Ukraine - Der ukrainische Präsident sagt: Russlands Pläne und die echten Frontlinien klaffen auseinander. Warum die erwartete Großoffensive aus seiner Sicht ins Stocken geraten könnte.
Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zweifelt an der Stoßkraft der zu erwartenden Frühjahrsoffensive der russischen Armee.
Klar sei, dass Russland weiterhin den Osten der Ukraine sowie im Süden die Städte Saporischschja und Dnipro besetzen wolle, sagte Selenskyj in Kiew. "Es ist schwierig für sie, aber sie haben die Region Odessa im Blick."
Doch nach ukrainischer Einschätzung reichten die russischen Kräfte nicht aus. "Ihre Karten stimmen nicht mit der Realität überein – wo sich unsere Streitkräfte befinden und wo ihre Streitkräfte", sagte Selenskyj. "Sie können den März-Angriff nicht so beginnen, wie sie es wollten."
Die russische Armee ist seit Herbst 2023 ununterbrochen vorgerückt, wenn auch langsam und unter schweren Verlusten.
Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.
3. März, 18.18 Uhr: Merz bekräftigt, dass Ukraine ihr Territorium bewahren muss
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump (79) die europäischen Positionen zum Krieg in der Ukraine bekräftigt.
"Wir alle wollen diesen Krieg so schnell wie möglich beendet sehen", sagte der CDU-Vorsitzende im Weißen Haus in Washington. "Aber die Ukraine muss ihr Territorium und ihre Sicherheitsinteressen bewahren." Er werde mit Trump über das Thema reden, sagte Merz im Oval Office.
Merz ist zum dritten Mal bei Trump im Weißen Haus. Im Juni vergangenen Jahres absolvierte er seinen Antrittsbesuch. Dieser verlief ausgesprochen harmonisch.
3. März, 16.55 Uhr: Russlands Zentralbank klagt gegen EU wegen eingefrorenem Vermögen
Die russische Zentralbank verklagt die EU wegen der dauerhaften Festsetzung russischen Vermögens.
Die EU habe mit dem Schritt gegen ihre eigenen Regularien verstoßen, argumentiert die russische Zentralbank mit Sitz in Moskau in einer Mitteilung. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, man sei von der Rechtmäßigkeit der Maßnahme vollkommen überzeugt.
Die EU hatte im Dezember beschlossen, eine Rückübertragung von in der EU festgesetzten Mitteln nach Russland unbefristet zu verbieten. 25 der 27 Mitgliedstaaten stimmten damals dafür. Dagegen votierten nur Ungarn und die Slowakei. Nach EU-Angaben geht es um mehr als 200 Milliarden Euro.
3. März, 14.21 Uhr: Selenskyj sorgt sich um Nachschub für Ukraine
Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran befürchtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Probleme für sein eigenes Land im Krieg gegen Russland.
"Es könnte schwierig werden, Raketen und Waffen für die Verteidigung unseres Luftraums zu beschaffen", sagte Selenskyj der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". "Die Amerikaner und ihre Verbündeten im Nahen Osten könnten diese zur Verteidigung benötigen, zum Beispiel Anti-Patriot-Raketen."
Der ukrainische Präsident verwies auf Erfahrungen während der Angriffe der USA und Israels auf den Iran im Juni vergangenen Jahres. Damals habe sich die Lieferung von Raketen an sein Land verzögert. "Heute ist das noch nicht geschehen, aber ich befürchte, dass es sich wiederholen könnte." Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass es "nicht zu einem langen Krieg" komme.
3. März, 6.54 Uhr: Kiew reklamiert Angriff auf russisches Ölterminal für sich
Die Ukraine hat einen Angriff auf ein Ölterminal im Hafen der russischen Stadt Noworossijsk für sich reklamiert.
Die ukrainische Armee erklärte am Montag im Onlinedienst Facebook, das Ölterminal Schescharis in Noworossijsk sowie den Marinestützpunkt in der Schwarzmeerstadt getroffen zu haben. Auf dem Gelände gebe es einen Großbrand, hieß es weiter.
Bei dem Angriff seien fünf Menschen verletzt worden, erklärte der Gouverneur der russischen Region Krasnodar, ohne das Ölterminal zu erwähnen. In Noworossijsk sei der Ausnahmezustand ausgerufen worden, fügte er hinzu.
Die Ukraine hatte das Ölterminal in Noworossijsk und ein nahegelegenes Terminal des internationalen Caspian Pipeline Consortium (CPC) bereits im November angegriffen. Beide Terminals sind ein wichtiger Teil der russischen Ölexportinfrastruktur.
2. März, 12.35 Uhr: Russland will weiter mit USA verhandeln
Moskau bleibt nach Kremlangaben ungeachtet seiner Kritik an den US-Angriffen auf den Iran offen für eine Vermittlerrolle Washingtons im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
"Wir schätzen weiterhin die Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten sehr, vertrauen aber in erster Linie nur uns selbst", so Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland werde sich auch weiterhin ausschließlich von seinen eigenen Interessen leiten lassen, sagte er.
Unklar ist, ob wegen der Lage im Nahen Osten die von der Ukraine für Anfang März angekündigten trilateralen Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Bühne gehen können. Zuletzt hatte es in Genf solche Gespräche gegeben.
2. März, 8.04 Uhr: Ukraine attackiert russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk
Fünf Menschen wurden in der russischen Hafenstadt und Flottenbasis Noworossijsk offiziellen Angaben zufolge bei ukrainischen Drohnenangriffen verletzt.
Acht Wohnblocks und neun private Wohnhäuser seien bei der Attacke beschädigt worden, schrieb der Gouverneur von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, bei Telegram. Er rief die Bürger dazu auf, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Die Behörden riefen in Noworossijsk den Notstand aus.
Derweil berichtete das unabhängige Portal "Astra" von einem Brand im Ölterminal Schechsaris im Süden von Noworossijsk. Dieser sei mutmaßlich durch die Drohnenangriffe hervorgerufen worden, hieß es.
Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 172 Drohnen in der Nacht. 67 davon seien über dem Schwarzen Meer, 66 über dem südrussischen Gebiet Krasnodar liquidiert worden.