Ukraine-Krieg: Ausnahmezustand auf der Krim ausgerufen

Ukraine - Die Ukraine hat nach russischen Angaben in der Nacht zum Freitag massive Drohnenangriffe auf Moskau gestartet.

Ukrainische Soldaten des Verteidigungsnachrichtendienstes bereiten den Start der Langstreckendrohne vor.  © Kay Nietfeld/dpa

Innerhalb von etwa einer Stunde seien mindestens 28 auf Moskau zusteuernde Drohnen zerstört worden, erklärte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin (68).

"Spezialkräfte der Rettungsdienste sind an den Orten im Einsatz, an denen Trümmerteile niedergegangen sind", schrieb Sobjanin auf Telegram.

Die ukrainische Armee hat in den vergangenen Monaten Russland verstärkt mit Langstreckendrohnen angegriffen. Dabei wurde insbesondere Energieinfrastruktur wie Raffinerien, Öldepots und Häfen ins Visier genommen.

Ukraine Ukraine-Krieg: Angriff mit Oreschnik-Rakete - Zahl der Verletzten steigt immer weiter

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26. Juni, 13.08 Uhr: Ausnahmezustand auf der Krim nach ukrainischen Angriffen ausgerufen

Nach den jüngsten ukrainischen Angriffen haben die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim den Ausnahmezustand ausgerufen.

"Es ist eine Entscheidung getroffen worden … Dekrete zu unterzeichnen, mit denen der Ausnahmezustand auf regionaler Ebene in der Republik Krim und der Stadt Sewastopol erklärt wird", teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow am Freitag mit. Am Vortag hatte er Stromausfälle auf der Krim infolge der ukrainischen Angriffe gemeldet.

In der Nacht zum Freitag schoss die russische Luftabwehr nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 660 ukrainische Drohnen ab, die unter anderem Ziele auf die Krim und in der Region Moskau ansteuerten. Am Sonntag war auf der Krim infolge der ukrainischen Attacken der Verkauf von Treibstoff eingestellt worden.

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In der Nacht zum Freitag schoss die russische Luftabwehr nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 660 ukrainische Drohnen ab, die unter anderem Ziele auf die Krim und in der Region Moskau ansteuerten.  © Ulf Mauder/dpa

26. Juni, 10.14 Uhr: EU will wehrfähigen Ukrainern Flucht vor Krieg erschweren

Ukrainische Männer sollen sich einem Einsatz im Krieg gegen Russland künftig schwerer entziehen können und nicht mehr so einfach Zuflucht in Deutschland oder anderen EU-Staaten finden.

23- bis 60-Jährige, die von der Ukraine keine Ausreiseerlaubnis bekommen, sollen nach einem Vorschlag der Europäischen Kommission von den vereinfachten Aufnahmeregeln für Flüchtlinge ausgenommen werden.

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine finden in der Europäischen Union nach der sogenannten Massenzustromrichtlinie Aufnahme, ihre Schutzersuchen werden also nicht individuell geprüft. Das macht es Ukrainern bisher wesentlich leichter, in der EU Schutz zu erhalten, als flüchtenden Menschen aus anderen Gruppen.

Diese Regelung will die EU-Kommission um ein weiteres Jahr bis März 2028 verlängern. Das soll allerdings nicht mehr für die betroffenen Männer gelten: Nach Willen der Behörde müssten sie künftig einen Asylantrag stellen, hätten also deutlich geringere Aussichten auf Schutz und eine Aufenthaltserlaubnis.

Ukrainische Soldaten der 33. mechanisierten Brigade evakuieren ihren Kameraden während einer Übung in der Region Charkiw.  © Andrii Marienko/AP/dpa

26. Juni, 6.31 Uhr: Verletzte nach Raketenangriff auf Kiew

Mindestens zwei Menschen sind nach Behördenangaben bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew verletzt worden. Die beiden Verletzten seien ambulant behandelt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit.

Seinen Angaben nach sind im Stadtbezirk Darnyzkyj im Südosten der ukrainischen Hauptstadt Lager in Brand geraten. Über weitere Schäden ist bisher nichts bekannt.

Vor den Einschlägen hatte die ukrainische Luftwaffe Raketenalarm für Kiew gegeben. Russland beschießt in dem seit mehr als vier Jahre dauernden Krieg auch immer wieder Kiew mit Drohnen und Raketen.

Nach einem russischen Angriff auf Kiew steigt Rauch über der Innenstadt auf.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

25. Juni, 21.37 Uhr: Selenskyj will Russland mit 40-Tage-Geheimdienstoperation zum Frieden zwingen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat eigenen Angaben zufolge eine neue Geheimdienstoperation abgesegnet.

Die Operation werde 40 Tage dauern und diene dazu, Russland zum Frieden zu zwingen, schrieb er auf sozialen Netzwerken nach einem Treffen mit dem Chef des Inlandsgeheimdienstes SBU, Jewheni Chmara. Details nannte er nicht.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat eine 40-tägige Geheimdienstoperation angekündigt.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

25. Juni, 19.10 Uhr: Lukaschenko ruft zu Verhandlungen auf

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko (71) ruft nach Spekulationen um eine Beteiligung seines Landes am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu Gesprächen auf.

Er habe erst kürzlich eine Delegation des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) empfangen und diesen davor gewarnt, Belarus in den Krieg hineinzuziehen, sagte Lukaschenko bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Moskauer Umlands. "Unsere Position ist friedliebend", sagte Lukaschenko der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge. "Lasst uns verhandeln, Leute."

Lukaschenko betonte, keine Angriffsabsichten zu haben. Auf der anderen Seite ständen nur Einheiten der ukrainischen Territorialverteidigung. "Werden wir etwa auf diese Maschinenschlosser, Melkerinnen und Arbeiter schießen, die gar nicht gegen die Belarussen kämpfen wollen? Auch wir wollen nicht gegen die Ukrainer kämpfen", betonte der belarussische Staatschef. Darüber habe er in der Vergangenheit auch mit Kremlchef Wladimir Putin (73) geredet. Er sei sogar bereit, die Grenze zu öffnen, damit Ukrainer im belarussischen Grenzgebiet nach Beeren und Pilzen suchen könnten.

Der Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko (71), appelliert an Russland und die Ukraine.  © Pavel Bednyakov/Pool Ap/dpa

25. Juni, 18.23 Uhr: Ukraine bekommt 3,4 Milliarden Dollar von der Weltbank

Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko (40) weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank bekommen.

Die Abkommen seien bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig (Gdansk) geschlossen worden, sagte Swyrydenko laut einer Mitteilung. Sie traf dort mit Weltbank-Präsident Ajay Banga (66) zusammen.

Den Angaben nach sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung von Staat und Wirtschaft in dem vom Krieg gezeichneten Land. 1,04 Milliarden US-Dollar werden speziell für wirtschaftliche Entwicklung als Kredit gegeben, garantiert durch Großbritannien und Japan.

25. Juni, 16.10 Uhr: Russland wartet auf weiteren Dialog mit USA

Rund eine Woche nach dem G7-Gipfel wartet Moskau nach Worten von Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) auf eine Fortsetzung des Dialogs mit den USA.

Man schätze die Bemühungen der amerikanischen Verhandler im Ukraine-Krieg, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Aber es sei unmöglich, solche Anstrengungen zu unternehmen, während man auf einer der Seiten in den Krieg verwickelt sei, sagte er. Moskau wisse, dass das US-Verhandlungsteam das gut verstehe.

Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) hat sich zu Wort gemeldet.  © Alexei Nikolsky/AP/dpa

25. Juni, 11.19 Uhr: EU zahlt erste Milliarden aus

Die Ukraine erhält heute die erste Zahlung des 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehens der EU. Rund drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen würden ausgezahlt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig.

In den kommenden Tagen solle zudem zusätzliches Geld für die Drohnenproduktion an Kiew fließen. "Das ist gelebte Solidarität", betonte von der Leyen.

Von den neuen EU-Finanzhilfen in Höhe von 90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen. Die Hälfte des Geldes soll bereits in diesem Jahr fließen - weitere 45 Milliarden könnten dann im kommenden Jahr folgen.

Die EU hatte im April den Weg für den Unterstützungskredit freigemacht, nachdem der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orban ihn zuvor monatelang blockiert hatte. Das Geld soll dem Land die Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und es vor einer Staatspleite bewahren.

Das Finanzierungskonzept sieht vor, das Geld für das Darlehen zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufzunehmen. Die Ukraine soll das Geld dann nur zurückzahlen müssen, wenn Russland nach einem Ende seines Angriffskriegs Entschädigungszahlungen für die entstandenen Schäden leistet.

Soldaten des ukrainischen Verteidigungsministeriums stellen an einem ungenannten Ort in der Ukraine Drohnen gegen Russland auf.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

25. Juni, 9.50 Uhr: Russische Behörden - Tote auf Krim und in Russland

Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden mindestens zwei Menschen infolge ukrainischer Angriffe getötet worden.

Eines der Opfer sei minderjährig, teilte der von Russland eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow mit. Zwei weitere seien bei der Attacke im Umland von Simferopol verletzt worden.

In der russischen Grenzregion Brjansk kamen nach Angaben des kommissarischen Gebietsgouverneurs, Jegor Kowaltschuk, ebenfalls zwei Menschen ums Leben. Eine Drohne sei in ein Auto beim Dorf Solowa eingeschlagen und habe den 23 Jahre alten Fahrer und eine 15-jährige Mitfahrerin getötet.

In der südrussischen Region Krasnodar lösten ukrainische Drohnenangriffe nach Behördenangaben Brände aus. Auf dem Gelände eines Öllagers in der Siedlung Poltawskaja sei durch herabstürzende Drohnentrümmer ein Feuer ausgebrochen, schrieb der Zivilschutzstab der Region bei Telegram. Das Öllager war bereits in der vergangenen Woche getroffen worden. Im Kreis Abinski sei zudem ein Feuer auf einem Fabrikgelände durch herabstürzende Drohnentrümmer ausgelöst worden.

Ukrainische Soldaten des Verteidigungsnachrichtendienstes bereiten den Start der Langstreckendrohne An-196 Ljutyj an einem ungenannten Ort in der Ukraine vor. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

25. Juni, 6.12 Uhr: Hilfen für Lwiw in der Westukraine

Ein Beispiel für Hilfen nannte der Bürgermeister der westukrainischen Metropole Lwiw, Andryj Sadowyj, in Danzig.

"Wir haben 2,5 Millionen Euro an Unterstützung für Lwiw erhalten und sechs Verträge mit ausländischen Partnern abgeschlossen", teilte er auf der Plattform X mit.

Die Vereinbarungen wurden mit Akteuren aus Litauen, Deutschland, Tschechien, Schweden und Frankreich geschlossen. Sadowyj betonte das gute Verhältnis zu Polen: "Entgegen allem, was man uns in letzter Zeit in der Öffentlichkeit aufzuzwingen versucht, empfängt uns Polen herzlich."

Nach dem russischen Drohnenangriff in Lwiw steigen Feuer und Rauch über dem Stadtzentrum in Lwiw auf.  © Mykola Tys/AP/dpa

25. Juni, 6.08 Uhr: Tusk versucht Streit zu entschärfen

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sprach vor der zweitägigen Konferenz in Danzig von 200 Verträgen im Milliardenwert für den Wiederaufbau.

Am Vorabend in Berlin sicherte er der Ukraine ungeachtet des aktuellen Geschichtsstreits anhaltende Unterstützung zu. Trotz der Emotionen stehe man für die Ukraine in deren Konfrontation mit Russland ein, sagte er.

Der liberale Ministerpräsident bemüht sich seit Tagen, den Streit mit Kiew zu beruhigen, während der rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki ihn verschärft hat: Er hat Selenskyj einen hohen polnischen Orden aberkannt.

Ausgelöst hat den Streit indes Selenskyj. Er benannte eine Armee-Einheit nach ukrainischen Untergrundkämpfern im Zweiten Weltkrieg. Auf deren Konto gehen aber auch Massaker an Zehntausenden Polen und Juden auf dem Gebiet der heutigen Westukraine.

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