Ukraine-Krieg: Russland umgeht laut Selenskyi weiterhin Sanktionen

Ukraine - Wenige Tage nach einer kurzzeitigen Waffenruhe hat Russland die Ukraine mit einem der längsten Luftangriffe in mehr als vier Jahren Krieg überzogen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) verurteilte die anhaltenden russischen Angriffe erneut mit scharfen Worten.  © Vadim Ghirda/AP/dpa

In der Nacht wurde erneut Luftalarm im ganzen Land ausgelöst, ukrainischen Medienberichten zufolge warnte das Militär vor anfliegenden Drohnen und ballistischen Raketen.

Aus der Hauptstadt Kiew wurden wenig später Explosionen und mehrere Verletzte sowie mindestens ein Todesopfer gemeldet

Laut dem Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" wurden mehrere Gebäude beschädigt, aus den Trümmern eines eingestürzten Wohnhauses seien Sanitätern zufolge zehn verschüttete Menschen geborgen worden.

Ukraine Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland

Die Militärverwaltung der Hauptstadt zählte dem Bericht zufolge 16 Verletzte und einen Toten in Kiew, laut den Rettungskräften gebe es sieben weitere Verletzte im Umland.

"Es ist sicherlich kein Zufall, dass einer der längsten massiven russischen Angriffe gegen die Ukraine gerade zu dem Zeitpunkt stattfand, als der Präsident der Vereinigten Staaten zu einem Besuch in China eintraf – einem Besuch, von dem sich viele viel versprechen", sagte Wolodymyr Selenskyj (48).

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14. Mai, 21.27 Uhr: Russland umgeht laut Selenskyi weiterhin Sanktionen

Nach einem verheerenden russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit vielen Toten und Verletzten hat Präsident Wolodymyr Selenskyj schmerzhaftere Sanktionen für Russland gefordert.

In ein Gebäude in Kiew sei ein Marschflugkörper vom Typ Ch-101 eingeschlagen, der im zweiten Quartal dieses Jahres hergestellt worden sei, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft unter Berufung auf vorläufige Angaben. Das bedeute, dass Russland die dafür nötigen Komponenten weiterhin beziehe und die weltweiten Sanktionen umgehe.

In Kiew stieg die Zahl der Toten nach dem Angriff auf mindestens zwölf Menschen an, wie der Zivilschutz mitteilte. Darunter seien zwei Minderjährige. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach außerdem von mehr als 50 Verletzten. 

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat noch schärfere Sanktionen gegen Russland gefordert.  © Sven Hoppe/dpa

14. Mai, 17.22 Uhr: Acht Tote in Kiew nach russischen Angriffen

Die Zahl der Todesopfer in Kiew nach den nächtlichen russischen Drohnen- und Raketenangriffen ist nach Angaben von Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko auf acht gestiegen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb davor bei Telegram, dass ein Wohnblock praktisch zerstört worden sei. Das Schicksal von fast 20 Personen, die womöglich in dem Gebäude waren, sei unbekannt. Unter den Toten ist nach Behördenangaben auch eine Minderjährige, zudem wurden rund 40 Menschen in der ukrainischen Hauptstadt verletzt.

14. Mai, 13.29 Uhr: Fünf Tote in Kiew nach russischen Angriffen

Die Zahl der Todesopfer in Kiew nach den nächtlichen russischen Drohnen- und Raketenangriffen ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) auf fünf gestiegen.

"Mehr als zehn Menschen gelten als vermisst", schrieb er bei Telegram. Zuvor war von einem Toten die Rede gewesen.

Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ist auch ein zwölfjähriges Mädchen tot aus den Trümmern geborgen worden. Zudem wurden rund 40 Menschen in der ukrainischen Hauptstadt verletzt.

Landesweit habe das russische Militär 180 Objekte beschädigt, davon seien 50 ganz gewöhnliche Wohnhäuser, teilte Selenskyj mit.

Neben Kiew hat es seinen Angaben nach auch das Umland der Hauptstadt mit sieben Verletzten, Charkiw mit 28 Verletzten und das Gebiet Odessa mit zwei Verletzten schwer getroffen. 

Die russischen Angriffe auf die Ukraine dauern weiter an. (Archivfoto)  © ROMAN PILIPEY / AFP

14. Mai, 9.29 Uhr: Ex-Präsidialamtschef Jermak in U-Haft

In der Ukraine hat das Oberste Anti-Korruptions-Gericht Untersuchungshaft gegen den früheren ukrainischen Präsidialamtschef Andrij Jermak (54) angeordnet.

Die Haft gelte für zunächst 60 Tage, Jermak habe die Möglichkeit, gegen Kaution auf freien Fuß zu kommen, teilte der Richter am Morgen mit. 

Jermak war die rechte Hand von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er muss sich wegen Geldwäsche-Vorwürfen verantworten. Ihm und fünf anderen Verdächtigen werden illegale Millionengeschäfte bei einem Luxusbauprojekt vorgeworfen.

Dem früheren ukrainischen Präsidialamtschef Andrij Jermak (54) wird Geldwäsche vorgeworfen. (Archivfoto)  © Dan Bashakov/AP/dpa

14. Mai, 7.21 Uhr: Russland beschießt Ukraine massiv mit Raketen und Drohnen

Im ganzen Land wurde Luftalarm ausgelöst. Ukrainischen Medienberichten zufolge warnte das Militär vor anfliegenden Drohnen und ballistischen Raketen.

Aus der Hauptstadt Kiew wurden kurz darauf Explosionen gemeldet, mehrere Gebäude wurden beschädigt, wie das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" berichtete. Informationen zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor.

Schon den ganzen Mittwoch über hatte das russische Militär Drohnenangriffe auf die Ukraine geflogen. Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sprach von mehr als 800 Drohnen.

Mindestens sechs Menschen seien getötet und Dutzende verletzt worden. Selenskyj bezeichnete die Angriffe als "Terror".

Vor wenigen Stunden verzeichnete die Ukraine erneut zahlreiche russische Angriffe.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

13. Mai, 21.36 Uhr: Putin schickt neue Gouverneure in Grenzregionen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Gouverneure der besonders vom Krieg betroffenen Grenzregionen Belgorod und Brjansk ausgetauscht.

Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow habe den Posten in Belgorod "auf eigenen Wunsch" abgegeben, hieß es in Putins Erlass, den der Kreml in Moskau veröffentlichte. Zum kommissarischen Nachfolger wurde General Alexander Schuwajew ernannt. Im Gebiet Brjansk folgt Jegor Kowaltschuk auf Alexander Bogomas.

Belgorod ist das erste Gebiet in Russland, auf das der Moskauer Angriffskrieg mit Zerstörungen ähnlich wie in der Ukraine zurückschlägt. Es dient der russischen Armee als Aufmarschgebiet für Angriffe auf die ukrainische Großstadt Charkiw und als logistischer Knotenpunkt. Deshalb beschießen die ukrainischen Streitkräfte immer wieder Ziele der Armee oder der Infrastruktur in Belgorod. Auch kleinere Orte dichter an der Grenze liegen unter Feuer.

Gladkow galt eigentlich als Gouverneur, der sich in dieser Krisensituation bewährt hat. Russische Medien schlossen nicht aus, dass der 57-Jährige auf einen Posten in der Regierung wechseln könnte. Im Grenzgebiet Kursk hatte Putin schon 2024 nach dem überraschenden Vorstoß der ukrainischen Armee den Gouverneur wegen Versagens ausgetauscht.

Die Region Belgorod wird immer wieder Ziel heftiger Angriffe. Nun ließ Kreml-Chef Putin den Gouverneur austauschen.  © Uncredited/Belgorod region governor Vyacheslav Gladkov telegram channel/AP/dpa

13. Mai, 18.13 Uhr: Sechs Tote und viele Verletzte nach russischen Angriffen

Bei einem neuen massiven Angriff mit Hunderten Drohnen sind in der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens sechs Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Seit Tagesbeginn seien bereits mindestens 800 Drohnen in den Luftraum des Landes eingedrungen, und die Attacke dauere an, teilte Selenskyj bei Telegram mit. Er sprach von "Terror".

"Es ist sicherlich kein Zufall, dass einer der längsten massiven russischen Angriffe gegen die Ukraine gerade zu dem Zeitpunkt stattfand, als der Präsident der Vereinigten Staaten zu einem Besuch in China eintraf – einem Besuch, von dem sich viele viel versprechen", sagte Selenskyj.

Er hatte zuvor die Hoffnung geäußert, dass US-Präsident Donald Trump auf China einwirke, die Unterstützung für den russischen Angriffskrieg zu beenden.

Selenskyj warf Russland vor, die schwierige geopolitische Phase auszunutzen, "das allgemeine politische Klima zu vergiften". In einer Rede in der rumänischen Hauptstadt Bukarest bei einem Gipfel von neun osteuropäischen Nato-Mitgliedern (B9) forderte er die Verbündeten auf, die Verteidigungskraft der Ukraine weiter zu stärken.

Russland müsse auch mit weiterem Druck – etwa mit schärferen Sanktionen – an den Verhandlungstisch gezwungen werden, um den Krieg zu beenden.

Nach dem Auslaufen der Waffenruhe hat Russland die Ukraine wieder mit massiven Angriffen überzogen.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

13. Mai, 17.49 Uhr: Slowakei schließt überraschend Grenzübergänge zur Ukraine

Die Slowakei hat am Mittwoch überraschend alle Grenzübergänge zur Ukraine geschlossen.

Zunächst hatte den ungewöhnlichen Schritt die staatliche Finanzverwaltung mitgeteilt, die unter anderem für den Zoll zuständig ist. In einer kurzen Pressemitteilung hieß es zunächst: "Aus Sicherheitsgründen sind heute seit etwa 15.00 Uhr bis auf Widerruf alle Grenzübergänge an der Grenze zur Ukraine geschlossen. Die Finanzverwaltung empfiehlt der Öffentlichkeit, die aktuellen Informationen zu verfolgen und die Anweisungen der Mitarbeiter Finanzverwaltung und Polizei zu befolgen."

Der TV-Nachrichtensender TA3 berichtete schon kurz danach unter Berufung auf die Polizei, die Übergänge seien nach etwa zwei Stunden wieder geöffnet worden. Die Schließung sei von der Ukraine ausgegangen, die slowakischen Behörden hätten darauf nach Absprache reagiert.

Aus ukrainischen Quellen erfuhr der Sender schließlich, dass offenbar russische Drohnenangriffe im grenznahen Gebiet Karpato-Ukraine der Anlass für die Grenzschließung durch die ukrainischen Behörden gewesen war.

Die Slowakei schloss überraschend alle Grenzübergänge zur Ukraine. Anlass waren offenbar russische Drohnenangriffe in Grenznähe.  © Christoph Reichwein/dpa

13. Mai, 12.38 Uhr: Putin befiehlt mehrstufigen Angriff, Drohnenschwärme unterwegs

Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes hat Kremlchef Wladimir Putin (73) einen mehrstufigen Angriff auf de Ukraine befohlen.

Zum Start der Attacke am Mittag waren mindestens acht Drohnen-Gruppen (Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed) in der Luft, berichtet die ukrainische Luftwaffe. Eine weitere solle bereits aus Richtung Schwarzes Meer im Anflug gewesen sein. Insgesamt greife Russland mit mehr als 200 Drohnen an.

In einer zweiten Stufe soll die Ukraine - etwa deren kritische Infrastruktur - mit Raketen beschossen werden.

13. Mai, 12.23 Uhr: Feuer in Russland nach ukrainischen Drohnenangriffen

Ukrainische Drohnenangriffe haben mehrere Brände in Russland ausgelöst.

Die Ukraine habe eine gasverarbeitende Fabrik in Astrachan am Kaspischen Meer attackiert, teilte der Gouverneur der Region, Igor Babuschkin, bei Telegram mit. Herabstürzende Trümmer verursachten demnach ein Feuer. Verletzte gebe es nicht.

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