Ukraine-Krieg: Raketen treffen Kiew - Selenskyj beklagt fehlende Vorwarnung

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Kiew - Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist erneut von ballistischen Raketen aus Russland getroffen worden - und auch diesmal habe es keine vorherige Warnung der Verbündeten gegeben, beklagte die Staatsführung.

Ein Rettungskraft löscht einen Brand in einem mehrstöckigen Wohngebäude, das bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew in der Ukraine beschädigt wurde.
Ein Rettungskraft löscht einen Brand in einem mehrstöckigen Wohngebäude, das bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew in der Ukraine beschädigt wurde.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Unmittelbar nach Auslösung des Luftalarms waren schon die ersten Explosionen in der Millionenmetropole zu hören, wie das ukrainische Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" berichtete.

Ein neunstöckiges Wohngebäude ging nach einem Treffer in Flammen auf, laut Bürgermeister Vitali Klitschko gab es mindestens 2 Tote und mehr als 20 Verletzte.

Wie schon am Vortag hätten die internationalen Partner auch diesmal keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Abend.

Russischer Raketenangriff zerstört Lager von deutscher Firma Liqui Moly - auch Puma betroffen
Ukraine Russischer Raketenangriff zerstört Lager von deutscher Firma Liqui Moly - auch Puma betroffen

Die Geschosse seien quasi erst im Anflug auf Kiew von den Radaren entdeckt worden. Außer dem Wohnblock sei auch ein Heizkraftwerk getroffen worden. Den russischen Angreifern werde es zu einfach gemacht, beklagte Selenskyj. Am Morgen wurde dann eine weitere Angriffswelle gemeldet, deren Folgen zunächst unklar waren.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

14. Oktober, 6.49 Uhr: EU treibt Beitrittsgespräche mit Ukraine voran

Unterdessen treibt die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine voran. In Luxemburg wurden am Dienstag Gespräche über weitere Themenblöcke begonnen - namentlich über den Binnenmarkt sowie Wettbewerbsfähigkeit und inklusives Wachstum. Die irische EU-Ratspräsidentschaft sprach von einem weiteren Meilenstein für die Ukraine.

Die Entscheidung zur Ausweitung der Verhandlungen, die neben der Ukraine auch den Nachbarn Moldau betrifft, gilt für beide Länder als wichtiges Zeichen, dass sich ihre Reformanstrengungen lohnen. Vor allem die seit Jahren in den Krieg verwickelte Ukraine kosten diese Reformen viel Kraft.

Im Verhandlungsprozess zur Aufnahme in die EU soll sichergestellt werden, dass ein Kandidatenland alle Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft erfüllt. Mit einem Abschluss der Gespräche wird vor allem bei der Ukraine nicht vor dem kommenden Jahrzehnt gerechnet. Das Land ist nach Einschätzung von Experten nicht nur im Bereich der Korruptionsbekämpfung noch weit von EU-Standards entfernt.

14. Oktober, 6.47 Uhr: Selenskyj im Clinch mit Klitschko

Da Russlands Angriffe immer wieder auf die Energieversorgung der Ukraine zielen, könnte die kalte Jahreszeit mit drohenden Strom- und Heizungsausfällen für die von gut viereinhalb Kriegsjahren zermürbte Zivilbevölkerung noch härter werden. Selenskyj warf den Hauptstadtbehörden eine schlechte Vorbereitung vor.

"Jeder Kiewer sieht, dass die Stadt wirklich nicht vorbereitet ist", rügte der Staatschef in einer Videobotschaft - und griff damit auch Kritik in sozialen Netzwerken auf.

Die Situation sei schlechter als in den Wintern der vorherigen Kriegsjahre - selbst einzelne Drohnenangriffe würden schon zu Strom- und Wasserausfällen führen, kritisierte Selenskyj. Es gebe auch Probleme bei Schutzräumen, der Vorbereitung von Schulen, dem Bau von Schutzanlagen für wichtige Objekte und beim öffentlichen Nahverkehr. "Kiew hängt anderen Regionen bei der Umsetzung der Stabilitätspläne hinterher", resümierte der Präsident, ohne Bürgermeister Vitali Klitschko beim Namen zu nennen.

Der wies die Vorwürfe unter Verweis auf die besonders harten Angriffe der vergangenen Wochen zurück. "Das Stadtoberhaupt trägt nicht die Verantwortung für die Flugabwehr", sagte Klitschko zu Journalisten.

Vitali Klitschko (55), Oberbürgermeister der Stadt Kiew, spricht im Stadtrat.
Vitali Klitschko (55), Oberbürgermeister der Stadt Kiew, spricht im Stadtrat.  © Hendrik Schmidt/dpa

14. Oktober, 6.40 Uhr: US-Regierung bestreitet Vorwürfe aus Kiew

Die Ukraine verließ sich in ihrem seit 2022 andauernden Abwehrkampf gegen Russland bislang vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs, aber auch auf die anderer Nato-Mitgliedsstaaten.

Zuletzt traten jedoch wieder Spannungen zwischen den Regierungen in Kiew und Washington offen zutage. Die US-Regierung bestritt Vorwürfe aus Kiew, wonach militärische Informationen nicht mehr mit den Ukrainern geteilt würden.

Selenskyj machte aus seinem Unmut über die Situation keinen Hehl. "Das ist überhaupt nicht gerecht, wenn sie (die Russen) Energieanlagen zerstören und die Ukraine nicht einmal Warnungen vor dem Start von ballistischen Raketen erhält", schrieb er auf Telegram. Es sei wichtig, dass die USA wirklich sehen würden, was vor sich gehe und wer Schuld daran habe, dass der Krieg weitergehe.

Wolodymyr Selenskyj (48), Präsident der Ukraine, spricht während eines Briefings.
Wolodymyr Selenskyj (48), Präsident der Ukraine, spricht während eines Briefings.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

13. Oktober, 22.28 Uhr: Selenskyj kritisiert Wintervorbereitung für Kiew

Kurz vor dem nächsten Kriegswinter wirft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) den Behörden der Hauptstadt Kiew eine schlechte Vorbereitung vor.

"Jeder Kiewer sieht, dass die Stadt wirklich nicht vorbereitet ist", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Die Situation sei schlechter als in den Wintern der vorherigen Kriegsjahre. "Einzelne Drohnenangriffe führen zu Strom- und Wasserausfällen", führte Selenskyj als Beispiel an. 

Es gebe auch Probleme bei Schutzräumen, der Vorbereitung von Schulen, dem Bau von Schutzanlagen für wichtige Objekte und auch der Funktion des öffentlichen Nahverkehrs. "Kiew hängt anderen Regionen bei der Umsetzung der Stabilitätspläne hinterher", resümierte der Präsident, ohne Bürgermeister Vitali Klitschko (55) beim Namen zu nennen.

Es seien Beschlüsse und eine Beschleunigung notwendig. Dazu habe er auch mit Vertretern anderer Regionen wie dem Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, der zweitgrößten ukrainischen Stadt gesprochen. 

13. Oktober, 20.32 Uhr: Russische Behörden nehmen japanischen Journalisten fest

Der russische Geheimdienst FSB hat einen japanischen Journalisten der Zeitung "Hokkaido Shimbun" unter dem Vorwurf der Spionage festgenommen.

Die Festnahme sei im Gebiet um die Insel Sachalin im Fernen Osten des Landes erfolgt, meldeten russische Staatsmedien unter Berufung auf den Geheimdienst. Der Mann sei nach Moskau gebracht worden, wo ein Gericht zunächst zwei Monate Untersuchungshaft anordnete.

Der Reporter soll den Angaben nach Material über die Teilnahme von Einwohnern der Kurilen-Inseln an dem seit 2022 andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine gesammelt haben.

Die Arbeit von Journalisten ist in Russland nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine schwerer geworden. (Symbolfoto)
Die Arbeit von Journalisten ist in Russland nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine schwerer geworden. (Symbolfoto)  © Alexander Zemlianichenko Jr/XinHua/dpa

13. Oktober, 20.30 Uhr: Sondersitzung des Landtags zum Krieg in der Ukraine

Schon eine Woche nach der konstituierenden Sitzung des Landtags kommen die Abgeordneten an diesem Mittwoch (10.00 Uhr) zu einer Sondersitzung zusammen.

Auf der Tagesordnung steht ein Antrag von AfD und BSW mit dem Titel "Friedensgespräche statt Ausweitung des Krieges in der Ukraine". Die beiden Fraktionen, die zusammen über die Mehrheit der Stimmen im Parlament verfügen, wollen das Papier beschließen.

Darin heißt es, der Landtag solle feststellen, dass die Politik der gegen Russland gerichteten Sanktionen sowie die Waffenlieferungen und finanziellen Hilfen an die Ukraine gescheitert seien.

AfD und BSW fordern, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland sofort aufzuheben, Waffenlieferungen an die Ukraine auszusetzen und auch die finanzielle Unterstützung der Ukraine sofort einzustellen, soweit sie über humanitäre Hilfe hinausgeht.

13. Oktober, 20.29 Uhr: MI5 - Mehr Mittel gegen Staatsbedrohungen als im Kalten Krieg

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 wendet nach Angaben seines Chefs Ken McCallum 2026 mehr Ressourcen für die Abwehr staatlicher Bedrohungen auf als zur Zeit des Kalten Krieges.

Das sagte McCallum bei der Vorstellung des jährlichen Berichts zur Bedrohungslage in London. 

Die Zahl der vom MI5 behandelten Fälle im Zusammenhang mit staatlich gesteuerten Bedrohungen habe sich im letzten Jahrzehnt vervierfacht, erläuterte er. Britische Behörden melden immer wieder teils gewaltsame Vorfälle, hinter denen Drahtzieher im Auftrag von Staaten wie dem Iran oder Russland vermutet werden.

Dazu zählen etwa Spionage, Sabotage und gewaltsame Angriffe wie Brandanschläge.

13. Oktober, 13.50 Uhr: Wadephul bekräftigt Unterstützung für Ukraine

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat der Ukraine eine weitere Unterstützung in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland zugesichert und die Geschlossenheit der europäischen Verbündeten hervorgehoben.

"Wir sind geeinter als zu Beginn des Krieges", sagte Wadephul am Dienstag bei einem Sicherheitsforum in Warschau. "Wir verfügen über mehr Kapazitäten als zu Beginn des Krieges. Und wir wissen, was vor uns liegt."

Der bevorstehende Winter werde eine Herausforderung sein, sagte der Minister mit Blick auf die massiven Luftangriffe, mit denen Russland unter anderem die ukrainische Energieinfrastruktur ins Visier nimmt. "Aber wir wissen, was zu tun ist." Europa habe "tatsächlich seine Rolle gefunden", betonte Wadephul bei einer Podiumsdiskussion mit seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski, dem britischen Außenminister Ed Miliband und Norwegens Chefdiplomaten Espen Barth Eide.

Auch wenn Russland derzeit keine Bereitschaft für eine Waffenruhe zeige, müsse weiter daran gearbeitet werden, Kreml-Chef Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu holen, sagte Wadephul.

13. Oktober, 11.17 Uhr: Tote und Verletzte nach russischem Angriff auf Charkiw

Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Charkiw sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und elf weitere verletzt worden.

Bei dem Raketenangriff sei ein viergeschossiges Wohnhaus getroffen worden, teilten die ukrainischen Behörden mit. In den Trümmern des Hauses könnten noch Menschen verschüttet sein, hieß es. Rettungskräfte seien im Einsatz. Charkiw ist immer wieder das Ziel massiver russischer Luftangriffe. 

Auch in der Hauptstadt Kiew meldete Bürgermeister Vitali Klitschko Schäden an einem Wohnhaus nach einem russischen Drohnenangriff. Im Westen der Ukraine brannten im Gebiet Lwiw (früher Lemberg) laut Zivilschutz drei Wohnhäuser nach einem Drohnenangriff. Informationen zu Verletzten gab es demnach zunächst nicht. Die ukrainische Luftverteidigung meldete am Morgen, dass von 108 russischen Drohnenangriffen 88 abgewehrt worden seien.

Rettungskräfte evakuieren einen verletzten Zivilisten, nachdem ein Wohnhaus in Charkiw bei einem Luftangriff getroffen wurde.
Rettungskräfte evakuieren einen verletzten Zivilisten, nachdem ein Wohnhaus in Charkiw bei einem Luftangriff getroffen wurde.  © Andrii Marienko/AP/dpa

13. Oktober, 6.05 Uhr: Laut Trump - Putin will Deal mehr als Selenskyj

US-Präsident Donald Trump will ungeachtet der Kritik an seinem jüngsten Vorgehen im Ukraine-Krieg den Aggressor Russland nicht stärker in die Pflicht nehmen und sieht vor allem die Ukraine unter Zugzwang.

Auf die Frage einer Reporterin, was er dazu sage, dass Russland die von ihm selbst verkündete Energie-Waffenruhe verletzt habe, sagte Trump: "Nun, ich müsste mir das erst einmal ansehen, denn es gab Verstöße auf beiden Seiten." 

Auf Nachfrage, wie er Russlands Präsident Wladimir Putin dazu bewegen wolle, sich an die Waffenruhe zu halten, sagte Trump, er glaube, dass Putin eine Einigung erzielen wolle - und man den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj dazu bringen müsse, das ebenfalls zu wollen.

Auch eine weitere Reporterfrage, wo er bei Putin die Bereitschaft für eine Einigung sehe, wenn dieser die Ukraine angreife, bügelte Trump ohne ein Wort der Kritik am Kreml ab: "Ich glaube, sie werden eine Einigung erzielen. Ich glaube tatsächlich, dass Putin mehr als Selenskyj daran interessiert ist, einen Deal zu machen."

Titelfoto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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