Ukraine-Krieg: Klitschko meldet mindestens 13 Tote bei Großangriff Russlands auf Kiew

Ukraine - Erneut sind mehrere Städte in der Ukraine zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden.

Eine Frau blickt auf ein Wohnhaus, das nach einem russischen Raketenangriff in Flammen steht.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

Aus Kiew wurden am Mittwochabend und in der darauffolgenden Nacht Explosionen gemeldet.

Nach Behördenangaben gab es mindestens acht Tote und 34 Verletzte. Mehrstöckige Gebäude - wie ein Hotel - seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent".

Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst nicht überschaubar, die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

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Im Bericht war von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn die Rede.

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2. Juli, 10.23 Uhr: Kallas kündigt Reaktion auf neue russische Angriffswelle an

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat nach den jüngsten russischen Angriffen auf Kiew und andere ukrainische Städte neue Sanktionsvorschläge angekündigt.

"Heute werde ich als Reaktion auf die Angriffe vorschlagen, weitere Einrichtungen und Unternehmen zu sanktionieren, die den russischen militärisch-industriellen Komplex unterstützen", teilte sie mit. Je stärker Moskau Zivilisten angreife, desto schärfer müssten die Sanktionen ausfallen.

"Verurteilungen allein werden die Angriffe auf Kiew nicht stoppen", erklärte Kallas. "Nur eine anhaltende militärische Unterstützung der Ukraine und ein erhöhter Druck auf Moskau können das erreichen." Man werde den Preis für Russland weiter erhöhen, bis Moskau verstehe, dass es diesen Krieg nicht gewinnen könne. Details zu den neuen Sanktionsvorschlägen nannte Kallas zunächst nicht.

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Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (49).  © Britta Pedersen/dpa

2. Juli, 9.44 Uhr: Russischer Angriff auf Kiew war laut Klitschko schwerster seit Kriegsbeginn

Der nächtliche russische Angriff auf Kiew war nach den Worten von Bürgermeister Vitali Klitschko der schwerste seit Kriegsbeginn. Klitschko erklärte den Freitag zum Trauertag in Gedenken an die Opfer des Angriffs vom Donnerstag.

Bei der Attacke mit Drohnen und ballistischen Raketen wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 13 Menschen getötet, 86 weitere wurden demnach verletzt.

Laut Vitali Klitschko war der russischer Angriff auf Kiew der schwerste seit Kriegsbeginn.  © Genya SAVILOV / AFP

2. Juli, 9.14 Uhr: Ukraine attackiert Raffinerie an der Wolga

Die Ukraine hat eine Raffinerie in der Wolgaregion Nischni Nowgorod angegriffen. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Gouverneur des russischen Gebiets, Gleb Nikitin, indirekt, als er bei Telegram von "unbedeutenden Schäden an einem Industrieobjekt und an mehreren Wohnhäusern" durch herabfallende Drohnentrümmer schrieb. Seinen Angaben nach ist durch den Angriff ein Mensch ums Leben gekommen und vier weitere wurden verletzt.

In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen einen Brand, der von der Ölraffinerie in Kstowo, einer Stadt etwa 30 Kilometer südöstlich von Nischni Nowgorod, stammen soll. Die zum Ölkonzern Lukoil gehörende Verarbeitungsanlage ist eine der größten in Russland. 

2. Juli, 8.51 Uhr: Klitschko meldet mindestens 13 Tote bei russischem Großangriff auf Kiew

Bei einem russischen Großangriff auf Kiew mit Drohnen und ballistischen Raketen sind nach jüngsten Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 13 Menschen getötet worden.

Dies teilte Klitschko am Donnerstagmorgen in Onlinenetzwerken mit, zuvor hatten Behörden von neun Toten geschrieben. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte vor diesem Hintergrund von den Verbündeten mehr Munition zur Luftverteidigung.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko.  © /dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire | Aleksandr Gusev

2. Juli, 6.54 Uhr: Reporter meldeten "unglaublich laute Explosionen"

Verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner Kiews suchten demnach in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele von ihnen hätten dort Zelte aufgeschlagen, um die Nacht vor Luftangriffen geschützt unter der Erde zu verbringen, hieß es.

Nach ersten Einschlägen am Abend wurde demnach auch am frühen Morgen wieder Luftalarm ausgelöst. Knapp ein Dutzend russische Bomber seien in der Luft, hieß es. Kurz darauf meldeten Reporter des Portals "unglaublich laute Explosionen", die selbst in tief unter der Erde gelegenen Luftschutzbunkern deutlich zu hören gewesen seien.

Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtete ebenfalls über zahlreiche Einschläge in Kiew. Auch in anderen Städten der Ukraine – darunter Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes – gab es Berichten zufolge Luftalarm und Explosionen. Informationen zu möglichen Schäden und Opfern lagen zunächst nicht vor.

2. Juli, 6.15 Uhr: Langsame Vorstöße, kaum Geländegewinne

Neben den stark gestiegenen Opferzahlen sieht sich Russlands Militär laut CSIS-Lagebericht auch mit anderen Rückschlägen auf dem Schlachtfeld konfrontiert.

So hätten die Angreifer das von ihnen kontrollierte Gebiet in der Ukraine im Frühling 2026 erstmals seit Jahren nicht mehr vergrößern können und dazu einzelne Geländegewinne der Ukrainer hinnehmen müssen. Auch seien ihre Vorstöße an der mehr als tausend Kilometer langen Front langsamer geworden.

Historisch betrachtet sei die Kampfbilanz der Russen im Ukraine-Krieg verglichen mit der anderer militärischer Großmächte nach dem Zweiten Weltkrieg ziemlich miserabel.

2. Juli, 6.13 Uhr: Russische Verluste steigen offenbar dramatisch

Abseits der täglichen Luftangriffe auf die Ukraine haben die Verteidiger laut US-Kriegsexperten zuletzt bemerkenswerte Erfolge im Abwehrkampf gegen Russland erzielt und die Verluste des Gegners stark in die Höhe getrieben.

Einem Lagebericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) zufolge machen den Russen neben ihrer stotternden Bodenoffensive und vereinzelten Geländegewinnen der Ukrainer vor allem die steigenden Gefallenenzahlen in den eigenen Reihen zu schaffen.

Insgesamt seien seit Kriegsbeginn im Februar 2022 rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden, heißt es in dem Bericht – allein 1,4 Millionen davon auf russischer Seite. Während das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten die meiste Zeit über bei 2:1 oder 3:1 gelegen habe, sei es im ersten Halbjahr 2026 schätzungsweise auf 8:1 gestiegen. Hauptgrund dafür sei der verstärkte und äußerst wirkungsvolle Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.

Die Gesamtzahl der russischen Gefallenen gab CSIS mit 400.000 bis 450.000 an, auf ukrainischer Seite seien es 125.000 bis 150.000. Ende Januar hatte die Bilanz noch bei etwa 325.000 getöteten Russen und 100.000 bis 140.000 Ukrainern gestanden. Inzwischen übersteige die monatliche Zahl der russischen Verluste auch die der Neurekrutierungen, hieß es weiter.

Ein beschädigter Helm liegt auf dem Boden an einer Stelle, an der die Leichen von vier ukrainischen Soldaten in einem Gebiet nahe der Grenze zu Russland in der Region Charkiw gefunden wurden.  © Leo Correa/AP/dpa

2. Juli, 6.09 Uhr: Selenskyj sah massiven Angriff kommen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem bevorstehenden Großangriff auf die Ukraine gewarnt.

Alle ein bis zwei Wochen gebe es massive Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen – und "heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs", sagte er am Rande einer Zeremonie zum Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft in Dublin. Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Seine Landsleute sollten Alarmsignale beachten und Schutzräume aufsuchen.

1. Juli, 20.54 Uhr: Tote nach russischen Angriffen auf Odessa und Charkiw

Bei einem russischen Raketenschlag sind im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. 13 weitere seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit.

Infolge des Angriffs gebe es Schäden auf dem Gelände eines Unternehmens. Ein ausgelöster Brand wurde seinen Angaben nach gelöscht.

Auch in der ostukrainischen Großstadt Charkiw hat es nach Behördenangaben einen Toten nach russischen Gleitbombenangriffen gegeben. Ein 15-Jähriger sei getötet worden, schrieb Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram. 32 weitere seien verletzt worden. Russland griff demnach mit sieben Gleitbomben drei Stadtteile an.

Zerstörte Fahrzeuge und Gebäudeteile nach dem jüngsten russischen Angriff auf Charkiw.  © Andrii Marienko/AP/dpa

1. Juli, 18.33 Uhr: Selenskyj will Nord-Stream-Anklage nicht kommentieren

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Anklageerhebung gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher der Nord-Stream-Anschläge vorerst nicht kommentieren.

Er kenne noch nicht alle Details, sagte er am Abend am Rande eines Besuchs in Irland in einer Pressekonferenz. Er denke, dass sich die zuständigen Behörden aus Deutschland und der Ukraine nun in Verbindung setzten. "Wenn wir mehr Details erhalten, dann können wir sicherlich reagieren", sagte Selenskyj. "Derzeit ist es noch zu früh, etwas dazu zu sagen."

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