Ukraine - Der ukrainische Präsident sagt: Russlands Pläne und die echten Frontlinien klaffen auseinander. Warum die erwartete Großoffensive aus seiner Sicht ins Stocken geraten könnte.
Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zweifelt an der Stoßkraft der zu erwartenden Frühjahrsoffensive der russischen Armee.
Klar sei, dass Russland weiterhin den Osten der Ukraine sowie im Süden die Städte Saporischschja und Dnipro besetzen wolle, sagte Selenskyj in Kiew. "Es ist schwierig für sie, aber sie haben die Region Odessa im Blick."
Doch nach ukrainischer Einschätzung reichten die russischen Kräfte nicht aus. "Ihre Karten stimmen nicht mit der Realität überein – wo sich unsere Streitkräfte befinden und wo ihre Streitkräfte", sagte Selenskyj. "Sie können den März-Angriff nicht so beginnen, wie sie es wollten."
Die russische Armee ist seit Herbst 2023 ununterbrochen vorgerückt, wenn auch langsam und unter schweren Verlusten.
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3. März, 6.54 Uhr: Kiew reklamiert Angriff auf russisches Ölterminal für sich
Die Ukraine hat einen Angriff auf ein Ölterminal im Hafen der russischen Stadt Noworossijsk für sich reklamiert.
Die ukrainische Armee erklärte am Montag im Onlinedienst Facebook, das Ölterminal Schescharis in Noworossijsk sowie den Marinestützpunkt in der Schwarzmeerstadt getroffen zu haben. Auf dem Gelände gebe es einen Großbrand, hieß es weiter.
Bei dem Angriff seien fünf Menschen verletzt worden, erklärte der Gouverneur der russischen Region Krasnodar, ohne das Ölterminal zu erwähnen. In Noworossijsk sei der Ausnahmezustand ausgerufen worden, fügte er hinzu.
Die Ukraine hatte das Ölterminal in Noworossijsk und ein nahegelegenes Terminal des internationalen Caspian Pipeline Consortium (CPC) bereits im November angegriffen. Beide Terminals sind ein wichtiger Teil der russischen Ölexportinfrastruktur.
2. März, 12.35 Uhr: Russland will weiter mit USA verhandeln
Moskau bleibt nach Kremlangaben ungeachtet seiner Kritik an den US-Angriffen auf den Iran offen für eine Vermittlerrolle Washingtons im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
"Wir schätzen weiterhin die Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten sehr, vertrauen aber in erster Linie nur uns selbst", so Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland werde sich auch weiterhin ausschließlich von seinen eigenen Interessen leiten lassen, sagte er.
Unklar ist, ob wegen der Lage im Nahen Osten die von der Ukraine für Anfang März angekündigten trilateralen Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Bühne gehen können. Zuletzt hatte es in Genf solche Gespräche gegeben.
2. März, 8.04 Uhr: Ukraine attackiert russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk
Fünf Menschen wurden in der russischen Hafenstadt und Flottenbasis Noworossijsk offiziellen Angaben zufolge bei ukrainischen Drohnenangriffen verletzt.
Acht Wohnblocks und neun private Wohnhäuser seien bei der Attacke beschädigt worden, schrieb der Gouverneur von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, bei Telegram. Er rief die Bürger dazu auf, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Die Behörden riefen in Noworossijsk den Notstand aus.
Derweil berichtete das unabhängige Portal "Astra" von einem Brand im Ölterminal Schechsaris im Süden von Noworossijsk. Dieser sei mutmaßlich durch die Drohnenangriffe hervorgerufen worden, hieß es.
Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 172 Drohnen in der Nacht. 67 davon seien über dem Schwarzen Meer, 66 über dem südrussischen Gebiet Krasnodar liquidiert worden.