Ukraine-Krieg: Angriff auf Dnipro zerstörte Depot der Flüchtlingshilfe

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Ukraine - Wie geht es weiter? Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will am Freitag mit den Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über den stockenden Friedensprozess beraten.

Weil der Friedensprozess für die Ukraine stockt, spricht Selenskyj (48, v.l.) mit seinen europäischen Verbündeten Premierminister Keir Starmer (63), Präsident Emmanuel Macron (48) und Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).
Weil der Friedensprozess für die Ukraine stockt, spricht Selenskyj (48, v.l.) mit seinen europäischen Verbündeten Premierminister Keir Starmer (63), Präsident Emmanuel Macron (48) und Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).  © Kin Cheung/AP/dpa

"Ich habe ein Gespräch mit den Partnern der E3 (Europa 3) geplant", sagte er in einer Videobotschaft, die in der Stadt Slawutytsch nördlich von Kiew aufgezeichnet wurde.

"Wir werden darüber sprechen, wie unser gemeinsamer Druck und unsere gemeinsame diplomatische Arbeit die Lage real beeinflussen können", so Selenskyj, ohne Details zu nennen.

Angaben zum Format des Gesprächs machte er nicht. Weil er in der Ukraine ist, dürfte es auf eine Videoschalte mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU), Präsident Emmanuel Macron (48) und Premierminister Keir Starmer (63) hinauslaufen.

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Ukraine Tot geglaubter Soldat meldet sich bei Familie: Jetzt will der Staat ein Haufen Geld

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

22. Mai, 16.27 Uhr: Angriff auf Dnipro zerstörte Depot der Flüchtlingshilfe

Ein russischer Luftangriff auf die ukrainische Stadt Dnipro hat Hilfsgüter des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR im Wert von mehr als einer Million US-Dollar vernichtet.

Es sei der erste derartige Angriff in mehr als vier Jahren Krieg gewesen, teilte die UN-Organisation in Genf mit. In einem angemieteten Lagerhaus seien 900 Paletten mit Hilfsgütern und Material für Notunterkünfte zerstört worden.

Bei dem Angriff auf Dnipro am Mittwoch waren zudem zwei Menschen getötet und mehrere andere verletzt worden.

"Der Treffer auf das Lagerhaus passierte vor dem Hintergrund einer allgemeinen Eskalation der Angriffe im ganzen Land", erklärte das UNHCR. Die Zahl ziviler Opfer durch die russischen Attacken sei in diesem Jahr stark gestiegen.

Die Organisation kritisierte auch Angriffe auf eindeutig gekennzeichnete UN-Hilfskonvois in den Gebieten Dnipropetrowsk und Cherson vergangene Woche. In einem Fall war ein Fahrer verletzt worden.

Infolge eines russischen Luftangriffs auf die Stadt Dnipro wurden unzählige Hilfsgüter vernichtet.
Infolge eines russischen Luftangriffs auf die Stadt Dnipro wurden unzählige Hilfsgüter vernichtet.  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

22. Mai, 15.38 Uhr: Wadephul optimistisch für gemeinsame Nato-Lösung mit USA

Außenminister Johann Wadephul (63) hat sich optimistisch geäußert, mit den USA beim Nato-Gipfel im Juli eine Verständigung über eine gemeinsame Zukunft des Bündnisses zu finden.

US-Außenminister Marco Rubio (54) habe "sehr das Gemeinsame der Nato betont", sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen der Nato-Außenminister in der schwedischen Hafenstadt Helsingborg.

Die Staats- und Regierungschefs der Nato kommen in etwa sechs Wochen in der Türkei zu ihrem Gipfel zusammen.

Rubio habe sich "ganz in dem Sinne auch eingelassen, wie wir alle, dass wir in Ankara ein Zeichen der Geschlossenheit, der Einigkeit abgeben wollen und werden", sagte Wadephul angesichts der heftigen Kritik, die US-Präsident Donald Trump (79) immer wieder an den europäischen Nato-Partnern äußert.

Es sei auch klar geworden, "dass wir eben gemeinsam jetzt konstruktiv daran zu arbeiten haben, auch die Aufgaben der Zukunft zu lösen".

22. Mai, 12.21 Uhr: Wadephul fordert Signal für dauerhafte Ukraine-Unterstützung

Außenminister Johann Wadephul fordert von den Nato-Partnern ein klares Signal für weitere Unterstützung der Ukraine – unabhängig von den USA.

"Es geht darum, dass wir die konkreten weiteren Unterstützungsbedarfe der Ukraine stets durch die europäischen Nato-Partner und Kanada bedienen", sagte der CDU-Politiker beim Treffen mit seinen Nato-Kolleginnen und -Kollegen in der schwedischen Hafenstadt Helsingborg.

Auf die zusätzlichen Beiträge für Kiew könne der 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU für die Ukraine angerechnet werden, sagte Wadephul. "Aber es ist klar, es bedarf weiterer Mittel. Es bedarf weiterer Anstrengungen."

Die Botschaft an Russland, in dem der Krieg immer tiefere Risse verursache, müsse klar sein: "Wir werden in unserer Unterstützung nicht nachlassen. Die Ukraine hat immer den längeren Atem. Sie kann immer auf unsere Unterstützung zählen."

Beim Treffen mit seinen NATO-Kollegen forderte Außenminister Johann Wadephul weitere Unterstützung für die Ukraine.
Beim Treffen mit seinen NATO-Kollegen forderte Außenminister Johann Wadephul weitere Unterstützung für die Ukraine.  © Christoph Soeder/dpa

22. Mai, 12.19 Uhr: Tote in russisch besetztem Gebiet Luhansk

Im russisch besetzten Gebiet Luhansk sind nach russischen Behördenangaben mindestens vier Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden.

Unter Trümmern würden weitere Menschen vermutet, schrieb die mit EU-Sanktionen belegte russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa bei Telegram.

22. Mai, 10.08 Uhr: Mehr als 30 Verletzte in russisch besetztem Gebiet Luhansk

Im russisch besetzten Gebiet Luhansk sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens 35 Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff verletzt worden.

Die Drohnen seien in eine Berufsschule und ein Wohnheim in Starobilsk eingeschlagen, in dem sich 86 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren befanden, teilte der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Leonid Passetschnik im sozialen Netzwerk VK mit.

Unter den Trümmern seien noch Minderjährige verschüttet, schrieb er.

Im russisch besetzten Gebiet Luhansk sind ukrainische Drohnen in eine Berufsschule und einem Wohnheim eingeschlagen. Unter den Trümmern befinden sich noch Verschüttete. (Archivfoto)
Im russisch besetzten Gebiet Luhansk sind ukrainische Drohnen in eine Berufsschule und einem Wohnheim eingeschlagen. Unter den Trümmern befinden sich noch Verschüttete. (Archivfoto)  © Uncredited/Russian Emergency Ministry Press/AP/dpa

22. Mai, 6.16 Uhr: Ukraine und Russland überziehen sich mit nächtlichen Drohnenangriffen

Ab dem späten Donnerstagabend überzogen Russland und die Ukraine einander wieder mit Drohnenangriffen.

Seitens der ukrainischen Armee zeichnete sich erneut eine größere Attacke auf Ziele im russischen Hinterland ab. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija schränkte an zahlreichen Flughäfen den Flugverkehr ein, darunter in Moskau und St. Petersburg.

Die ukrainische Luftwaffe ortete russische Drohnen über den nordöstlichen Landesteilen Tschernihiw und Sumy.

Beide Kriegsparteien griffen sich in der Nacht zu Freitag erneut an. (Archivfoto)
Beide Kriegsparteien griffen sich in der Nacht zu Freitag erneut an. (Archivfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

21. Mai, 18.55 Uhr: Gleitbombenangriff - Tote und Verletzte in Ostukraine

Durch russische Gleitbomben- und Drohnenangriffe sind im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk vier Zivilisten getötet und weitere fünf verletzt worden.

In der frontnahen Kleinstadt Druschkiwka seien zunächst drei Männer durch den Abwurf der Gleitbomben ums Leben gekommen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft auf Telegram mit. Eine Stunde später habe eine Drohne einen Pkw getroffen, ein Insasse sei getötet worden.

Druschkiwka liegt südlich von Kramatorsk und nur etwa 20 Kilometer von den vordersten russischen Linien entfernt. Russische Kampfjets klinken die Bomben im sicheren eigenen Luftraum aus, die dann über Dutzende Kilometer gelenkt ins Ziel gleiten. Die Ukraine hat bislang kaum ein Gegenmittel gegen diese Waffe.

Für Soldaten und Zivilisten nahe der Front in der Ukraine sind russische Lenkbomben eine tödliche Gefahr. (Archivbild)
Für Soldaten und Zivilisten nahe der Front in der Ukraine sind russische Lenkbomben eine tödliche Gefahr. (Archivbild)  © Uncredited/Rusian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

21. Mai, 18.08 Uhr: Drohnen-Vorfälle - Baltenstaaten fordern mehr Nato-Unterstützung

Estland, Lettland und Litauen wollen nach den jüngsten Drohnenvorfällen im Baltikum bei den Nato-Verbündeten auf mehr Hilfe bei der Luftverteidigung dringen.

Die drei EU- und Nato-Staaten wollen zudem in koordinierter Form auf unbelegte Behauptungen aus Moskau reagieren, wonach sie ihr Territorium und ihren Luftraum für ukrainische Angriffe gegen Russland zur Verfügung stellen. Dies teilte die litauische Präsidialkanzlei nach einem Telefonat der Präsidenten der drei Staaten mit.

"Wir beobachten einen klaren Versuch, die Spannungen in unserer Region zu verschärfen und gleichzeitig eine koordinierte Desinformationskampagne gegen die baltischen Staaten zu führen. Wir müssen geeint bleiben, unsere Luftverteidigung und unsere Fähigkeiten zur Drohnenabwehr stärken und gemeinsam die Nato-Verbündeten dazu bewegen, der Sicherheit der Ostflanke noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken", sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda nach einem Gespräch mit seinen Amtskollegen Alar Karis (Estland) und Edgars Rinkevics (Lettland).

21. Mai, 18.06 Uhr: Militärmanöver mit Belarus - Russland testet sein Atomarsenal

Zum Abschluss eines großangelegten Manövers hat Russland ein ganzes Arsenal nuklear bestückbarer Raketen getestet.

Eine interkontinentale Atomrakete des Typs Jars wurde aus Nordrussland auf ein Zielgebiet auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka abgefeuert, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte.

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein Verbündeter Alexander Lukaschenko aus Belarus verfolgten nach Kreml-Angaben das Manöver am Bildschirm. Die Triade land-, see- und luftgestützter Nuklearwaffen werde immer als "Garant der Souveränität des Staatenbundes Russland und Belarus" dienen, sagte Putin. Die Waffen dienten nur der Verteidigung. Russland werde sein Arsenal erneuern, sich aber nicht in ein Wettrüsten verwickeln lassen.

21. Mai, 10.45 Uhr: Sicherheitsdienst findet russische Drohne mit erhöhten Strahlenwerten

Wie der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) auf Telegram berichtet, haben Ermittler nach einem russischen Luftangriff am 7. April 2026 in der Region Tschernihiw Trümmerteile mit erhöhten Strahlenwerten entdeckt.

Es handelt sich dabei um Fragmente einer Luft-Luft-Rakete des Typs R-60, die in der Nähe des Dorfes Kamka gefunden wurden. Eine Strahlungsmessung direkt an den Trümmern ergab laut SBU eine Gamma-Strahlung von 12 Mikrosievert pro Stunde. Die ukrainischen Behörden warnen: "dieser Wert übersteigt die natürliche Hintergrundstrahlung erheblich und stellt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar"

Nach Angaben der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes deuten die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass der Sprengkopf der russischen Rakete Komponenten aus abgereichertem Uran enthält.

Der Sicherheitsdienst der Ukraine veröffentlichte auf Telegram Fotos der Trümmerteile mit erhöhten Strahlenwerten.
Der Sicherheitsdienst der Ukraine veröffentlichte auf Telegram Fotos der Trümmerteile mit erhöhten Strahlenwerten.  © Telegram/Screenshot/Служба безпеки України

21. Mai, 10.44 Uhr: Zwei Tote und Verletzte nach ukrainischem Angriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben zwei Menschen in der Stadt Sysran an der Wolga getötet worden.

Es gebe auch Verletzte, schrieb der Gouverneur des Gebiets Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, bei Telegram, nannte aber keine Zahlen. Weder zu Schäden noch zu genauen Orten machte er Angaben.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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