Ukraine-Krieg: Russland meldet Tote und Verletzte nach Raketenangriff

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Kiew - Nach der Pendeldiplomatie von US-Unterhändler Steve Witkoff kommt wieder etwas Bewegung in die Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg. Russland und die Ukraine bestätigten nach einer entsprechenden US-Ankündigung eine lokal begrenzte Waffenruhe in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt Oleschky ab Dienstag.

In der Frontstadt Oleschky soll es am Dienstag ab 2 Uhr MEZ eine Waffenruhe geben. Wie lange sie dauern soll, war zunächst nicht bekannt.
In der Frontstadt Oleschky soll es am Dienstag ab 2 Uhr MEZ eine Waffenruhe geben. Wie lange sie dauern soll, war zunächst nicht bekannt.  © Ukrainian 34th Separate Marine B/Ukrainian 34th Separate Marine Brigade "Borysfen"/dpa

Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow sagte dem Verteidigungsministerium zufolge, im Rahmen einer humanitären Operation im Bereich von Oleschky würden die russischen Streitkräfte das Feuer in der Richtung Cherson dann einstellen. Auch Kiew stimmte einer Waffenruhe zu.

Die beiden Seiten teilten mit, die Waffenruhe solle am Dienstag ab 2 Uhr MEZ gelten. Wie lange sie dauern soll, war zunächst nicht bekannt.

Der Kiewer Generalstab kündigte in sozialen Medien an, die ukrainischen Streitkräfte würden alles tun, um den Einwohnern Oleschkys zu helfen und die Sicherheit und Rettung ihrer Mitbürger zu gewährleisten.

Russischer Raketenangriff zerstört Lager von deutscher Firma Liqui Moly - auch Puma betroffen
Ukraine Russischer Raketenangriff zerstört Lager von deutscher Firma Liqui Moly - auch Puma betroffen

Laut dem ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez soll gemäß der Vereinbarung eine Waffenruhe gewährleistet werden. Zudem sollen humanitäre Hilfsgüter nach Oleschky geliefert werden.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

In der Ukraine funktioniert nach tagelangen Klagen der Führung in Kiew das für die Flugabwehr wichtige US-Satelliteninternet Starlink laut Verteidigungsministerium wieder.

Die Überwachungssysteme verzeichnen eine Wiederherstellung der Starlink/Starshield-Geschwindigkeit, teilte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara mit. "Wir messen eine Geschwindigkeit von über 400 km/h, die Verbindung ist stabil", sagte er der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge auf Anfrage von Journalisten.

Die Ukraine beklagt seit Tagen, dass die Drosselung des US-Systems Starlink die Verteidigungsfähigkeit des Landes beeinträchtigt. Jetzt erklärt Verteidigungsminister Chmara, dass es wieder läuft.
Die Ukraine beklagt seit Tagen, dass die Drosselung des US-Systems Starlink die Verteidigungsfähigkeit des Landes beeinträchtigt. Jetzt erklärt Verteidigungsminister Chmara, dass es wieder läuft.  © Christoph Soeder/dpa-ENR-Pool/dpa

24. Oktober, 12.42 Uhr: Russland meldet Tote und Verletzte nach Raketenangriff

In Russland sind bei einem ukrainischen Raketenangriff im Gebiet Orjol laut Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Die Leichen seien aus den Trümmern eines Werkgebäudes gezogen worden, teilte Gouverneur Andrej Klytschkow mit. Die Behörden hatten zuvor auch acht Verletzte gemeldet. Welches Werk Ziel war, wurde nicht offiziell mitgeteilt.

Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass ein Rüstungsbetrieb für die Herstellung von elektronischen Bauteilen für Raketen und Flugzeuge getroffen worden sei. Die Angaben der Kriegsparteien sind von unabhängiger Seite nicht unmittelbar überprüfbar. 

Der Generalstab in Kiew berichtete auch, dass ein Betrieb für die Produktion von Raketentreibstoff in Toljatti im Gebiet Samara getroffen worden sei. Dort sei es zu einer Explosion und einem Brand gekommen.

Die Ukraine nimmt in ihrem Kampf gegen den Angriffskrieg weiter Ziele in Russland ins Visier.
Die Ukraine nimmt in ihrem Kampf gegen den Angriffskrieg weiter Ziele in Russland ins Visier.  © ukrin/dpa

24. Oktober, 7.55 Uhr: Kremlsprecher: Oleschkys Evakuierung wird einige Tage dauern

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, die Evakuierung Oleschkys werde mindestens einige Tage dauern. Wer wolle, könne Oleschky verlassen.

Der Fraktionsvorsitzende der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, erklärte auf der Plattform Telegram, in Kürze werde eine Operation zur "Entsperrung" von Oleschky beginnen. Das Ziel sei die Schaffung eines dauerhaften humanitären Korridors für eine sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung und die Lieferung von Hilfsgütern.

Die seit Monaten abgeriegelte Kleinstadt liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am Ufer des Dnipro. Die Stadt ist von der Versorgung abgeschnitten. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2000 Menschen fest.

Der britische Premierminister Andy Burnham hat sich bei US-Präsident Donald Trump für einen uneingeschränkten Zugang der Ukraine zum Satellitensystem Starlink eingesetzt.

In einem Telefonat am Freitag habe Burnham die Bedeutung eines "vollen Zugangs" zu dem System betont, damit sich die Ukraine weiterhin gegen den russischen Angriffskrieg verteidigen könne, teilte das Büro des Regierungschefs in der Londoner Downing Street mit.

Burnham habe zugleich Trumps Bemühungen gewürdigt, den russischen Präsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen, hieß es weiter.

Zuvor hatte der US-Präsident zugesichert, sich bei Problemen mit dem für militärische Zwecke entwickelten Satellitendienst Starshield mit dessen Anbieter Elon Musk zu wenden. "Falls es ein Problem gibt, werde ich es beheben", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Er habe bislang nicht mit Musk gesprochen. Ihm sei mitgeteilt worden, der Zugang sei wiederhergestellt. Sollte dies nicht zutreffen, werde er mit Musk sprechen.

23. Oktober, 18.01 Uhr: Melania Trump erreicht Waffenruhe in südukrainischer Stadt Oleschky

Nach US-Angaben hat First Lady Melania Trump eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht.

Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump habe "erfolgreich eine Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine bewirkt, die auf die Stadt Oleschky begrenzt ist", teilte ihr Büro im Weißen Haus am Freitag mit. Die Waffenruhe soll ab dem 29. Oktober gelten.

Russland und die Ukraine hätten sich bereiterklärt, alle Militäroperationen in Oleschky vorübergehend einzustellen, um den Zugang für humanitäre Hilfe zu ermöglichen und Zivilisten über einen sicheren Korridor aus der Stadt herauszubringen, hieß es weiter. "Oleschky ist eine Frontstadt, die am Rande einer Katastrophe steht", erklärte Melania Trump. Ohne ihren persönlichen Einsatz bei der russischen und ukrainischen Führung hätte keine Chance bestanden, den Menschen zu helfen.

Nach US-Angaben hat First Lady Melania Trump (56) eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht.
Nach US-Angaben hat First Lady Melania Trump (56) eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

23. Oktober, 16.05 Uhr: Frachter nach Drohnenvorfall im Schwarzen Meer gesunken - ein Toter

Nach einem Drohnenvorfall im Schwarzen Meer ist ein Frachter vor der rumänischen Küste gesunken. Ein Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben, drei weitere wurden am Freitag noch vermisst, wie das rumänische Innenministerium mitteilte. Rumäniens Präsident Nicusor Dan machte Russland für den Vorfall verantwortlich.

Der unter der Flagge der Komoren fahrende Frachter "Khoryv" hatte am Freitag gegen 10 Uhr Ortszeit ein Notsignal gesendet, als er sich rund 13 Seemeilen vor dem rumänischen Hafen Konstanza befand. Er befand sich damit außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer.

Nach Angaben von Präsident Dan wurde das Schiff von einer Drohne getroffen und sank. Die rumänische Seebehörde hatte die Ursache des Vorfalls zunächst nicht genannt.

23. Oktober, 14.01 Uhr: Kreml - Russlands erste Diesellieferung unterwegs in die USA

Russland hat nach dem Dieseldeal mit US-Präsident Donald Trump nach Kremlangaben nun den ersten Tanker mit 40.000 Tonnen an Bord auf die Reise geschickt.

Weitere Lieferungen würden folgen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Präsident Wladimir Putin hatte den Start am Mittwoch beim Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg angekündigt.

Russland schließt Dieselexporte auch in andere Länder nicht aus. Das hängt jedoch von den russischen Raffineriekapazitäten ab. "Planmäßig erreichen wir erst gegen Ende des Jahres das volle Produktionsvolumen, und dann können auch andere Länder die Mengen erhalten, die sie früher erhielten", hatte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef Alexander Nowak in dieser Woche erklärt.

23. Oktober, 14 Uhr: Hunderttausende Menschen ohne Strom

Russland hat mit neuen schweren Angriffen auf die Energieinfrastruktur der Ukrainemassive Stromausfälle in dem Land ausgelöst.

Betroffen sind nach Behördenangaben mehr als eine halbe Million Menschen. Das Energieministerium in Kiew teilte mit, dass nach den Attacken in den Gebieten Schytomyr, Wolhynien, Mykolajiw, Poltawa, Chmelnyzkyj und Riwne mehr als 500.000 Ukrainer ohne Strom seien. "Die Energieversorger haben bereits mit Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten begonnen, soweit es die Sicherheitslage zulässt", teilte das Ministerium mit.

Mit massiven Angriffen auf die Energieinfrastruktur will Russland in der kalten Jahreszeit den Widerstand der Ukraine brechen. Erneut melden die Behörden umfangreiche Stromausfälle.
Mit massiven Angriffen auf die Energieinfrastruktur will Russland in der kalten Jahreszeit den Widerstand der Ukraine brechen. Erneut melden die Behörden umfangreiche Stromausfälle.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

23. Oktober, 11.24 Uhr: Finnische Firmen helfen Ukrainebei Satelliten-Kommunikation

Die Ukraine wird mit den finnischen Firmen ICEYE und Nokia an einer eigenen unabhängigen Satelliten-Kommunikation arbeiten.

Das ukrainische Verteidigungsministerium und die Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung bei einem Besuch des finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo in Kiew. 

Details und ein Zeitplan wurden nicht genannt. Doch die Einigung kommt vor dem Hintergrund des Konflikts der Ukraine mit den USA wegen Satellitendaten und -Internet. "Wir haben vereinbart, finnische Satelliten-Kapazitäten stärker zu nutzen. Das ist wichtig für unsere Verteidigung und die Widerstandsfähigkeit der Ukraine", erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Der SpaceX-Gründer Elon Musk hat die Drosselung des Satelliteninternets für die Ukraine nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump wieder aufgehoben.

Einen Medienbericht, wonach Musk dies auf Anweisung Trumps getan habe, wollte der Präsident hingegen nicht kommentieren. "Ob ich angerufen habe oder ob jemand anderes angerufen hat, spielt keine Rolle", sagte er in Washington. Wichtig sei, dass Musk die Drosselung des Satelliteninternet-Dienstes Starlink rückgängig gemacht habe. Dieser gehört zu Musks Weltraumfirma SpaceX.

Titelfoto: ukrin/dpa

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