Ukraine-Krieg: Opferzahl nach russischem Angriff steigt

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Ukraine - Am Vortag des Nato-Gipfels in der Türkei hat Russland die nächste schwere Angriffswelle auf ukrainische Städte gestartet.

Aus mehreren ukrainischen Stadtteilen wurden heftige Einschläge gemeldet.
Aus mehreren ukrainischen Stadtteilen wurden heftige Einschläge gemeldet.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Kurz nach Mitternacht löste die Flugabwehr in fast allen Landesregionen Luftalarm aus, aus Kiew wurden heftige Explosionen gemeldet. Behörden und Medien berichteten über zahlreiche Einschläge in der Hauptstadt und ihren Vororten.

Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt, mindestens sieben Menschen getötet und zwei Dutzend weitere verletzt. Tausende seien vor den Angriffen in U-Bahn-Stationen geflohen, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent".

Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte am Abend in einer Videobotschaft davor gewarnt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin noch vor Beginn des Nato-Gipfels in der Türkei am Dienstag eine weitere Welle schwerer Luftangriffe befehlen dürfte. Dabei berief er sich auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes.

Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive
Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive

"Das entspricht ganz Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag (am 4. Juli) und vor dem Nato-Gipfel in Ankara" wolle er "noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten", sagte Selenskyj.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

6. Juli, 13.00 Uhr: Opferzahl nach russischem Angriff steigt

Nach einem russischen Raketenangriff ist die Zahl der Toten in der Satellitenstadt Wyschnewe am Westrand von Kiew auf fünf gestiegen. Weitere 21 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte der Zivilschutz bei Telegram mit.

Zuvor mussten den Angaben nach über 600 Menschen aus Sicherheitsgründen aus Wyschnewe evakuiert werden. Videos, die unter anderem vom Internetportal "Hromadske" veröffentlicht wurden, zeigten Folgeexplosionen mutmaßlich von gelagerter Munition nach dem Einschlag einer russischen Rakete.

Ein neuer verheerender russischer Raketenangriff forderte nicht nur in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Opfer, sondern auch im Umland.
Ein neuer verheerender russischer Raketenangriff forderte nicht nur in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Opfer, sondern auch im Umland.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

6. Juli, 12.58 Uhr: Selenskyj fordert Nato-Beschlüsse nach Raketenangriff

Nach dem schweren Drohnen- und Raketenangriff auf Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Nato zu mehr Hilfe bei der Flugabwehr aufgerufen.

"Es ist äußerst wichtig, dass die Welt, allen voran Amerika und unsere europäischen Partner, vom Nato-Gipfel starke Entscheidungen zur Unterstützung unserer Luftabwehr und zum Schutz von Zivilisten mitbringen", schrieb Selenskyj bei Telegram.

Seinen Angaben nach hat das russische Militär in der Nacht neben 351 Drohnen auch 68 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. "Unsere Kämpfer haben heute ein gutes Resultat beim Abschuss von Drohnen und Marschflugkörpern gezeigt, aber leider nicht gegenüber der russischen Ballistik". Grund dafür sei das Fehlen von Flugabwehrraketen in der Ukraine, klagte Selenskyj. 

Ballistische Raketen kann Kiew nur mithilfe westlicher Flugabwehrsysteme, speziell des US-Raketenkomplexes Patriot abwehren.

6. Juli, 9 Uhr: Raffinerie in russischem Jaroslawl attackiert

Die Ukraine hat Russland nach Angaben aus Moskau mit mehr als 500 Drohnen angegriffen. 519 Drohnen seien abgeschossen worden, meldete das russische Verteidigungsministerium.

Derweil berichtete das unabhängige Internetportal "Astra" von einem erneuten Angriff auf die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau. Auf in sozialen Netzwerken kursierenden Bildern seien Rauchwolken über der Anlage zu erkennen. Die Raffinerie ist in der Vergangenheit schon mehrfach attackiert worden.

Offiziell gibt es keine Angaben zu möglichen Schäden an der Ölverarbeitungsanlage. Laut dem Jaroslawler Gouverneur Michail Jewrajew hat die Flugabwehr mehr als 70 Drohnen abgeschossen. "Zwei Menschen haben Splitterverletzungen erlitten", sie würden im Krankenhaus behandelt, schrieb er auf Telegram. Er warnte vor möglichen weiteren Angriffen.

Die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau soll bei einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen worden sein. (Symbolfoto)
Die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau soll bei einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen worden sein. (Symbolfoto)  © ---/AP/dpa

6. Juli, 6.11 Uhr: Trump trifft Selenskyj am Mittwoch am Rande des Nato-Gipfels

Im zähen Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs trifft sich US-Präsident Donald Trump am Rande des Nato-Gipfels mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die Begegnung finde am Mittwochnachmittag statt, teilte eine Regierungssprecherin mit. Der zweitägige Gipfel beginnt am Dienstag in der türkischen Hauptstadt Ankara. 

Keine der beiden Kriegsparteien mache nennenswerte militärische Fortschritte, betonte ein hochrangiger US-Beamter vor Journalisten. Gleichzeitig entstünden enorme Kosten, und es gebe Angriffe beider Seiten weit ins jeweils andere Land. "Der Präsident verspürt daher ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, zu versuchen, das zu einem Ende zu bringen."

Man sei zuversichtlich, Fortschritte erzielen zu können, wenn Trump und Selenskyj zusammenkommen – und er sei sich sicher, dass sich Trump auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Verbindung setzen werde. 

Beim Nato-Gipfel soll die Ukraine nun auch ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich Vertreter der 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump treffen sich am Mittwoch am Rande des NATO-Gipfels.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump treffen sich am Mittwoch am Rande des NATO-Gipfels.  © Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

5. Juli, 22.23 Uhr: Selenskyj rechnet mit massiven russischen Attacken vor Nato-Gipfel

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara. In einer Warnung auf Facebook berief er sich dabei auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes.

"Das entspricht ganz Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara", sagte er. Russland wolle schlicht "noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten". Die Vertreter der Nato kommen am Dienstag und Mittwoch in der türkischen Hauptstadt zusammen.

Gleichzeitig appellierte Selenskyj an die Partner der Ukraine, die Flugabwehr seines Landes zu unterstützen: "Jede Verzögerung bei der Lieferung von Raketen für unsere Flugabwehr und für die Patriot-Systeme kostet Menschenleben und ermutigt Russland, den Krieg fortzusetzen."

Wolodymyr Selenskyj (48) rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara.
Wolodymyr Selenskyj (48) rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara.  © Sergei Grits/AP/dpa

5. Juli, 19.07 Uhr: Medwedew attackiert USA - Kein Recht, anderen zu diktieren

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat den USA das Recht abgesprochen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen.

"Die USA und das Weiße Haus haben keinerlei Recht, anderen ihren Willen aufzuzwingen", schrieb der Vizevorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats Russlands in einem Kommentar auf Telegram zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA. "Sie sollen erst einmal das Chaos in ihrem eigenen Haus in den Griff bekommen."

Die USA seien nun 250 Jahre alt. "Sind sie nun ein Vorbild oder ein "Reich des Bösen"", fragt Medwedew in dem Kommentar. Seiner Meinung nach seien sie weder das eine noch das andere. "Aber in einem Punkt sind sich die meisten Länder der Welt einig: Amerika hat kein Recht, Entscheidungen für andere zu treffen. Jeder Staat – ob klein oder groß – ist in der Lage, seine Probleme selbst zu lösen", behauptete er.

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew (60) hat den USA das Recht abgesprochen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen.
Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew (60) hat den USA das Recht abgesprochen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen.  © Ekaterina Shtukina/Pool Sputnik/dpa

5. Juli, 15.56 Uhr: Schäden und Opfer bei russischen und ukrainischen Angriffen

Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt.

Wie der Generalstab in Kiew auf Telegram mitteilte, sei in der Nacht der russische Militärflughafen Gwardejskoje auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen worden. Das Ausmaß der Schäden sei vorerst nicht bekannt. Für das russische Militär gilt dieser Flughafen als der wichtigste Stützpunkt auf der Krim. 

Daneben griffen ukrainische Militärs auch wichtige Verkehrswege für den russischen Nachschub an. Unter anderem seien zwei Straßenbrücken im Donbass zerstört worden. Der Generalstab machte keine Angaben zu den dabei eingesetzten Waffen.

Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt.
Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt.  © Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade via AP/dpa

5. Juli, 10.01 Uhr: Ist ein Ende der Eskalation in Sicht? Trump führt Telefonate mit Putin und Selenskyj

Vor dem Nato-Gipfel in Ankara haben sowohl Kremlchef Wladimir Putin (73) als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) mit US-Präsident Donald Trump (80) telefoniert.

Trump und Putin hätten mit Blick auf Trumps Teilnahme an dem Gipfel kommende Woche "über die Frage einer Lösung in der Ukraine" gesprochen, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow.

Selenskyj erklärte nach seinem Telefonat mit Trump, es bestehe "die Aussicht, den Krieg zu beenden". Die Ukraine griff unterdessen am Samstag Russland massiv mit Drohnen an.

Putin habe in dem Telefonat "die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld" in der Ukraine skizziert, "wo die russischen Streitkräfte selbstbewusst vorrücken", erklärte Uschakow. Trump und Putin hatten in dem 85-minütigen Gespräch auch Themen wie den Iran und die Golfregion erzählt.

Zuvor hatte Selenskyj bereits mitgeteilt, dass er mit Trump telefoniert habe. Anlass beider Telefonate sei der 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA gewesen, teilten Moskau und Kiew mit.

Wird der US-Präsident Donald Trump (80) etwa eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine erzielen können?
Wird der US-Präsident Donald Trump (80) etwa eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine erzielen können?  © MANDEL NGAN / AFP

4. Juli, 22.15 Uhr: Ukraine kontert Moskau - kein Verlust der Stadt Kostjantyniwka

Das ukrainische Militär hat der Behauptung Moskaus widersprochen, die Stadt Kostjantyniwka im Industriegebiet Donbass erobert zu haben.

Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Auch in Dörfern noch dichter an russischen Positionen wie Iwanopyllja werde noch gekämpft.

Wladimir Putin hatte am Vorabend beim Besuch einer Kommandozentrale gesagt, die russische Armee habe Kostjantyniwka vollständig unter Kontrolle gebracht. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile der Stadt als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee.

4. Juli, 16.02 Uhr: Geburtstagsgrüße aus Moskau an Trump

Kremlchef Wladimir Putin hat den USA zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit gratuliert. "Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Donald", leitete Putin sein Glückwunschtelegramm ein, das vom russischen Außenministerium in Moskau veröffentlicht wurde.

Die Unabhängigkeitserklärung der USA habe nicht nur den Beginn des Staates markiert, sondern sei auch ein wichtiger Meilenstein in der Weltgeschichte gewesen. Russland, damals noch unter den Zaren, habe die nordamerikanischen Kolonisten unterstützt.

Putin hob "zahlreiche ruhmreiche Kapitel" in zweieinhalb Jahrhunderten der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor. "Wir waren Verbündete in zwei Weltkriegen, haben gemeinsam die Menschheit von den Schrecken des Nationalsozialismus befreit und anschließend eine wichtige Rolle bei der Schaffung der Grundlagen der modernen Weltordnung gespielt", schrieb Putin.

Auch in der heutigen Welt trügen Russland und die USA als Atommächte eine besondere Verantwortung für die Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität auf globaler Ebene.

Wladimir Putin (73) hat Donald Trump (80) und den USA zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit gratuliert.
Wladimir Putin (73) hat Donald Trump (80) und den USA zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit gratuliert.  © Alex Brandon/AP/dpa, Pavel Byrkin/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

4. Juli, 15.01 Uhr: Selenskyj spricht mit Merz über Flugabwehr

Zwei Tage nach einem russischen Raketenangriff auf Kiew mit 30 Toten hat Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über den Bedarf der ukrainischen Flugabwehr gesprochen. "Oberste Priorität haben derzeit Raketen für die Patriot-Systeme", schrieb Selenskyj nach dem Telefonat in sozialen Netzwerken.

Es sei bei dem Telefonat darum gegangen, wie mehr Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme beschafft werden könne. "Russland spielt mit den Raketenangriffen auf die Ukraine seine letzte Karte aus. Es hat keine anderen Optionen mehr, um den Krieg in die Länge zu ziehen", erklärte Selenskyj.

Während die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. Beste Abwehrwaffe sind die Patriot-Systeme aus US-Produktion, von denen die Ukraine aber nur wenige hat. Die Vorräte an Munition dafür haben sich durch den US-Krieg gegen den Iran weiter verknappt. Deutschland hat Kiew Patriot-Einheiten abgetreten und hilft bei der Beschaffung von Raketen dafür.

Gegen Russlands ballistische Raketen helfen am besten US-Patriot-Systeme - doch davon hat die Ukraine nur wenige.
Gegen Russlands ballistische Raketen helfen am besten US-Patriot-Systeme - doch davon hat die Ukraine nur wenige.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

4. Juli, 8.37 Uhr: Tote bei Bombenangriff auf ukrainische Stadt Sumy

In der nordostukrainischen Großstadt Sumy wurden am Freitagabend mindestens vier Menschen durch einen russischen Bombenangriff getötet, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte.

Außerdem gebe es 27 Verletzte. In den Trümmern eines Wohnhauses würden noch Verschüttete vermutet. Nach Angaben der Gebietsverwaltung von Sumy hatte die russische Luftwaffe das Stadtzentrum mit sechs Gleitbomben angegriffen. Kampfjets klinken diese Bomben noch im sicheren eigenen Luftraum aus, sie werden dann über Dutzende Kilometer ins Ziel gelenkt.

Titelfoto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

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