort voll ins Schwarze. Die Freude über das nicht mehr für möglich gehaltene Lebenszeichen von Nazar Daletsky (46) wurde allerdings schnell getrübt. Es geht ums liebe Geld ...
Der 46-Jährige zog für sein Land in den Krieg, half mit, die Ukraine gegen russische Invasoren zu verteidigen. Daletskys Familie bangte täglich, stellte sich die Frage, ob der Soldat irgendwann unversehrt nach Hause zurückkehren würde.
Im Mai 2022 folgte die Schreckensnachricht: Daletsky wurde als vermisst gemeldet, im September erklärten ihn Behörden aus der Region Lwiw laut Zaxid.net für tot.
Ein DNA-Test sollte endgültige Gewissheit bringen: Die Mutter des angeblich toten Soldaten bekam im Mai 2023 die Information, dass es sich zu 99,9 Prozent um ihren Sohn handeln würde. Daletsky wurde beigesetzt, seine Familie bekam seine sterblichen Überreste nicht mehr zu Gesicht.
Die Trauer war groß - und währte bis zum 5. Februar dieses Jahres. Dann klingelte bei Daletskys Angehörigen plötzlich das Telefon. Ihr tot geglaubter Sohn war am anderen Ende der Leitung.
Der Moment, als Nazar Daletsky bei seiner Familie anruft
Freude über Lebenszeichen des tot geglaubten Soldaten währte nur kurz
Eine Videoaufnahme zeigt, wie es die Angehörigen des 46-Jährigen nicht fassen können. Dann brechen sie in Tränen aus. Eine ältere Frau, offenbar Daletskys Mutter, schlägt die Hände vors Gesicht.
Kurz zuvor war der Ukrainer aus russischer Gefangenschaft entlassen worden. Die Meldung über Daletskys Tod stellte sich als falsch heraus.
Trotz des großen Glücks stehen seine Angehörigen jetzt vor neuen Problemen. Als Entschädigung für den "Tod" des 46-Jährigen erhielt seine Familie 15 Millionen ukrainische Griwna (rund 300.000 Euro) vom Staat. Genau der fordert die Summe jetzt zurück.
"Rechtlich gesehen muss die Familie die Gelder zurückzahlen", sagte Taras Podwirnyj, Ombudsmanns in der Region Lwiw. Er fügte hinzu: "Ich denke, für die Familie ist es das größte Glück, dass der Soldat nach Hause zurückgekehrt ist, und nicht die Gelder, die ihnen der Staat gezahlt hat."
Menschenrechtler kämpfen nun für Daletsky und seine Familie. Ausgang offen!