Ukraine - In der Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet gestartet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit.
Seinen Angaben nach wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. In der Region gab es auch Raketenalarm.
Nach Angaben Sljussars wurden in Rostow mehrere private Wohnhäuser und ein Lkw beschädigt. In einem Verwaltungsgebäude sei ein Brand ausgebrochen.
Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt, die schwere Brände zeigen, die demnach bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte zunächst nicht bestätigt werden.
Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.
8. Mai, 20.12 Uhr: Trump verkündet dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und Ukraine
US-Präsident Donald Trump (79) hat eine dreitätige Waffenruhe ab Samstag im Ukraine-Krieg verkündet.
Auf Truth Social schrieb er: "Ich freue mich, bekanntgeben zu dürfen, dass es im Krieg zwischen Russland und der Ukraine einen dreitätigen Waffenstillstand (am 9., 10. und 11. Mai) geben wird." Dies umfasse die Einstellung aller Kampfhandlungen sowie einen Gefangenenaustausch von jeweils 1000 Gefangenen pro Land.
"Diese Bitte wurde direkt von mir vorgebracht, und ich weiß die Zustimmung von Präsident Wladimir Putin und Präsident Wolodymyr Selenskyj sehr zu schätzen. Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart umkämpften Krieges", so Trump.
8. Mai, 18.13 Uhr: Keine Panzer und kaum Gäste bei Putins Parade am Samstag
In gedämpfter Stimmung findet am Samstag in Moskau die traditionelle Militärparade zum Tages des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland statt.
Auf dem Roten Platz am Kreml werden Soldaten und Kadetten an Staatschef Wladimir Putin (73) vorbeimarschieren.
Auf die sonst übliche Präsentation von Militärtechnik wird aus Furcht vor ukrainischen Drohnenangriffen verzichtet. Es werden nur wenige ausländische Staatsgäste anwesend sein, ausländische Journalisten wurden vom Kreml wieder ausgeladen. Als einziger Gast aus der Europäischen Union ist der slowakische Ministerpräsident Robert Fico (61) in Moskau, der aber nicht zu der Parade geht. In der russischen Hauptstadt und anderen Städten gilt für die Bevölkerung eine Sperre des mobilen Internets.
8. Mai, 17.12 Uhr: US-Vertreter in der Ukraine erwartet
Nach Gesprächen in den USA über ein Ende des russischen Angriffskriegs erwartet Kiew in den nächsten Wochen Gesandte von US-Präsident Donald Trump (79).
Als Termin für den Besuch nannte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) die Zeitspanne bis zum Beginn des Sommers, derzeit liefen die Absprachen dazu, schrieb er in sozialen Medien.
Am Vortag war der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, zu Gesprächen in den USA. Die Treffen seien inhaltsreich gewesen, sagte Selenskyj. Thema waren demnach Vereinbarungen zu Sicherheitsgarantien und humanitäre Fragen wie der Austausch von Kriegsgefangenen.
8. Mai, 15.39 Uhr: Litauen protestiert gegen Drohungen aus Moskau
Litauen hat wegen indirekter Drohungen des Kreml gegen diplomatische Vertretungen in Kiew einen Vertreter der russischen Botschaft einbestellt und eine diplomatische Note überreicht.
Darin wurde eine von Russland ausgesprochene "Warnung" vor möglichen Vergeltungsschlägen für den Fall ukrainischer Angriffe am "Tag des Sieges" am 9. Mai scharf verurteilt.
Russlands anhaltende Aggression gegen die Ukraine sowie eine derartige Äußerung verstießen eindeutig gegen die Charta der Vereinten Nationen und das Völkerrecht, hieß es in einer Mitteilung des litauischen Außenministeriums. Sie sei als "direkte, zynische und beispiellose Drohung mit Gewalt gegen ausländische Botschaften und die Bevölkerung Kiews" zu werten.
8. Mai, 13.23 Uhr: Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Drohnenabsturz
In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach einem Drohnenabsturz ein großer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer wütete am Freitag auf einer Fläche von rund 1100 Hektar, wie die örtlichen Behörden erklärten. Der Wind erschwere die Löscharbeiten.
Die radioaktiven Strahlungswerte lägen "innerhalb der normalen Grenzen". Der staatliche Rettungsdienst veröffentlichte ein Bild, das eine große weiße Rauchsäule zeigt.
Zur Herkunft der Drohne wurden keine Angaben gemacht. Sie war den Behörden zufolge am Donnerstag in der Nähe des stillgelegten Atomkraftwerks abgestürzt, in dem es 1986 zur schlimmsten zivilen Nuklearkatastrophe der Geschichte gekommen war.
Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz können bei einem Waldbrand rund um Tschernobyl die durch die Atomkatastrophe abgelagerten radioaktiven Stoffe in die Atmosphäre freigesetzt werden, mit dem Rauch aufsteigen und mit den Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und die Aktivität der radioaktiven Stoffe seien in einem solchen Fall aber keinesfalls mit der Atomkatastrophe vor 40 Jahren zu vergleichen. Trotzdem können den Angaben zufolge bei großen Waldbränden radioaktive Stoffe in der Luft auch außerhalb der Sperrzone nachgewiesen werden.
Die Ukraine hat Russland wiederholt Angriffe auf Atomanlagen vorgeworfen, darunter auch Tschernobyl. Im vergangenen Jahr wurde die Schutzhülle um das Akw durch eine russische Drohne beschädigt.
8. Mai, 9.31 Uhr: Russland hält sich laut Selenskyj nicht an eigene Waffenruhe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem russischen Militär vorgeworfen, sich nicht an die von Moskau ausgerufene Feuerpause zu halten, und eigene Schläge gegen Ziele in Russland bestätigt.
"Alles deutet darauf hin, dass es von der russischen Seite nicht mal zum Schein einen Versuch gab, das Feuer an den Fronten einzustellen", schrieb er bei Telegram. Seinen Angaben nach hat Russland bis in den Morgen mehr als 850 Drohnen eingesetzt, mehr als 140 Mal ukrainische Positionen beschossen und ein Dutzend Sturmversuche unternommen. Kiew werde spiegelbildlich antworten, fügte er hinzu.
In einem weiteren Beitrag bestätigte Selenskyj den Angriff ukrainischer Drohnen auf Jaroslawl. Dort, 700 Kilometer von der Grenze entfernt, sei eine Ölanlage getroffen worden, die für die Kriegsfinanzierung Russlands wichtig sei, schrieb er. Dazu stellte er ein Video, das die brennende Raffinerie zeigen soll.
7. Mai, 20.04 Uhr: Wadephul übt scharfe Kritik an russischen Drohungen
Mit scharfer Kritik hat Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) auf indirekte Drohungen des Kreml gegen diplomatische Vertretungen in Kiew reagiert.
Die Drohungen seien "inakzeptabel", sagte er der "Bild". Wadephul sprach mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) von einem "Zeichen der Panik, die in Moskau umgeht, weil die Konsequenzen der endlosen Kette schwerster Fehlentscheidungen Putins nicht mehr zu verstecken sind".
Der Krieg gegen die Ukraine sei ein fortlaufendes Verbrechen gegenüber der Ukraine, mit jedem weiteren Tag aber auch ein Beweis der absoluten "Verachtung gegenüber den eigenen Soldaten, die als Kanonenfutter zu Tausenden in verlorene Schlachten geschickt werden", sagte der Außenminister. "Das Regime weiß genau, dass seine eigene Bevölkerung die geplante Siegesparade vor diesem Hintergrund nur als Hohn empfinden kann."
7. Mai, 20.02 Uhr: Russischer Beschuss verursacht Waldbrand in der Ukraine
Bedroht durch russische Drohnen kämpfen ukrainische Forstleute gegen einen großen Waldbrand im nördlichen Gebiet Tschernihiw direkt an der Grenze zu Russland.
Das Feuer sei durch russischen Beschuss ausgelöst worden und habe 2.400 Hektar Wald erfasst, teilte der staatliche Forstbetrieb Lissy Ukrajiny mit.
Zu dem Grenzgebiet bei den Orten Jelyne und Tychonowytschi hätten Förster aus Sicherheitsgründen schon lange keinen Zugang mehr gehabt. Mit Traktoren werde versucht, Schneisen zu ziehen, um das Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Ständig seien feindliche Drohnen in der Luft, gegen die man sich mit Störsendern wehre. Trotzdem könne ein Großteil des mobilisierten Löschgeräts nicht eingesetzt werden.
7. Mai, 19.59 Uhr: Ukraine - Russischer Raketenkreuzer beschossen
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben ein russisches Raketenschiff im Kaspischen Meer beschossen.
Getroffen worden sei eine Korvette der Karakurt-Klasse, die auch Marschflugkörper vom Typ Kalibr abschießen könne, teilte der Generalstab in Kiew auf Facebook mit.
Das Ausmaß der Beschädigungen sei noch unklar. Dazu stellte das Militär eine Wärmebildaufnahme des Schiffs, das wohl von der angreifenden Drohne stammt.
7. Mai, 19.58 Uhr: Selenskyj - Heute Gespräche mit US-Vertretern
Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs hat Kiew neue Gespräche mit den USA angekündigt.
Der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, werde an diesem Donnerstag amerikanische Vertreter treffen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj in Online-Medien mit.
Damit solle der diplomatische Prozess gestärkt werden, sagte Selenskyj. Bei dem Treffen geht es demnach um die mögliche Freilassung von Gefangenen auf beiden Seiten und die Zusammenarbeit von Kiew und Washington bei Sicherheitsfragen.
7. Mai, 19.57 Uhr: Waffenruhe hält nicht - Luftkrieg vor Moskauer Siegesparade
Vor dem traditionellen Tag des Sieges in Moskau haben Russland und die Ukraine ihren Drohnenkrieg unvermindert heftig fortgeführt.
Die Ukraine gab eine einseitig erklärte Waffenruhe nach einem Tag wieder auf und reagierte auf fortdauernde russische Attacken mit einem ihrer größten bisherigen Drohnenangriffe.
Am Freitag soll dann mit Tagesanbruch um 0.00 in Moskau (Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) eine einseitig von Russland erklärte Waffenruhe in Kraft treten. Die Waffen sollen für zwei Tage schweigen, während das Land feierlich an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland 1945 im Zweiten Weltkrieg erinnert.
7. Mai, 19.56 Uhr: Selenskyj rechtfertigt Drohnenangriffe trotz Feuerpause
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland trotz einer einseitig von Kiew erklärten Feuerpause gerechtfertigt.
"Wir haben eine Waffenruhe ab Mitternacht des 6. Mai vorgeschlagen", schrieb er in sozialen Netzwerken. "Gestern und heute ist diese Waffenruhe von Russland gebrochen worden. Die spiegelbildliche Reaktion auf die russischen Angriffe sind unsere Langstrecken-Sanktionen" - gemeint sind Drohnenangriffe tief ins russische Hinterland.
7. Mai, 19.55 Uhr: Kreml reagiert nicht auf Selenskyjs Angebot einer Waffenruhe
Der vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj annoncierten Waffenruhe ab dem 6. Mai hat der Kreml eigenen Angaben nach keine Beachtung geschenkt.
"Es gab keine Reaktion der russischen Seite darauf", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage, wie Moskau auf Kiews Ankündigung einer Feuerpause reagiert habe.
Zugleich sagte Peskow, dass Russland an dem eigenen Termin für eine Feuerpause festhalte. Diese soll demnach am 8. und 9. Mai gelten. Damit würde sie den Zeitraum zu den Feiern um den Jahrestag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg und insbesondere die in Moskau geplante Militärparade auf dem Roten Platz abdecken
7. Mai, 19.54 Uhr: Moskau meldet ukrainische Angriffe - was ist mit Waffenruhe?
Zwei Tage vor dem Tag des Sieges hat Russland ausgedehnte ukrainische Drohnenangriffe gemeldet, was Zweifel an den von Kiew und Moskau einseitig erklärten Waffenruhen weckt.
Über Nacht seien 347 feindliche Drohnen abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Diese Militärzahlen sind nicht unabhängig überprüfbar; es ist aber eine der höchsten je gemeldeten Zahlen. Betroffen waren demnach fast alle Regionen in West- und Zentralrussland.
7. Mai, 11.47 Uhr: Russische Luftangriffe trotz Kiewer Waffenruhe
Die russische Armee greift die Ukraine nach Angaben des Kiewer Militärs weiter mit Kampfdrohnen an. Die ukrainische Luftwaffe warnte in den Vormittagsstunden vor feindlichen Drohnen über den Gebieten Odessa, Cherson und Mykolajiw im Süden sowie über Sumy im Norden.
Außerdem sei eine ballistische Rakete auf die Industriestadt Dnipro abgefeuert worden. Der dortige Militärgouverneur Olexander Hanscha berichtete auf Telegram von einem Brand und Schäden an einem Lebensmittelbetrieb.
Russland ignorierte damit weiterhin eine von der Ukraine einseitig ausgerufene Waffenruhe seit Mittwoch. Allerdings hat auch die ukrainische Armee in der Nacht auf Donnerstag Russland wieder mit einer großen Zahl an Drohnen attackiert.
7. Mai, 6.39 Uhr: Drohnen nahe der russischen Grenze in Lettland abgestürzt
In Lettland sind mehrere Drohnen abgestürzt, die nach Militärangaben von Russland aus in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingeflogen waren.
Den Angaben der Streitkräfte zufolge gingen in der Nacht zu Donnerstag zwei unbemannte Flugobjekte in der ostlettischen Region Latgale nieder. Einheiten des Militärs, der Polizei und Feuerwehr sind vor Ort. Berichte über Verletzte gab zunächst es nicht. Ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte, blieb zunächst unklar.
Allerdings fielen die Vorfälle zeitlich mit ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele in Russland zusammen. Nach Angaben der Einsatzkräfte ist es möglich, dass eine der Drohnen auf ein Öllager in der Stadt Rezekne stürzte. Größere Schäden seien dort zunächst nicht zu erkennen gewesen, meldete das lettische Fernsehen unter Berufung auf die Feuerwehr.
7. Mai, 6.10 Uhr: Witkoff und Umjerow treffen sich noch diese Woche in Miami
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff wird sich US-Regierungsquellen zufolge noch in dieser Woche mit dem Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, treffen.
Umjerow solle dafür nach Miami reisen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Weißen Haus. Über die geplanten Gesprächsinhalte sowie den Zeitpunkt des Treffens wurde nichts bekannt. Aus der Ukraine gab es zunächst nur den Hinweis, dass Umjerow nicht an einem Untersuchungsausschuss vor dem Parlament in Kiew teilnehmen könne, da er auf Auslandsreise sei.
6. Mai, 23.49 Uhr: Selenskyj beklagt Verstöße, gibt Feuerpause zweite Chance
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zahlreiche Verstöße Russlands gegen die von Kiew ausgerufene Feuerpause beklagt.
Bisher antworte Russland auf den Vorschlag einer Waffenruhe nur mit neuen Schlägen und Attacken, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. "Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen", sagte er.
Russland habe ein klares Angebot bekommen und wisse, wie die Ukraine oder deren Partner für Detailfragen zu erreichen sei, sagte er. Damit gab er der Feuerpause noch eine zweite Chance.
6. Mai, 17.24 Uhr: Ukraine bekommt beschlagnahmte Millionen aus Ungarn zurück
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj beschlagnahmtes Bargeld in Millionenhöhe von Ungarn zurückbekommen.
Selenskyj sprach in sozialen Netzwerken von einem "wichtigen Schritt in den Beziehungen zu Ungarn".
Anfang März hatten ungarische Sicherheitskräfte einen routinemäßigen Geldtransport zwischen Österreich und der Ukraine auf ihrem Gebiet gestoppt. 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie 9 Kilogramm Gold wurden beschlagnahmt. Das Geld war für die ukrainische Oschadbank bestimmt.
6. Mai, 17.23 Uhr: Einseitig ausgerufene Feuerpause – Kiew kritisiert Moskau
Nach Beginn der einseitig von Kiew ausgerufenen Waffenruhe erhebt die Ukraine Vorwürfe gegen Moskau.
Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland vor, die von ihm verkündete Waffenruhe zu ignorieren. Der Kreml hat sich zu dem Vorhaben bisher nicht geäußert, aber zuvor selbst eine Feuerpause festgelegt, die aber erst später beginnen soll.
Selenskyj sprach von mehr als 1800 Verstößen innerhalb der ersten zehn Stunden, die festgestellt worden seien. Die russische Seite habe die Waffenruhe gebrochen, schrieb er in sozialen Medien. Die Reaktion der Ukraine darauf ließ er zunächst offen. Am Abend solle auf Grundlage von Berichten der Armee und des Militärgeheimdienstes über das weitere Vorgehen entschieden werden.
6. Mai, 14.27 Uhr: Russland ignoriert laut Selenskyj von Kiew ausgerufene Waffenruhe
Russland hat nach ukrainischer Darstellung die einseitig von Kiew angeordnete Feuerpause ignoriert.
"Zum jetzigen Zeitpunkt stellen wir fest, dass die russische Seite die Waffenruhe gebrochen hat", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Netzwerken. Bislang seien mehr als 1800 Verstöße festgestellt worden. Am Abend solle auf Grundlage von Berichten der Armee und des Militärgeheimdienstes über das weitere Vorgehen entschieden werden.
Die Ukraine hatte für 0 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23 Uhr MESZ) eine Waffenruhe auf unbestimmte Zeit ausgerufen und Russland aufgefordert, sich dieser anzuschließen. Moskau hatte davor jedoch erklärt, nur am Freitag und Samstag anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai das Feuer einzustellen.
6. Mai, 8.10 Uhr: Weniger Angriffe nach Beginn von Selenskyjs Waffenruhe
Im Ukraine-Krieg hat die erste Nacht der einseitig von Präsident Wolodymyr Selenskyj angeordneten Waffenruhe eine Verringerung der Angriffe gebracht.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte russischen Agenturen zufolge mit, dass in der Nacht 53 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim abgewehrt worden seien - deutlich weniger als zuletzt.
Ob die Drohnen vor oder nach Beginn der von der Ukraine angekündigten Waffenruhe abgeschossen wurden, ist nicht klar. Das Ministerium sprach von einem Zeitraum zwischen 21 Uhr und 7 Uhr Ortszeit (20 Uhr und 6 Uhr MESZ).
6. Mai, 6.33 Uhr: Rubio und Lawrow sprechen über Krieg in der Ukraine
US-Außenminister Marco Rubio und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben nach Angaben aus Washington in einem Telefonat über die Kriege in der Ukraine und im Iran gesprochen.
Außerdem seien die "Beziehungen zwischen den USA und Russland" Thema gewesen, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, am Dienstag (Ortszeit).
Am frühen Mittwochmorgen meldete derweil das Oberhaupt der von Russland annektierten Halbinsel Krim einen ukrainischen Drohnenangriff. Bei dem Angriff in der Stadt Dschankoi seien fünf Menschen getötet worden, teilte Sergej Aksjonow mit.
Zuvor hatte Russland die Ukraine kurz vor einer angekündigten Waffenruhe rund um die Siegesparade am 9. Mai zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg erneut mit heftigen Angriffen überzogen.
5. Mai, 22.04 Uhr: Viele Tote und Verletzte durch russische Bomben in Ukraine
Kurz vor einer von der Ukraineangekündigten Waffenruhe sind in der Großstadt Saporischschja infolge russischer Bombenangriffe mindestens zwölf Menschen getötet worden.
Mehr als ein Dutzend weitere wurden verletzt, wie der Gouverneur der südostukrainischen Region Saporischschja, Iwan Fedorow, bei Telegram mitteilte. Bilder zeigten schwere Schäden an Gebäuden und Rauchwolken. Die Front zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft nur etwa 20 Kilometer südlich der Stadt.
Parallel dazu wurden in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk nach Behördenangaben mindestens neun Menschen durch drei russische Bomben getötet. Es gebe zudem 16 Verletzte, teilte der Zivilschutzdienst bei Telegram mit. Dutzende Menschen mussten psychologisch betreut werden. Den Angaben nach wurde eine große Zahl an Wohnhäusern und Autos beschädigt. Mehrere Brände wurden gelöscht. Die Industriestadt im hart umkämpften Gebiet Donezk ist nur rund 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
5. Mai, 22.02 Uhr: Ukraine bekräftigt Bereitschaft zu Waffenstillstand
Kurz vor Inkrafttreten einer einseitig erklärten Feuerpause hat die Ukraine ihre Bereitschaft zu einer unbefristeten Verlängerung bekräftigt.
"Wenn die Waffenruhe gegenseitig eingehalten wird, dann setzen wir diese fort", teilte der Chef des Präsidentenbüros in Kiew, Kyrylo Budanow, auf sozialen Netzwerken mit. Das gebe Hoffnung für einen dauerhaften Frieden. "Nun ist die Russische Föderation am Zug", schrieb er. Kiew werde jeden Schritt des Kriegsgegners genau beobachten.
Tags zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Waffenruhe für die Nacht zum Mittwoch ab Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) angekündigt. Seine Erklärung folgte einer russischen Ankündigung für eine Kampfpause am Freitag und Samstag anlässlich der Feier des 81. Jahrestages des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai. Eine Reaktion des Kremls auf den ukrainischen Vorstoß stand noch aus.
5. Mai, 16.01 Uhr: Weitere Angriffe vor angekündigter Waffenruhe
Vor einer von Moskau und Kiew mit unterschiedlichem Beginn angekündigten Waffenruhe gehen die Attacken im Ukraine-Krieg weiter.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) warf Moskau diesbezüglich Zynismus vor. Es sei absolut zynisch, um eine Waffenruhe für Propagandafeierlichkeiten zu bitten, und in den Tagen davor solche Drohnen- und Raketenangriffe zu verüben, schrieb er in sozialen Medien. Russland könne jederzeit den Beschuss stoppen und das würde den Krieg und ukrainische Gegenangriffe beenden.
5. Mai, 11.08 Uhr: Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland
Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der regionalen Behörden in der russischen Großstadt Tscheboksary an der Wolga drei Menschen verletzt worden.
Einer der Verletzten sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium der Teilrepublik Tschuwaschien mit. Die Drohnen waren demnach Teil einer zweiten Angriffswelle. Bei einer ersten Attacke traf ein Marschflugkörper nach Berichten des Internetportals "Astra" die Rüstungsfabrik "WNIIIR Progress", wo Navigationsmodule für Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hergestellt werden.
Tscheboksary liegt etwa 1000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, darunter erstmals auch in dem im asiatischen Teil Russlands liegenden autonomen Kreis der Chanten und Mansen.
Im Norden Russlands wurde derweil einmal mehr die Raffinerie Kirischinefteorgsintes angegriffen. Der Gouverneur des die Millionenstadt St. Petersburg umgebenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, bestätigte einen Brand im Industriegebiet der Stadt Kirischi. Das Feuer sei inzwischen unter Kontrolle, schrieb er auf Telegram. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.
5. Mai, 9.07 Uhr: Tote und viele Verletzte nach russischen Angriffen in Ukraine
Kurz vor einer von Moskau und Kiew mit unterschiedlichem Beginn angekündigten Waffenruhe sind bei russischen Angriffen in der Ukraine mehrere Menschen getötet worden.
Im zentralukrainischen Gebiet Poltawa seien vier Menschen ums Leben gekommen, schrieb Gouverneur Witali Djakiwnytsch bei Telegram. Weitere 31 Personen seien verletzt worden. Demnach gab es Einschläge an zwei Orten im Kreis Poltawa. Ein Industriebetrieb und eine Eisenbahninfrastruktur seien beschädigt worden. Russland habe die Region mit Raketen und Drohnen angegriffen.
Der Zivilschutz teilte mit, dass unter den Toten zwei Einsatzkräfte seien. Nach einem ersten Angriff attackierte Russland den Einsatzort demnach ein zweites Mal. Unter den Verletzten sind demnach weitere 23 Rettungskräfte.
Verletzt wurden nach Behördenangaben auch zwei Menschen im Gebiet Tschernihiw und drei in der Region um die Hauptstadt Kiew.
5. Mai, 6.56 Uhr: Selenskyj kündigt Feuerpause für 5. und 6. Mai an
Nach der Ankündigung Russlands einer einseitigen Feuerpause rund um den Weltkriegsgedenktag am 9. Mai hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinerseits eine Feuerpause verkündet.
Diese werde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um Mitternacht beginnen. Zu der russischen Ankündigung einer Feuerpause sagte Selenskyj, bislang habe sein Land "keine offizielle Anfrage" zu einer Einstellung der Kampfhandlungen erhalten. Diese werde lediglich "auf russischen Online-Netzwerken behauptet".
Das russische Verteidigungsministerium hatte am Montagabend im vom russischen Staat unterstützten Onlinedienst Max geschrieben, auf Befehl von Präsident Wladimir Putin werde am 8. und 9. Mai eine Feuerpause eingehalten. Am 9. Mai wird in Russland feierlich an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert.
4. Mai, 19.42 Uhr: Russland ordnet Waffenruhe für zwei Tage an
Russland hat für den 8. und 9. Mai eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angeordnet.
Damit folge die Armee einer Anordnung von Präsident Wladimir Putin (73), teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
4. Mai, 15.42 Uhr: Viele Tote durch russische Angriffe in Ukraine
In der Ukraine sind bei russischen Angriffen mindestens acht Menschen getötet worden.
Sechs Personen seien bei einem Raketenangriff auf die Stadt Merefa im ostukrainischen Gebiet Charkiw ums Leben gekommen und weitere 24 verletzt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, bei Telegram. Getötet wurden demnach Männer und Frauen zwischen 41 und 74 Jahren. Mehrere Wohnhäuser, Hochhäuser und Läden seien beschädigt worden. Auch die Siedlung Besljudiwka wurde demnach mit einer Drohne angegriffen.
4. Mai, 14.25 Uhr: Selenskyj setzt auf rasche Auszahlung der EU-Milliarden
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt auf eine rasche Auszahlung des Kredites über 90 Milliarden Euro von der Europäischen Union.
"Es ist nötig, dass das Geld so schnell wie möglich eintrifft und die Ukraine ihr Programm zur Widerstandsfähigkeit in Vorbereitung auf den Winter umsetzen kann", schrieb er auf der Onlineplattform X.
Vor dem Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in der armenischen Hauptstadt Eriwan traf sich Selenskyj im engeren Kreis mit den europäischen Partnern, die ihm in Gesprächen mit Washington zur Seite stehen. Dazu zählten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premier Keir Starmer und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
4. Mai, 6.57 Uhr: Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe dem Zentrum Moskaus
Wenige Tage vor der traditionellen Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau ist eine ukrainische Drohne nahe dem Zentrum der russischen Hauptstadt in ein Wohnhaus eingeschlagen.
Das schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am frühen Morgen laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass auf der Plattform Telegram. Es habe keine Verletzten gegeben. Das beschädigte Gebäude - laut "Kyiv Independent" ein luxuriöses Hochhaus - liegt in einem Wohngebiet im Westen der Hauptstadt, in dem sich auch Botschaften befinden. Zwei weitere ukrainische Drohnen wurden Sobjanin zufolge von der Luftabwehr abgeschossen.
Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits Ende April mitgeteilt, aus Furcht vor ukrainischen Drohnenangriffen finde die Militärparade am Samstag in diesem Jahr ohne Panzer und Raketen statt. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg 1945.
3. Mai, 23 Uhr: Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen
Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind in der grenznahen russischen Region Belgorod mindestens zwei Menschen getötet worden.
Eine Frau sei zudem mit Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. Die dreiköpfige Familie sei in ihrem Auto im Dorf Netschajewka von einer ukrainischen Drohne attackiert worden. Die Siedlung ist knapp acht Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.
Zuvor wurde nach Angaben der Besatzungsbehörden des russisch besetzten Teils der südostukrainischen Region Saporischschja in der Kleinstadt Kamjanka-Dniprowska ein Jugendlicher durch eine Drohne getötet.