Ukraine-Krieg: Schäden und Opfer bei russischen und ukrainischen Angriffen

Ukraine - Die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges sind festgefahren.

Russland fordert den Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. (Symbolfoto)  © DARYA NAZAROVA / AFP

Moskau fordert den Rückzug ukrainischer Truppen aus der gesamten Region Donezk – Kiew lehnt dies ab. Die Ukraine dementierte am Samstag Berichte Russlands, wonach russische Truppen die Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen hatten.

Der ukrainische Armeesprecher Andrij Kowaljow sagte der Nachrichtenagentur AFP, ukrainische Soldaten hielten weiter ihre Verteidigungslinien. Die Lage sei "schwierig", aber unter Kontrolle der ukrainischen Verteidigungskräfte.

Nach ukrainischen Angaben unternahmen russische Truppen am Freitag, dem Tag der angeblichen Eroberung von Kostjantyniwka, elf erfolglose Angriffsversuche auf die Stadt.

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Das russische Verteidigungsministerium erklärte indes, russische Truppen seien "in allen Teilen der Stadt".

Es schlug vor, dass Kiew am Montag mehrere Stunden lang den Beschuss auf Kostjantyniwka einstellen solle, um einen "humanitären" Einsatz zur Übergabe von Leichen getöteter ukrainischer Soldaten zu ermöglichen.

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5. Juli, 15.56 Uhr: Schäden und Opfer bei russischen und ukrainischen Angriffen

Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt.

Wie der Generalstab in Kiew auf Telegram mitteilte, sei in der Nacht der russische Militärflughafen Gwardejskoje auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen worden. Das Ausmaß der Schäden sei vorerst nicht bekannt. Für das russische Militär gilt dieser Flughafen als der wichtigste Stützpunkt auf der Krim. 

Daneben griffen ukrainische Militärs auch wichtige Verkehrswege für den russischen Nachschub an. Unter anderem seien zwei Straßenbrücken im Donbass zerstört worden. Der Generalstab machte keine Angaben zu den dabei eingesetzten Waffen.

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Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt.  © Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade via AP/dpa

5. Juli, 10.01 Uhr: Ist ein Ende der Eskalation in Sicht? Trump führt Telefonate mit Putin und Selenskyj

Vor dem Nato-Gipfel in Ankara haben sowohl Kremlchef Wladimir Putin (73) als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) mit US-Präsident Donald Trump (80) telefoniert.

Trump und Putin hätten mit Blick auf Trumps Teilnahme an dem Gipfel kommende Woche "über die Frage einer Lösung in der Ukraine" gesprochen, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow.

Selenskyj erklärte nach seinem Telefonat mit Trump, es bestehe "die Aussicht, den Krieg zu beenden". Die Ukraine griff unterdessen am Samstag Russland massiv mit Drohnen an.

Putin habe in dem Telefonat "die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld" in der Ukraine skizziert, "wo die russischen Streitkräfte selbstbewusst vorrücken", erklärte Uschakow. Trump und Putin hatten in dem 85-minütigen Gespräch auch Themen wie den Iran und die Golfregion erzählt.

Zuvor hatte Selenskyj bereits mitgeteilt, dass er mit Trump telefoniert habe. Anlass beider Telefonate sei der 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA gewesen, teilten Moskau und Kiew mit.

Wird der US-Präsident Donald Trump (80) etwa eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine erzielen können?  © MANDEL NGAN / AFP

4. Juli, 22.15 Uhr: Ukraine kontert Moskau - kein Verlust der Stadt Kostjantyniwka

Das ukrainische Militär hat der Behauptung Moskaus widersprochen, die Stadt Kostjantyniwka im Industriegebiet Donbass erobert zu haben.

Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Auch in Dörfern noch dichter an russischen Positionen wie Iwanopyllja werde noch gekämpft.

Wladimir Putin hatte am Vorabend beim Besuch einer Kommandozentrale gesagt, die russische Armee habe Kostjantyniwka vollständig unter Kontrolle gebracht. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile der Stadt als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee.

4. Juli, 16.02 Uhr: Geburtstagsgrüße aus Moskau an Trump

Kremlchef Wladimir Putin hat den USA zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit gratuliert. "Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Donald", leitete Putin sein Glückwunschtelegramm ein, das vom russischen Außenministerium in Moskau veröffentlicht wurde.

Die Unabhängigkeitserklärung der USA habe nicht nur den Beginn des Staates markiert, sondern sei auch ein wichtiger Meilenstein in der Weltgeschichte gewesen. Russland, damals noch unter den Zaren, habe die nordamerikanischen Kolonisten unterstützt.

Putin hob "zahlreiche ruhmreiche Kapitel" in zweieinhalb Jahrhunderten der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor. "Wir waren Verbündete in zwei Weltkriegen, haben gemeinsam die Menschheit von den Schrecken des Nationalsozialismus befreit und anschließend eine wichtige Rolle bei der Schaffung der Grundlagen der modernen Weltordnung gespielt", schrieb Putin.

Auch in der heutigen Welt trügen Russland und die USA als Atommächte eine besondere Verantwortung für die Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität auf globaler Ebene.

Wladimir Putin (73) hat Donald Trump (80) und den USA zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit gratuliert.  © Alex Brandon/AP/dpa, Pavel Byrkin/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

4. Juli, 15.01 Uhr: Selenskyj spricht mit Merz über Flugabwehr

Zwei Tage nach einem russischen Raketenangriff auf Kiew mit 30 Toten hat Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über den Bedarf der ukrainischen Flugabwehr gesprochen. "Oberste Priorität haben derzeit Raketen für die Patriot-Systeme", schrieb Selenskyj nach dem Telefonat in sozialen Netzwerken.

Es sei bei dem Telefonat darum gegangen, wie mehr Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme beschafft werden könne. "Russland spielt mit den Raketenangriffen auf die Ukraine seine letzte Karte aus. Es hat keine anderen Optionen mehr, um den Krieg in die Länge zu ziehen", erklärte Selenskyj.

Während die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. Beste Abwehrwaffe sind die Patriot-Systeme aus US-Produktion, von denen die Ukraine aber nur wenige hat. Die Vorräte an Munition dafür haben sich durch den US-Krieg gegen den Iran weiter verknappt. Deutschland hat Kiew Patriot-Einheiten abgetreten und hilft bei der Beschaffung von Raketen dafür.

Gegen Russlands ballistische Raketen helfen am besten US-Patriot-Systeme - doch davon hat die Ukraine nur wenige.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

4. Juli, 8.37 Uhr: Tote bei Bombenangriff auf ukrainische Stadt Sumy

In der nordostukrainischen Großstadt Sumy wurden am Freitagabend mindestens vier Menschen durch einen russischen Bombenangriff getötet, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte.

Außerdem gebe es 27 Verletzte. In den Trümmern eines Wohnhauses würden noch Verschüttete vermutet. Nach Angaben der Gebietsverwaltung von Sumy hatte die russische Luftwaffe das Stadtzentrum mit sechs Gleitbomben angegriffen. Kampfjets klinken diese Bomben noch im sicheren eigenen Luftraum aus, sie werden dann über Dutzende Kilometer ins Ziel gelenkt.

3. Juli, 22.26 Uhr: Putin feiert Eroberung ukrainischer Stadt

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat nach offizieller Darstellung die Eroberung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk durch seine Truppen gefeiert.

Die Industriestadt sei unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger erobert worden, wurde Putin von seinem Sprecher Dmitri Peskow zitiert. Putin habe noch am Abend die sofortige Evakuierung aller in Kostjantyniwka verbliebenen Zivilisten angeordnet.

Von ukrainischer Seite gab es zu den Siegesmeldungen aus Moskau keinen Kommentar. Zuletzt hatten ukrainische Militärs eine schwierige Lage in der bereits schwer zerstörten Stadt eingeräumt.

Kremlchef Wladimir Putin (73) soll den angeblichen Sieg feiern.  © Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

3. Juli, 19.02 Uhr: Größere Teile der Krim ohne Strom

Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe haben auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim in größeren Gebieten für Stromausfälle gesorgt.

"Derzeit sind mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom", wurde der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow von der Agentur Tass zitiert. "Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an." Die Lage sei schwierig. Er machte keine Angaben darüber, wie viele Menschen von den Stromabschaltungen betroffen seien.

3. Juli, 18.19 Uhr: Kiew meldet Zerstörung von Brücke auf Krim

Die ukrainischen Streitkräfte haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim eine Reihe von Zielen angegriffen und nach eigenen Angaben schwer getroffen. Wichtigstes Ziel sei eine Brücke im Gebiet Krasnogwardejsk im Zentrum der Krim gewesen, die nach Angaben des Generalstabs in Kiew vollständig zerstört worden ist. Damit sei die Versorgung der Fronten im Osten der Ukraine mit Nachschub deutlich erschwert worden.

Daneben seien Radaranlagen sowie eine Anlage zur elektronischen Aufklärung bei Sewastopol von Drohnen angegriffen worden. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite war nicht möglich.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) setzt immer stärker auf umfangreiche Angriffe in Russland.  © Niall Carson/PA Wire/dpa

3. Juli, 11.23 Uhr: Stromausfall in Belgorod nach ukrainischem Raketenangriff

Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die westrussische Großstadt Belgorod ist nach Behördenangaben eine Frau ums Leben gekommen.

Die Frau habe durch den Einschlag tödliche Splitterverletzungen erlitten, teilte Bürgermeister Walentin Demidow mit. Zudem wurde das Kraftwerk in Mitleidenschaft gezogen. "Objekten der Energieinfrastruktur wurden ernsthafte Beschädigungen zugefügt. In einer Reihe von Stadtbezirken gibt es Probleme bei der Strom- und Wasserversorgung", heißt es in einer Mitteilung des Krisenstabs der Region.

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