Ukraine-Krieg: Moskau warnt Russen vor Reisen nach Deutschland

Ukraine - Zwischen Budapest und Kiew entbrennt ein immer heftigerer Streit um den geplanten Besuch einer ungarischen Delegation in der Ukraine, die den Zustand der Ölpipeline "Druschba" ("Freundschaft") überprüfen will.

Ungarns Außenminister Peter Szijjártó (47) behauptet, dass der ukrainische Präsident Selenskyj (48) lügt. (Archivbild)  © Virginia Mayo/AP/dpa

Weil der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erklärte, er wisse nichts von einer solchen Reise, warf ihm Ungarns Außenminister Peter Szijjarto (47) Lüge vor.

"Der ukrainische Präsident lügt", die Ukrainer seien in einer offiziellen Notiz über den anstehenden Besuch informiert worden, schrieb Szijjarto bei Facebook.

Der Konter aus Kiew kam umgehend: "Vielleicht haben sie dort schon vergessen, was bilaterale Beziehungen sind, aber offizielle Besuche sind eine Vereinbarung und keine "hingeworfene Notiz"", sagte Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn dem Internetportal "Ukrajinska Prawda" zufolge.

Ukraine Ukraine-Krieg: Zehntausende Familien nach russischen Angriffen ohne Strom

Der Streit dreht sich um die Forderung Budapests nach einer umgehenden Reparatur der durch russische Angriffe beschädigten Ölpipeline "Druschba". Über diese Leitung floss bis zuletzt russisches Öl über die Ukraine nach Ungarn - trotz des vor vier Jahren von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen das Nachbarland. 

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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12. März, 21.47 Uhr: Moskau warnt Russen vor Reisen nach Deutschland

Moskau hat der Regierung in Berlin Diskriminierung von Russen vorgeworfen und eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.

Das Außenministerium rate weiterhin von "nicht absolut notwendigen" Reisen nach Deutschland ab, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

"Die deutsche Obrigkeit verdächtigt weiterhin bewusst praktisch jeden russischen Bürger auf deutschem Gebiet, darunter auch dauerhaft und befristet lebende, schürt eine vergiftete Atmosphäre des Misstrauens um alle Russen, hetzt gegen Russen und Russischsprachige, behandelt sie ungerecht und willkürlich", sagte sie.

Die Diskriminierung von Russen erfolge auf unterschiedliche Art und Weise. So beschlagnahme der Zoll am Flughafen ihre persönlichen Sachen und Bargeld und verhänge anschließend hohe Geldstrafen wegen angeblicher Umgehung der Sanktionen. Die Banken schränkten Finanzdienstleistungen für Russen ein, die auch noch mit ständigen Kontrollen gegängelt würden, klagte sie.

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Moskau hat der Regierung in Berlin Diskriminierung von Russen vorgeworfen und eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.  © Ulf Mauder/dpa

12. März, 17.42 Uhr: Russischer Gastanker treibt im Mittelmeer

Im Mittelmeer treibt ein beschädigter Flüssiggas-Tanker aus Russland nach offiziellen Angaben ohne Besatzung auf die italienische Insel Lampedusa zu.

Die Schifffahrtsbehörden des EU-Mitgliedslandes Malta warnten davor, dass der 277 Meter lange Tanker "Arctic Metagaz" mit seiner Ladung von Tausenden Tonnen Gas zur Gefahr für andere Schiffe werden könnte. Möglicherweise sei das Schiff auch manövrierunfähig. 

Maltas Ministerpräsident Robert Abela zufolge ist in Malta ein Notfallplan in Vorbereitung. Das Schiff befindet sich nach Angaben der dortigen Behörden aktuell etwa 110 Kilometer entfernt von Maltas Küste in internationalen Gewässern. Andere Schiffe wurden gewarnt, sich dem Tanker näher als fünf Seemeilen (etwa neun Kilometer) zu nähern. Von italienischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung dafür, dass das Schiff auf Lampedusa zutreibt.

12. März, 17.05 Uhr: Ukraine und Rumänien starten gemeinsame Drohnenproduktion

Die Nachbarländer Rumänien und die Ukraine wollen gemeinsam militärische Drohnen produzieren. Dazu unterzeichneten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein rumänischer Amtskollege Nicusor Dan in Bukarest ein Abkommen.

Die Drohnen sollen mit ukrainischem Know-How im EU- und Nato-Land Rumänien hergestellt werden, unterstützt durch den EU-Rüstungsfonds SAFE. 

Dan betonte, dass das frühere "historische Misstrauen" zwischen beiden Ländern seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verflogen sei. Selenskyj bedankte sich für die unterstützende Position Rumäniens seit Beginn dieses Krieges.

Die beiden Präsidenten schlossen zudem ein Energie-Abkommen. Es sieht den Ausbau der Stromleitungen zwischen den beiden Ländern. Selenskyj und Dan berieten auch über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Öl- und Gasförderung aus dem Schwarzen Meer, an das beide Länder grenzen.

12. März, 11.02 Uhr: Teenagerin in Ukraine getötet

Bei einem russischen Drohnenangriff ist in der nordukrainischen Region Tschernihiw eine Teenagerin getötet worden.

Die Eltern der 2010 geborenen Jugendlichen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz mit. Drei weitere Verletzte gab es demnach in den Regionen Charkiw und Dnipropetrowsk. 

Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland in der Nacht 94 Kampfdrohnen ein. Davon seien 77 abgewehrt worden, aber es habe auch 16 Einschläge an elf Orten des Landes gegeben. 

12. März, 6.42 Uhr: "Es geht um unsere Geschichte" - Ukrainische Archive im Krieg

"Wir leben und arbeiten unter unnormalen Bedingungen", sagt Anatolii Khromov. Der 40-Jährige ist Leiter des Staatlichen Archivdienstes der Ukrainemit Sitz in Kiew.

"Inzwischen erscheinen sie uns normal, aber ich erinnere mich an Zeiten, da waren sie nicht normal." Der Ukrainer berichtet von den ständigen Bomben- und Drohnenangriffen auf sein Land, von dem bitterkalten Winter und den Stromausfällen. "Es ist sehr hart", sagt er.

In den Wirren des russischen Angriffskrieges gegen seine Heimat versucht Khromov gemeinsam mit seinem Team, die Sammlungen ukrainischer Archive zu schützen und zu erhalten. Dazu setzen sie vor allem auf die Digitalisierung der Bestände. 

Das zerstörte Kreisarchiv in Wysokopillja in der südukrainischen Region Kherson. (Archivbild)  © Dina Schelest/Arolsen Archives/dpa

12. März, 6.41 Uhr: Kiew und Budapest streiten um Besuch ungarischer Prüfer

Zwischen Budapest und Kiew entbrennt ein immer heftigerer Streit um den geplanten Besuch einer ungarischen Delegation in der Ukraine, die den Zustand der Ölpipeline "Druschba" ("Freundschaft") überprüfen will.

Weil der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erklärte, er wisse nichts von einer solchen Reise, warf ihm Ungarns Außenminister Peter Szijjarto (47) Lüge vor. "Der ukrainische Präsident lügt", die Ukrainer seien in einer offiziellen Notiz über den anstehenden Besuch informiert worden, schrieb Szijjarto bei Facebook.

Zwischen Budapest und Kiew spitzt sich der Streit um den geplanten Besuch einer ungarischen Delegation zur Kontrolle der Ölpipeline "Druschba" zu. (Archivbild)  © Zsolt Szigetvary/MTI/epa/dpa

11. März, 22.26 Uhr: Selenskyj hofft auf Plan B für weitere Hilfen aus Europa

Um die von Ungarn blockierten milliardenschweren EU-Hilfen an die Ukraine freizugeben, braucht es nach Angaben aus Kiew neue Ideen.

"Wir und Europa, wir brauchen alle einen Plan B", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview von Politico und Welt. Das sei nötig, um weitere Erpressungsversuche von Ungarns Regierungschef Viktor Orban abzuschmettern.

Ein seit langer Zeit zwischen Kiew und Budapest schwelender Streit hat sich in den letzten Wochen auch vor dem Hintergrund des Wahlkampfs in Ungarn drastisch verschärft.

"Wir und Europa, wir brauchen alle einen Plan B", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) in einem Interview von Politico und Welt.  © Sina Schuldt/dpa

11. März, 19.05 Uhr: Selenskyj lehnt Lockerung von Russland-Sanktionen ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich vor dem Hintergrund des Iran-Krieges gegen eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.

"Wenn die Sanktionen gelockert werden, dann wird diese Aggression anerkannt", sagte der Staatschef auf einer Pressekonferenz mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) in Kiew. Das wäre "absolut ungerecht". Er sei überzeugt, dass dies auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) so sehe.

Klöckner sagte wiederum, sie habe darüber als Bundestagspräsidentin nicht zu entscheiden. Sie persönlich finde es allerdings wichtig, "dass wir Russland nicht belohnen für das, was es tut".

11. März, 8.10 Uhr: Deutschland ist wichtiger Unterstützer der Ukraine

Wie Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) diese Woche ankündigte, stellt Deutschland der Ukraine angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes weitere über 200 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem Geld sollen unter anderem Aufklärungsdrohnen finanziert und der Zivilschutz unterstützt werden. Deutschland steht der Ukraine seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 bei der Verteidigung gegen die Angriffe der Armee des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Seite. Für die Bundeswehr sind die Erfahrungen, die in der Ukraine an der Front gesammelt werden, relevant - auch mit Blick auf den Aufbau eigener Drohnen-Kapazitäten.

11. März, 7.59 Uhr: Bundestagspräsidentin Klöckner besucht erstmals Kiew

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53, CDU) ist zu ihrem ersten Besuch in Kiew eingetroffen.

Die CDU-Politikerin möchte dem ukrainischen Parlament die Solidarität Deutschlands im fünften Jahr des russischen Angriffskriegs übermitteln sowie sich über Herausforderungen der Energieversorgung und Fähigkeiten in der Drohnenabwehr informieren. Am Bahnsteig in der ukrainischen Hauptstadt empfing sie der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk. 

Julia Klöckner (53, CDU) kam am Mittwochmorgen mit einem Sonderzug auf dem Bahnhof der ukrainischen Hauptstadt an und wurde dort vom Parlamentspräsidenten der Ukraine, Ruslan Stefantschuk (50), begrüßt.  © Sina Schuldt/dpa

10. März, 22.14 Uhr: Tote in Russland nach ukrainischem Angriff

In der Stadt russischen Brjansk sind nach russischen Angaben mehrere Menschen bei einem ukrainischen Raketenangriff getötet worden.

Sechs Zivilisten seien ums Leben gekommen und 37 weitere verletzt worden, schrieb Gouverneur der westrussischen Region, Alexander Bogomas, bei Telegram. Er warf der Ukraine Terror vor. Brjansk liegt nur knapp 100 Kilometer von der Grenze entfernt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von völlig gerechtfertigten Reaktionen. Eine der wichtigsten russischen Militärfabriken in Brjansk sei getroffen worden, erklärte er in einer Videobotschaft. Die Fabrik stelle Elektronik und Teile für russische Raketen her. Mit den Raketen greife Russland Städte, Dörfer und die Zivilbevölkerung der Ukraine an. "Wir verteidigen uns", sagte Selenskyj. Moskau habe die Möglichkeit, den Krieg, den es begonnen habe, zu beenden.

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