Ukraine-Krieg: US-Außenminister bezichtigt Selenskyj der Lüge

Ukraine - Die Ukraine hat mit mehreren Golfstaaten eine Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung besiegelt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) und der katarische Emir Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani (45) während ihres Treffens in Doha.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) und der katarische Emir Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani (45) während ihres Treffens in Doha.

Bei einer Reise in die Region schloss der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entsprechende Abkommen zunächst mit Saudi-Arabien und am Samstag dann mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.

Nach dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar wurden ukrainische Experten in die Region entsandt, um bei der Abwehr von iranischen Drohnenangriffen zu helfen.

Selenskyj erklärte am Samstag, er habe bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Emirate, Mohammed bin Sajed, eine Kooperation im Bereich "Sicherheit und Verteidigung" vereinbart.

Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine
Ukraine Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

Angesichts der heutigen "Bedrohungen" wollten Staaten das Leben ihrer Bevölkerungen schützen, sagte er weiter. "Die Ukraine hat auf diesem Gebiet bedeutende Expertise."

Bei einem anschließenden Besuch in Katar schloss Selenskyj einen ähnlichen Vertrag.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

29. März, 15.48 Uhr: Finnische Regierung: Mutmaßlich ukrainische Drohnen im Süden des Landes abgestürzt

Im Süden Finnlands sind nach Regierungsangaben zwei Drohnen abgestürzt. Es handele sich vermutlich um ukrainische Drohnen, sagte Ministerpräsident Petteri Orpo (56) am Sonntag dem Sender Yle. Die Untersuchung zu dem Vorfall in Kouvola sei aber noch nicht abgeschlossen.

"Drohnen sind in finnisches Hoheitsgebiet eingedrungen. Wir nehmen dies sehr ernst", erklärte Verteidigungsminister Antti Häkkänen. Das EU- und Nato-Land Finnland teilt sich eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland.

Orpo verwies darauf, dass die Ukraine kürzlich russische Gebiete nahe der Grenze zu Finnland angegriffen habe. Störsignale der russischen Armee könnten dazu geführt haben, dass die ukrainischen Drohnen vom Kurs abgekommen seien, fügte er hinzu.

Ministerpräsident Petteri Orpo (56) unterstellt der Ukraine keine böse Absicht.
Ministerpräsident Petteri Orpo (56) unterstellt der Ukraine keine böse Absicht.  © Michael Kappeler/dpa

29. März, 15.35 Uhr: Kreml fordert Druck der USA auf die Ukraine für Kriegsende

Russland hat die USA zu Druck auf die Ukraine aufgerufen, sich auf Moskaus Bedingungen für ein Kriegsende einzulassen.

Die Amerikaner hätten die Hebel, tatsächlich Druck und Einfluss auf Kiew auszuüben, sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, dem russischen Staatsfernsehen. "Genau dazu rufen wir unsere amerikanischen Kollegen auf. Das ist es, was jetzt notwendig ist", sagte Uschakow.

Wie genau Washington Druck ausüben soll, sagte er nicht. Allerdings fordert Russland seit langem den Stopp westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine. Zudem verlangt das Land, dass die Ukraine ihre Truppen aus dem bisher von Moskau nicht vollständig kontrolliertem Gebiet Donezk zurückzieht – im Gegenzug für einen Waffenstillstand. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schloss solche Geschenke an Russland wiederholt aus.

29. März, 7.18 Uhr: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Belgorod

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod ist Behördenangaben zufolge ein Mensch getötet worden.

Der Zivilist sei in der Stadt Graiworon bei den kurz nacheinander folgenden Angriffen zweier Drohnen getötet worden, erklärte Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Sonntag im Onlinedienst Telegram.

Die Grenzregion Belgorod ist in den vergangenen Wochen wiederholt von Drohnenangriffen getroffen worden. Die russischen Behörden meldeten mehrere verletzte Zivilisten sowie Schäden an Häusern und Fahrzeugen.

Ein Mann in der Region Belgorod betrachtet das zerbrochene Fenster seines Hauses nach dem Beschuss durch die Ukraine.
Ein Mann in der Region Belgorod betrachtet das zerbrochene Fenster seines Hauses nach dem Beschuss durch die Ukraine.  © Uncredited/AP/dpa

28. März, 15.19 Uhr: Drohnenkrieg - Ukraine und Russland melden Opfer

In der Ukraine und in Russland gibt es nach gegenseitigen Drohnenangriffen massive Zerstörungen und zivile Opfer. Zwei Männer starben in der südukrainischen Stadt Krywyi Rih im Gebiet Dnipropetrowsk, wie die Militärverwaltung mitteilte.

Zwei Menschen seien verletzt worden. In einem Industriebetrieb habe es Schäden und Brände gegeben. Im Gebiet Poltawa in der Zentralukraine starb laut Behörden ein Mensch bei einem Drohnenangriff. In Odessa am Schwarzen Meer meldeten die Behörden nach einem russischen Drohnenangriff einen Toten und elf Verletzte.

"Der Feind hat erneut die zivile Infrastruktur der Stadt angegriffen", sagte Odessas Militärverwaltungschef Serhij Lyssak. In einem Stadtteil sei das Dach einer Geburtsklinik getroffen worden. "Glücklicherweise konnten sich das Personal und die Patientinnen rechtzeitig in einen Schutzraum begeben", sagte er. In einem mehrstöckigen Wohnhaus seien zudem zwei Stockwerke teils beschädigt worden.

28. März, 7.30 Uhr: US-Außenminister bezichtigt Selenskyj der Lüge

US-Außenminister Marco Rubio hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj der Lüge über die Position Washingtons bei den Ukraine-Verhandlungen bezichtigt.

"Das ist eine Lüge", sagte Rubio am Rande des G7-Außenministertreffens nahe Paris vor Journalisten mit Blick auf Äußerungen Selenskyjs, die USA bestünden auf einer Abtretung des gesamten ostukrainischen Donbass an Russland als Voraussetzung für Sicherheitsgarantien.

"Ich habe mitbekommen, dass er das gesagt hat, und es ist bedauerlich, dass er das gesagt hat, denn er weiß, dass das nicht stimmt", fügte Rubio an. Selenskyj sei lediglich gesagt worden, dass "Sicherheitsgarantien für die Ukraine solange nicht in Kraft treten werden, bis der Krieg zu Ende geht." Dies sei "offensichtlich", sagte Rubio und es sei nicht in Verbindung mit Gebietsabtretungen der Ukraine gebracht worden.

US-Außenminister Marco Rubio (54) hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) der Lüge über die Position Washingtons bei den Ukraine-Verhandlungen bezichtigt.
US-Außenminister Marco Rubio (54) hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) der Lüge über die Position Washingtons bei den Ukraine-Verhandlungen bezichtigt.  © Montage: Sven Hoppe/dpa, Michael Kappeler/dpa

28. März, 6 Uhr: Mindestens drei Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens drei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden.

In der Hafenstadt Odessa sei bei einem nächtlichen Angriff ein Mensch getötet worden, erklärte die örtliche Militärverwaltung am Samstag. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt, unter ihnen ein Kind. Getroffen wurden bei den Angriffen den Angaben zufolge ein Krankenhaus und mehrere Wohngebäude in Odessa.

In der Stadt Krywyj Rih wurden nach Angaben der Regionalverwaltung bei einem morgendlichen Angriff auf ein Industrieunternehmen zwei Männer getötet. Zwei weitere Menschen wurden demnach verletzt. Nach dem Angriff seien Feuer ausgebrochen.

27. März, 18.16 Uhr: Putin schließt Wiederannäherung mit Europa nicht aus

Russland schließt nach Worten von Präsident Wladimir Putin eine Wiederannäherung an die europäischen Staaten nicht aus.

Es sei klar, dass das Verhältnis zu Europa derzeit in einer Krise sei, sagte Putin nach Kremlangaben bei einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates in Moskau. "Wir haben eine Entwicklung dieser Beziehungen, eine Wiederherstellung dieser Beziehungen niemals abgelehnt", sagte er.

Als Ursache des Zerwürfnisses nannte er zum wiederholten Mal den Sturz des moskaufreundlichen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch nach Massenprotesten 2014. Putin sprach von einem Staatsstreich, der von den USA und mehreren europäischen Staaten unterstützt worden sei. Damit beginne "die Kette tragischer Ereignisse, die sich bis heute in der Ukraine abspielen".

Putin öffnet die Tür für Gespräche mit Europa – doch die Schuld für das zerrüttete Verhältnis sieht er nicht bei sich.
Putin öffnet die Tür für Gespräche mit Europa – doch die Schuld für das zerrüttete Verhältnis sieht er nicht bei sich.  © Pelagiya Tikhonova/Pool Sputnik Kremlin/dpa

27. März, 18.10 Uhr: Wadephul warnt - Ukraine-Hilfe darf wegen Iran nicht bröckeln

Außenminister Johann Wadephul (63) warnt davor, dass die Unterstützung der Ukraine wegen des Iran-Kriegs weiter bröckelt.

"Es darf keine Abstriche geben, wenn es um die Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine geht", sagte der CDU-Politiker nach Ukraine-Gesprächen der Außenminister der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien (G7) bei Paris. Dies würde Kremlchef Wladimir Putin nur in die Hände spielen.

27. März, 12.15 Uhr: Ukraine verkündet Rüstungskooperation mit Saudi-Arabien

Die Verteidigungsministerien der Ukraine und von Saudi-Arabien haben sich nach ukrainischen Angaben auf eine Rüstungskooperation geeinigt und ein erstes Abkommen unterzeichnet.

"Es legt die Grundlage für weitere Verträge, technologische Zusammenarbeit und Investitionen und stärkt die internationale Rolle der Ukraine als Lieferant von Sicherheit", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) auf sozialen Netzwerken. Selenskyj hatte demnach ein Treffen mit dem saudischen Kronprinzen.

27. März, 10.31 Uhr: Verletzte nach Angriffen in der Ukraine, Schäden in Russland

Bei nächtlichen russischen Angriffen aus der Luft sind in der Ukraine mehrere Menschen verletzt worden.

In der vor dem Krieg zweitgrößten Stadt des Landes Charkiw schlug nach Behördenangaben eine Rakete in einem Wohnblock ein. Acht Menschen seien dabei verletzt worden, teilte der ukrainische Katastrophenschutz bei Telegram mit. Weitere Verletzte in der Stadt gab es demnach bei Drohneneinschlägen. In der Industrieregion Dnipropetrowsk wurde zudem eine 17-Jährige bei Artillerie- und Drohnenangriffen verletzt.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland neben der Rakete auch etwas mehr als 100 Drohnen in der Nacht ein. 93 seien abgeschossen oder mit Funkstörungen zur Landung gebracht worden, teilte die Flugabwehr mit.

Titelfoto: Montage: Sven Hoppe/dpa, Michael Kappeler/dpa

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