Ukraine-Krieg: Putin wirft der Nato Kriegsvorbereitungen gegen Russland vor

Ukraine - Die Ukraine hat Medienberichten zufolge erneut strategisch wichtige Objekte in der russischen Schwarzmeerregion Krasnodar und auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim angegriffen.

Die - völkerrechtlich - ukrainische Stadt Kertsch ist ein wichtiger Verbingspunkt zwischen der Halbinsel Krim und dem russischen Festland. (Archivbild)  © Alexey NIKOLSKY / SPUTNIK / AFP

Getroffen worden seien dabei auch ein Ölterminal und ein Öldepot nahe der Großstadt Kertsch im Osten der Krim, berichtete das Internetportal "Ukrajinska Prawda".

Auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge wurde demnach mit dem Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar ebenfalls eine schon früher attackierte Anlage erneut unter Beschuss genommen.

Offiziell gibt es bislang keine Bestätigung für die Angriffe. Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich den Abschuss von insgesamt 143 ukrainischen Drohnen, ohne Angaben zu den Folgen zu machen.

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23. Juni, 14.46 Uhr: Russischer Außenminister zieht über EU- und UN-Führung her

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die EU-Spitze und das UN-Generalsekretariat verspottet.

EU-Forderungen etwa nach einem sofortigen Stopp der Kämpfe noch vor der russischen Einnahme des gesamten Donbassgebietes ließen an den geistigen Fähigkeiten der europäischen Führungsriege zweifeln, sagte Lawrow bei einem Auftritt vor ausländischen Botschaftern der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Die Führung des UN-Generalsekretariats kritisierte er derweil als traurige Gestalten.

Bei der Veranstaltung warf er der Ukraine vor, die Gespräche über ein Ende des von Kremlchef Wladimir Putin begonnenen Kriegs zu blockieren. "Wir sind bereit, sie jederzeit an dem Punkt weiterzuführen, wo sie beendet wurden", sagte Lawrow.

Zugleich erneuerte er die Forderung nach territorialen Zugeständnissen der Ukraine für einen Frieden. Die von ukrainischen Truppen kontrollierten Landstriche innerhalb der Region Donezk bezeichnete er als "illegal zurückbehaltene Territorien". 

Westliche Vermittlungsversuche lehnte er ab. Der Westen habe sich vor langer Zeit schon diskreditiert. Die Ukraine werde mit gestohlenem russischem Geld aufgerüstet, die Europäer forderten von Russland Reparationen und planten, Besatzungstruppen in der Ukraine zu stationieren, behauptete er.

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Russlands Außenminister Lawrow hat die EU und und das UN-Generalsekretariat verspottet.  © Pavel Bednyakov/AP/dpa

23. Juni, 14.45 Uhr: Putin wirft der Nato Kriegsvorbereitungen gegen Russland vor

Kremlchef Wladimir Putin hat der Nato vorgeworfen, einen Krieg gegen Russland vorzubereiten.

Bislang hätten sich die Staaten des westlichen Bündnisses darauf beschränkt, die Ukraine zu unterstützen, sagte Putin im Kreml vor Absolventen der russischen Militärakademien. Nun werde im Westen offen davon gesprochen, "dass sie sich auf einen Krieg gegen uns vorbereiten und ihre Militär- und Offensivhaushalte aufstocken".

Um die Militarisierung zu rechtfertigen, bedienten sich die Nato- und EU-Staaten falscher Behauptungen über eine angebliche militärische Bedrohung durch Russland, sagte Putin nach Kreml-Angaben. Knapp 40 Prozent der russischen Haushaltsausgaben fließen dabei in die Bereiche Militär, Rüstung und Sicherheit.

Nach Aussage Putins setzt sich Moskau für ein multipolares System der internationalen Beziehungen ein, das die militärische Sicherheit jedes Staates gewährleistet. "Gleichzeitig sind wir bereit, auf alle äußeren und inneren Bedrohungen operativ und angemessen zu reagieren", warnte der 73-Jährige.

Kremlchef Wladimir Putin wirft der NATO vor, einen Krieg gegen Russland vorzubereiten.  © Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

23. Juni, 13.04 Uhr: Selenskyj fährt nicht zu Wiederaufbaukonferenz nach Polen

Wegen eines eskalierenden Geschichtsstreits mit Polen reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht zu einer Wiederaufbaukonferenz nach Danzig (Gdansk).

Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko teilte in Kiew mit, dass sie die ukrainische Delegation leiten werde.

Kurz zuvor haben große Medien aus beiden Ländern zur Besonnenheit aufgerufen. "Dies ist eine Stunde der Bewährung für Polen und Ukrainer. Unsere Politiker sollten Weisheit und Vernunft beweisen, nach Einigung und einem Ausweg aus der Krise suchen", hieß es in dem Aufruf.  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

22. Juni, 20.29 Uhr: Abgestürzte Drohne mit Sprengsatz in Estland entdeckt

Im Südosten Estlands ist eine abgestürzte Drohne gefunden worden, die mit rund fünf Kilogramm Sprengstoff beladen war. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden handelt es sich vermutlich um ein unbemanntes Flugobjekt, das Anfang Juni in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war.

Die Drohne sei von einem Anwohner beim Mähen im hohen Gras auf einem Feld in der Gemeinde Rõuge entdeckt worden. Einige Trümmerteile seien auch in einem Baum gefunden worden, von dem sie vermutlich heruntergefallen seien, sagte der Leiter der estnischen Sicherheitspolizei, Harrys Puusepp, dem estnischen Rundfunk.

Puusepp vermutete, dass die Drohne am 3. Juni während eines ukrainischen Angriffs auf Russland auf einem Feld abstürzte. Radargeräte der estnischen Luftwaffe hatten damals mehrere Flugobjekte erfasst, woraufhin Nato-Kampfjets aufgestiegen. Kurz darauf sei das Radarsignal der Drohne aber in der Nähe des Fundorts der Trümmerteile verschwunden. 

Auch Estland fürchtet sich zunehmend vor russischen Angriffen. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

22. Juni, 17.13 Uhr: Estland erhält deutsche Flugabwehr Iris-T

Estland hat das erste Mittelstrecken-Flugabwehrsystems Iris-T aus Deutschland erhalten. Die Luftwaffe des baltischen EU- und Nato-Landes nahm auf dem Militärflugplatz Ämari eine Einheit des bodengebundenen Waffensystems des Herstellers Diehl Defence entgegen. Dies teilten das estnische Militär und das Unternehmen mit. 

Estlands Luftwaffen-Chef Riivo Valge sprach von einem "wichtigen Tag für die estnischen Streitkräfte und die estnische Luftwaffe". Iris-T ermögliche dem an Russland grenzenden Estland, Bedrohungen aus der Luft auf größere Entfernungen und in größeren Höhen als mit den bisherigen Kurzstreckensystemen zu bekämpfen. 

22. Juni, 16.44 Uhr: Ukraine attackiert russisches Zentrum für Weltraumkommunikation

Ukrainische Drohnen haben das Zentrum für Weltraumkommunikation in der Stadt Dubna 120 Kilometer nördlich von Moskau angegriffen. Den vom Generalstab in Kiew gemeldeten Angriff bestätigten später staatliche russische Stellen.

"Die Funktionstüchtigkeit der TV-Ausstrahlung und des Nachrichtenverkehrs wurde nicht gestört", teilte der Pressedienst des russischen Betreibers von Kommunikationssatelliten mit. Die Folgen des Angriffs würden beseitigt, Personal sei nicht zu Schaden gekommen, heißt es weiter in der Mitteilung. Die Ukraine machte keine Angaben zu den Folgen.

Das Zentrum in Dubna wurde zur Übertragung der Olympischen Spiele 1980 in Moskau eingerichtet. Später organisierte das Zentrum einen direkten Draht zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus. Ob das Zentrum auch für militärische Zwecke genutzt wird, ist nicht bekannt.

Die Stadt Dubna und das dort gelegene Zentrum für Weltraumkommunikation ist eng mit dem Kreml verbunden. (Archivbild)  © Alexander KAZAKOV / POOL / AFP

22. Juni, 15.06 Uhr: Fabrik in Russland brennt nach Raketenangriff

In der westrussischen Millionenstadt Woronesch ist offiziellen Angaben nach eine Fabrik bei einem Angriff mit Marschflugkörpern beschädigt worden.

"Zum derzeitigen Moment ist bekannt, dass es drei Verletzte gibt, davon ist einer schwer verletzt", schrieb Woroneschs Gouverneur Alexander Gussew bei Telegram. Seiner Darstellung nach hat die Flugabwehr mehrere "fliegende Hochgeschwindigkeitsziele" über der Stadt entdeckt und vernichtet, zugleich räumte er aber auch Schäden in den Produktionshallen eines Unternehmens ein. Darüber hinaus seien die Fassaden mehrerer Wohnblocks und eine Reihe von Autos zu Schaden gekommen, schrieb er.

Gussew gab keine Details zu dem Unternehmen bekannt. Der ukrainische Generalstab bestätigte später in einer Mitteilung den Angriff. Demzufolge wurde eine Fabrik getroffen, die elektronische Bauteile für Raketen produziert.

"Der zerstörten Kapazitäten des Objekts verschlechtern die Fähigkeit Russlands erheblich, neue Raketen zu produzieren", hieß es. Zum Einsatz seien luftbasierte Marschflugkörper gekommen. Diese werden von Flugzeugen verschossen.

Erneut wurde eine russische Fabrik von ukrainischen Marschflugkörpern getroffen. (Archivfoto)  © Andre Ballin/dpa

22. Juni, 15.04 Uhr: Lage auf Krim spitzt sich zu: Verbot von Kinderreisen

Die von Moskau eingesetzten Behörden auf der seit 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim haben die Unterbringung von Kindern zu Erholungs- und Tourismuszwecken verboten. Das gelte bis zum 1. September, hieß es in einem entsprechenden Dekret. 

"In der aktuellen Situation sind diese Maßnahmen nötig zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit", schrieb der von Russland einsetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow dazu bei Telegram und bat um Verständnis. Die Krim ist bei russischen Touristen ein beliebtes Reiseziel. Auch Kinderferienlager sind üblich. 

Die Lage auf der Krim spitzt sich zu: Die von Russland eingesetzten Behörden verbieten Reisen von Kindern in Ferienlager.  © Ulf Mauder/dpa

22. Juni, 10.41 Uhr: Tote nach russischen Angriffen an mehreren Orten der Ukraine

Durch russische Angriffe sind in der Ukraine mindestens fünf Menschen getötet worden. In der Gemeinde Snob-Nowhorodske im nordostukrainischen Gebiet Sumy habe ein Drohnenangriff das Haus einer kinderreichen Familie getroffen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit.

Ein 13-Jähriger, sein Vater und seine Großmutter seien ums Leben gekommen. Die Mutter und zwei Geschwister im Alter von 10 und 13 Jahren wurden demnach verletzt. Die Ortschaft liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt.

In Saporischschja im Südosten der Ukraine wurde eine Frau bei einem russischen Drohnenangriff getötet, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow mitteilte. Drei weitere seien verletzt worden. Der Flugkörper schlug demnach in ein Haus in einem Wohngebiet ein und löste einen Brand aus.

22. Juni, 6.09 Uhr: Wirtschaftliche Lage in Russland spitzt sich zu

Die schwarzen Wolken über der Ölraffinerie Kapotnja in Moskau sind ein klares Zeichen: Die zunächst als lokales Problem abgetane Treibstoffkrise hat ganz Russland erfasst.

So absurd es klingt: In der Rohstoffmacht wird das Benzin knapp. Lange Schlangen vor den Tankstellen sind der sichtbarste Ausdruck der wirtschaftlichen Schieflage, in die Russland nach inzwischen gut vier Jahren Krieg in der Ukraine abrutscht.

Kurz sah es so aus, als könne sich Russland mit Hilfe von US-Präsident Donald Trump berappeln. Der von Trump provozierte Iran-Krieg ließ die Ölpreise explodieren. Das Weiße Haus lockerte die Sanktionen gegen Russlands Ölsektor, für einige Monate sprudelten in Moskau wieder Petrodollar. Doch nach dem Abkommen mit Teheran und dem Ende der Sanktionserleichterungen ist die Verschnaufpause für die russische Wirtschaft vorbei. Die Gewinne aus dem Ölexport dürften zurückgehen - und daheim bekommt Russland Schwierigkeiten mit der Produktion.

An einer Tankstelle in Simferopol auf der Krim stehen Autos Schlange.  © -/AP/dpa

21. Juni, 22.13 Uhr: Selenskyj erwartet Deeskalation von Minsk

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko (71) konkrete Schritte zur Deeskalation.

"Lukaschenko muss über Worte hinaus Deeskalation demonstrieren", sagte er in einem Interview ukrainischer Medien. Eine bloße Entschuldigung des engen Verbündeten Moskaus genüge nicht: "Sein "Ich entschuldige mich" soll er für sich behalten, das funktioniert seit dem ersten Tag des Kriegs nicht mehr."

Belarus gilt als engster Verbündeter Russlands. Beim Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 griff die russische Armee auch von belarussischem Gebiet aus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew an, musste sich aber nach schweren Verlusten zurückziehen. Selenskyj spricht seit Wochen davon, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen und warnt Minsk davor.

Lukaschenko hatte erst vor kurzem Moskau und Kiew aufgerufen, den Krieg zu beenden, da ein militärischer Sieg für beide Seiten unrealistisch sei. Zugleich betonte er, die Ukraine habe von Belarus nichts zu befürchten und entschuldigte sich bei Selenskyj.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) richtet mahnende Worte an den belarussischen Machthaber.  © Michael Kappeler/dpa

21. Juni, 15.09 Uhr: Ukraine attackiert Krim - Tote und viele Verletzte

Bei neuen massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Behördenangaben im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet worden.

Nach den Attacken gebe es auch 28 Verletzte, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Morgen bei Telegram mit. Details nannte er nicht.

Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel. Im Kraftstoffterminal der Hafenstadt Kertsch sei ein Feuer ausgebrochen, eine große Rauchwolke liege über der Region, berichtete das Telegram-Portal "Krymski Weter" am Morgen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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