Ukraine-Krieg: Einigung mit Putin laut Trump näher als viele denken

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Ukraine - Am Vortag des Nato-Gipfels in der Türkei hat Russland die nächste schwere Angriffswelle auf ukrainische Städte gestartet.

Aus mehreren ukrainischen Stadtteilen wurden heftige Einschläge gemeldet.
Aus mehreren ukrainischen Stadtteilen wurden heftige Einschläge gemeldet.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Kurz nach Mitternacht löste die Flugabwehr in fast allen Landesregionen Luftalarm aus, aus Kiew wurden heftige Explosionen gemeldet.

Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt, mindestens sieben Menschen getötet und zwei Dutzend weitere verletzt. Tausende seien vor den Angriffen in U-Bahn-Stationen geflohen, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent".

Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte am Abend in einer Videobotschaft davor gewarnt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin noch vor Beginn des Nato-Gipfels in der Türkei am Dienstag eine weitere Welle schwerer Luftangriffe befehlen dürfte.

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Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

6. Juli, 18.19 Uhr: Trump - Einigung im Ukraine-Krieg näher als viele denken

US-Präsident Donald Trump hat sich vor dem Nato-Gipfel optimistisch über mögliche Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geäußert.

Nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sei er sich sicher, dass dieser den Krieg beenden wolle. "Präsident Putin will, dass es endet. Das kann ich Ihnen sehr deutlich sagen", erklärte Trump im Weißen Haus.

Auf die Frage, warum Putin nach dem Telefonat dennoch offensichtlich keinen ausreichenden Druck zu verhandeln verspüre, sagte Trump, man sei mit Russland und der Ukraine in Gesprächen. Eine Einigung sei näher, "als die Menschen glauben". Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wolle ein Ende des Kriegs.

Vor dem NATO-Gipfel zeigt sich US-Präsident Donald Trump (80) optimistisch hinsichtlich möglicher Fortschritte im Ukraine-Krieg.
Vor dem NATO-Gipfel zeigt sich US-Präsident Donald Trump (80) optimistisch hinsichtlich möglicher Fortschritte im Ukraine-Krieg.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

6. Juli, 18.13 Uhr: Polnische Ukraine-Hilfen: Tusk fordert Rückkehr zu Konsens

Polens Ministerpräsident Donald Tusk fordert eine Rückkehr zu parteiübergreifender Einigkeit über Militärhilfen für die Ukraine.

"Man darf unsere Zusammenarbeit mit der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriff nicht gefährden", sagte Tusk in der Stadt Bydgoszcz, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. Er warnte andere Politiker einschließlich des rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki davor, in dieser Frage mit dem Feuer zu spielen.

6. Juli, 18.08 Uhr: Ukrainische Drohnen greifen Omsk in Sibirien an

Ukrainische Drohnen haben die mehr als 2400 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernte sibirische Industriestadt Omsk angegriffen.

"Einigen Drohnen gelang es, das nördliche Industriegebiet von Omsk zu erreichen", teilte der Gouverneur des Gebiets Omsk, Witali Chozenko, bei Telegram mit. Demnach gab es Schäden. In ukrainischen Telegramkanälen kursierten Videos, auf denen Drohnen die nördlich von Omsk liegende Erdölraffinerie anfliegen.

Augenzeugen dokumentierten auch einen Brand in der Anlage. Die Raffinerie in Omsk ist die größte in ganz Russland mit einer Verarbeitungskapazität von mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr.

6. Juli, 18.02 Uhr: Rutte ruft zu weiterer Unterstützung für die Ukraine auf

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Verbündeten vor ihrem Gipfeltreffen in Ankara zu weiterer Unterstützung für den Abwehrkampf der Ukraine aufgerufen.

"Die Ukraine verändert derzeit dank des Mutes, des Engagements und des Einfallsreichtums ihrer Streitkräfte die Dynamik auf dem Gefechtsfeld", sagte der Niederländer in Ankara.

Nato-Chef Rutte (59) macht in Ankara klar: Die Ukraine ist auf weitere Hilfe angewiesen, inzwischen aber auch stärker geworden.
Nato-Chef Rutte (59) macht in Ankara klar: Die Ukraine ist auf weitere Hilfe angewiesen, inzwischen aber auch stärker geworden.  © Hussein Malla/AP/dpa

6. Juli, 13.00 Uhr: Opferzahl nach russischem Angriff steigt

Nach einem russischen Raketenangriff ist die Zahl der Toten in der Satellitenstadt Wyschnewe am Westrand von Kiew auf fünf gestiegen. Weitere 21 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte der Zivilschutz bei Telegram mit.

Zuvor mussten den Angaben nach über 600 Menschen aus Sicherheitsgründen aus Wyschnewe evakuiert werden. Videos, die unter anderem vom Internetportal "Hromadske" veröffentlicht wurden, zeigten Folgeexplosionen mutmaßlich von gelagerter Munition nach dem Einschlag einer russischen Rakete.

Ein neuer verheerender russischer Raketenangriff forderte nicht nur in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Opfer, sondern auch im Umland.
Ein neuer verheerender russischer Raketenangriff forderte nicht nur in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Opfer, sondern auch im Umland.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

6. Juli, 12.58 Uhr: Selenskyj fordert Nato-Beschlüsse nach Raketenangriff

Nach dem schweren Drohnen- und Raketenangriff auf Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Nato zu mehr Hilfe bei der Flugabwehr aufgerufen.

"Es ist äußerst wichtig, dass die Welt, allen voran Amerika und unsere europäischen Partner, vom Nato-Gipfel starke Entscheidungen zur Unterstützung unserer Luftabwehr und zum Schutz von Zivilisten mitbringen", schrieb Selenskyj bei Telegram.

Seinen Angaben nach hat das russische Militär in der Nacht neben 351 Drohnen auch 68 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. "Unsere Kämpfer haben heute ein gutes Resultat beim Abschuss von Drohnen und Marschflugkörpern gezeigt, aber leider nicht gegenüber der russischen Ballistik". Grund dafür sei das Fehlen von Flugabwehrraketen in der Ukraine, klagte Selenskyj.

Ballistische Raketen kann Kiew nur mithilfe westlicher Flugabwehrsysteme, speziell des US-Raketenkomplexes Patriot abwehren.

6. Juli, 9 Uhr: Raffinerie in russischem Jaroslawl attackiert

Die Ukraine hat Russland nach Angaben aus Moskau mit mehr als 500 Drohnen angegriffen. 519 Drohnen seien abgeschossen worden, meldete das russische Verteidigungsministerium.

Derweil berichtete das unabhängige Internetportal "Astra" von einem erneuten Angriff auf die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau. Auf in sozialen Netzwerken kursierenden Bildern seien Rauchwolken über der Anlage zu erkennen. Die Raffinerie ist in der Vergangenheit schon mehrfach attackiert worden.

Offiziell gibt es keine Angaben zu möglichen Schäden an der Ölverarbeitungsanlage. Laut dem Jaroslawler Gouverneur Michail Jewrajew hat die Flugabwehr mehr als 70 Drohnen abgeschossen. "Zwei Menschen haben Splitterverletzungen erlitten", sie würden im Krankenhaus behandelt, schrieb er auf Telegram. Er warnte vor möglichen weiteren Angriffen.

Die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau soll bei einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen worden sein. (Symbolfoto)
Die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau soll bei einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen worden sein. (Symbolfoto)  © ---/AP/dpa

6. Juli, 6.11 Uhr: Trump trifft Selenskyj am Mittwoch am Rande des Nato-Gipfels

Im zähen Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs trifft sich US-Präsident Donald Trump am Rande des Nato-Gipfels mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die Begegnung finde am Mittwochnachmittag statt, teilte eine Regierungssprecherin mit. Der zweitägige Gipfel beginnt am Dienstag in der türkischen Hauptstadt Ankara.

Keine der beiden Kriegsparteien mache nennenswerte militärische Fortschritte, betonte ein hochrangiger US-Beamter vor Journalisten. Gleichzeitig entstünden enorme Kosten, und es gebe Angriffe beider Seiten weit ins jeweils andere Land. "Der Präsident verspürt daher ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, zu versuchen, das zu einem Ende zu bringen."

Man sei zuversichtlich, Fortschritte erzielen zu können, wenn Trump und Selenskyj zusammenkommen – und er sei sich sicher, dass sich Trump auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Verbindung setzen werde.

Beim Nato-Gipfel soll die Ukraine nun auch ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich Vertreter der 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump treffen sich am Mittwoch am Rande des NATO-Gipfels.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump treffen sich am Mittwoch am Rande des NATO-Gipfels.  © Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

5. Juli, 22.23 Uhr: Selenskyj rechnet mit massiven russischen Attacken vor Nato-Gipfel

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara. In einer Warnung auf Facebook berief er sich dabei auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes.

"Das entspricht ganz Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara", sagte er. Russland wolle schlicht "noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten". Die Vertreter der Nato kommen am Dienstag und Mittwoch in der türkischen Hauptstadt zusammen.

Gleichzeitig appellierte Selenskyj an die Partner der Ukraine, die Flugabwehr seines Landes zu unterstützen: "Jede Verzögerung bei der Lieferung von Raketen für unsere Flugabwehr und für die Patriot-Systeme kostet Menschenleben und ermutigt Russland, den Krieg fortzusetzen."

Wolodymyr Selenskyj (48) rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara.
Wolodymyr Selenskyj (48) rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara.  © Sergei Grits/AP/dpa

5. Juli, 19.07 Uhr: Medwedew attackiert USA - Kein Recht, anderen zu diktieren

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat den USA das Recht abgesprochen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen.

"Die USA und das Weiße Haus haben keinerlei Recht, anderen ihren Willen aufzuzwingen", schrieb der Vizevorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats Russlands in einem Kommentar auf Telegram zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA. "Sie sollen erst einmal das Chaos in ihrem eigenen Haus in den Griff bekommen."

Die USA seien nun 250 Jahre alt. "Sind sie nun ein Vorbild oder ein "Reich des Bösen"", fragt Medwedew in dem Kommentar. Seiner Meinung nach seien sie weder das eine noch das andere. "Aber in einem Punkt sind sich die meisten Länder der Welt einig: Amerika hat kein Recht, Entscheidungen für andere zu treffen. Jeder Staat – ob klein oder groß – ist in der Lage, seine Probleme selbst zu lösen", behauptete er.

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew (60) hat den USA das Recht abgesprochen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen.
Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew (60) hat den USA das Recht abgesprochen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen.  © Ekaterina Shtukina/Pool Sputnik/dpa

5. Juli, 15.56 Uhr: Schäden und Opfer bei russischen und ukrainischen Angriffen

Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt.

Wie der Generalstab in Kiew auf Telegram mitteilte, sei in der Nacht der russische Militärflughafen Gwardejskoje auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen worden. Das Ausmaß der Schäden sei vorerst nicht bekannt. Für das russische Militär gilt dieser Flughafen als der wichtigste Stützpunkt auf der Krim.

Daneben griffen ukrainische Militärs auch wichtige Verkehrswege für den russischen Nachschub an. Unter anderem seien zwei Straßenbrücken im Donbass zerstört worden. Der Generalstab machte keine Angaben zu den dabei eingesetzten Waffen.

Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt.
Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt.  © Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade via AP/dpa

5. Juli, 10.01 Uhr: Ist ein Ende der Eskalation in Sicht? Trump führt Telefonate mit Putin und Selenskyj

Vor dem Nato-Gipfel in Ankara haben sowohl Kremlchef Wladimir Putin (73) als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) mit US-Präsident Donald Trump (80) telefoniert.

Trump und Putin hätten mit Blick auf Trumps Teilnahme an dem Gipfel kommende Woche "über die Frage einer Lösung in der Ukraine" gesprochen, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow.

Selenskyj erklärte nach seinem Telefonat mit Trump, es bestehe "die Aussicht, den Krieg zu beenden". Die Ukraine griff unterdessen am Samstag Russland massiv mit Drohnen an.

Putin habe in dem Telefonat "die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld" in der Ukraine skizziert, "wo die russischen Streitkräfte selbstbewusst vorrücken", erklärte Uschakow. Trump und Putin hatten in dem 85-minütigen Gespräch auch Themen wie den Iran und die Golfregion erzählt.

Zuvor hatte Selenskyj bereits mitgeteilt, dass er mit Trump telefoniert habe. Anlass beider Telefonate sei der 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA gewesen, teilten Moskau und Kiew mit.

Wird der US-Präsident Donald Trump (80) etwa eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine erzielen können?
Wird der US-Präsident Donald Trump (80) etwa eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine erzielen können?  © MANDEL NGAN / AFP

4. Juli, 22.15 Uhr: Ukraine kontert Moskau - kein Verlust der Stadt Kostjantyniwka

Das ukrainische Militär hat der Behauptung Moskaus widersprochen, die Stadt Kostjantyniwka im Industriegebiet Donbass erobert zu haben.

Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Auch in Dörfern noch dichter an russischen Positionen wie Iwanopyllja werde noch gekämpft.

Wladimir Putin hatte am Vorabend beim Besuch einer Kommandozentrale gesagt, die russische Armee habe Kostjantyniwka vollständig unter Kontrolle gebracht. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile der Stadt als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee.

Titelfoto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

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