Ukraine-Krieg: Mögliche Gebietsabtretungen - Russland gibt sich offenbar mit weniger zufrieden

Ukraine - US-Präsident Donald Trump wollte ein rasches Ende des Ukraine-Krieges erreichen. Doch Moskaus Angriffe sprechen eine andere Sprache. Was wird nun aus seinen diplomatischen Bemühungen?

Eine Russen-Rakete schlug am Donnerstagmorgen in ein Wohngebiete in Kiew ein.  © Ukrainische Armee

Die Suche nach einem Ausweg aus dem Ukraine-Krieg hat durch die verheerenden russischen Luftangriffe mit mehr als 20 Toten in Kiew einen weiteren extrem schweren Rückschlag erlitten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach Moskau jeglichen Friedenswillen ab. "Dieser Schlag zeigt ganz klar, dass sich die Ziele Russlands nicht geändert haben", sagte er in Kiew.

Trump sei traurig über die neue Eskalation, aber auch nicht überrascht, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt. Er setze sich dafür ein, dass der Krieg beendet werde.

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29. August, 13.30 Uhr: Mögliche Gebietsabtretungen - Russland gibt sich offenbar mit weniger zufrieden

Russland hat seine Forderungen zur Abtretung ukrainischen Territoriums offenbar heruntergeschraubt.

Laut dem türkischen Außenminister Hakan Fidan sei Russland bereit, einen Frieden entlang der Kontaktlinie zu akzeptieren. Die Ukraine müsse allerdings die gesamte Region Donezk abtreten – inklusive der Territorien, die derzeit nicht von Kreml-Truppen besetzt sind. Das sagte der Spitzendiplomat am Donnerstag in einem Interview mit dem türkischen Sender TGRT Haber.

Die Türkei trat wiederholt als Vermittler zwischen den Konfliktparteien auf. Zuletzt fand im türkischen Istanbul ein Friedensgipfel mit russischen und ukrainischen Vertreter statt.

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Russische Truppen bei einer Übung.  © Russisches Verteidigungsministerium

29. August, 7.07 Uhr: Nach verheerender Russen-Attacke genehmigt Weißes Haus Waffenverkauf

Das US-Außenministerium hat den Verkauf von Waffen im Wert von geschätzt 825 Millionen US-Dollar (etwa 710 Millionen Euro) an die Ukraine genehmigt.

Es gehe um Raketen mit größerer Reichweite und dazugehörige Ausrüstung, die die Ukraine angefragt habe, teilte die zuständige Behörde Defense Security Cooperation am Donnerstag (Ortszeit) in Washington mit.

28. August, 22.24 Uhr: Selenskyj: "Dies ist auch ein Schlag Russlands gegen Präsident Trump"

Nach dem schweren russischen Luftangriff mit mehr als 20 Toten in Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) Moskau jeglichen Friedenswillen abgesprochen. "Dieser Schlag zeigt ganz klar, dass sich die Ziele Russlands nicht geändert haben", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft in Kiew.

"Russland greift derzeit alle Menschen auf der Welt an, die sich nach Frieden sehnen. Dies ist ein Schlag gegen die Ukraine. Dies ist ein Schlag gegen Europa", sagte der ukrainische Staatschef. "Dies ist auch ein Schlag Russlands gegen Präsident Trump und andere globale Akteure."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) spricht Russland jeglichen Friedenswillen ab.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

28. August, 20.10 Uhr: Merz rechnet nicht mehr mit Putin-Selenskyj-Treffen

Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) geht nicht mehr von einem baldigen Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin (72) und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (47) aus.

Bei einer Zusammenkunft mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (47) in dessen Sommerresidenz Fort de Brégançon an der Côte d'Azur sagte Merz zu den diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs: "Wir müssen uns mit diesem Thema heute erneut beschäftigen und dies vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es offensichtlich nicht zu einem Treffen zwischen Präsident Selenskyj und Präsident Putin kommen wird."

Das sei "anders, als es zwischen Präsident (Donald) Trump und Präsident Putin in der letzten Woche verabredet war, als wir gemeinsam in Washington waren", sagte Merz.

Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron (47) am Donnerstag bei ihrer gemeinsamen Pressekonferenz.  © Kay Nietfeld/dpa

28. August, 16.13 Uhr: Merz verurteilt neue russische Luftangriffe

Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) hat die schweren russischen Luftangriffe auf die Ukraine "auf das Schärfste" verurteilt. "Russland hat in der Nacht wieder sein wahres Gesicht gezeigt", schrieb Merz am Donnerstag im Internetdienst X zu den Attacken vor allem gegen die ukrainische Zivilbevölkerung.

"Dass nun auch die EU-Vertretung ins Fadenkreuz geraten ist, zeugt von der wachsenden Skrupellosigkeit des russischen Regimes", fügte er hinzu.

28. August, 16 Uhr: Von der Leyen spricht mit Selenskyj und Trump

Nach dem Raketeneinschlag nahe der EU-Vertretung in Kiew hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (66, CDU) mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (47) und danach mit US-Präsident Donald Trump (79) gesprochen.

"Wir müssen einen gerechten und dauerhaften Frieden für die Ukraine mit soliden und glaubwürdigen Sicherheitsgarantien sichern, die das Land in ein stählernes Stachelschwein verwandeln werden", teilte von der Leyen im Anschluss auf der Plattform X mit.

Europa werde seinen Teil dazu beitragen, schrieb die Kommissionspräsidentin. Sie forderte außerdem, dass Kremlchef Wladimir Putin (72) an den Verhandlungstisch komme.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (66, CDU) will endlich ein Kriegsende.  © Uncredited/AP/dpa

28. August, 15.44 Uhr: Kiew fordert neue Sanktionen

Bei den schwersten russischen Luftangriffen mit Raketen und Drohnen auf die Ukraine seit Ende Juli sind nach offiziellen Angaben mindestens 18 Menschen in der Hauptstadt Kiew getötet worden. Dazu zählten auch vier Kinder, erklärte der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, auf Telegram. Laut Behörden gab es rund 50 Verletzte. Auch die EU-Vertretung und das britische Kulturinstitut in Kiew wurden beschädigt.

"Schreckliches und absichtliches Töten von Zivilisten. Die Russen wollen den Krieg nicht beenden, nur neue Schläge", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) auf der Plattform X.

Das russische Verteidigungsministerium behauptete hingegen, die Angriffe hätten Rüstungsbetrieben und ukrainischen Luftwaffenstützpunkten gegolten. Alle Ziele seien getroffen worden, hieß es.

Kiew: Städtische Arbeiter beseitigen Trümmer eines Gebäudes, in dem das britische Kulturinstitut British Council untergebracht war, nachdem es bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen im Zentrum der Stadt getroffen wurde.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

28. August, 15.30 Uhr: Rutte verurteilt russische Angriffe auf Kiew

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58) hat die nächtlichen Luftangriffe Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kiew scharf verurteilt. Es sei eine "schreckliche Attacke", die zeige, dass die russische Führung alles unternehme, um sich im Krieg in eine vorteilhafte Situation zu bringen, sagte Rutte in Würzburg, wo er Gast einer Klausur der Regierungskoalitionen war.

"Menschen starben. Wir wissen, dass unschuldige Zivilisten und die zivile Infrastruktur getroffen werden", sagte Rutte. Auch das Gebäude der EU-Delegation sei getroffen worden.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58): "Wir sollten nicht naiv in Bezug auf Wladimir Putin sein. Und die vergangene Nacht ist Beweis dafür."  © Daniel Karmann/dpa

28. August, 13.27 Uhr: Ukrainisches Kriegsschiff offenbar durch Seedrohne versenkt

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben ein ukrainisches Aufklärungsschiff mit einer Seedrohne im Donaudelta versenkt.

Getroffen worden sei das Schiff "Simferopol", teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Es wäre der erste Einsatz einer Seedrohne durch Russland. Unabhängig bestätigen lassen sich die Angaben nicht.

Bei der "Simferopol" handelt es sich offen zugänglichen Informationen nach um ein in der Erprobungsphase befindliches mittelgroßes Aufklärungsschiff.

28. August, 12.02 Uhr: Auch britisches Kulturinistut bei nächtlichem Angriff auf Kiew getroffen

Bei den nächtlichen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist das Gebäude des britischen Kulturinstituts British Council zu Schaden gekommen.

Dieses sei "stark beschädigt" und müsse deshalb vorerst geschlossen werden, teilte das Institut in einem Facebook-Beitrag mit. Die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Partnern im Bildungs- und Kulturbereich werde jedoch fortgesetzt.

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