Ukraine-Krieg: Selenskyj beklagt, dass Moskau noch immer westliche Elektronik erhält

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Ukraine - Während Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) ankündigte, auf russische Angriffe entsprechend militärisch antworten zu wollen, haben US-Präsident Donald Trump (79) und der deutsche Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) ihre "Gesprächspause" beendet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) verurteilte die anhaltenden russischen Angriffe erneut mit scharfen Worten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) verurteilte die anhaltenden russischen Angriffe erneut mit scharfen Worten.  © Vadim Ghirda/AP/dpa

Merz teilte mit, dass er und Trump über "eine Friedenslösung für die Ukraine" gesprochen hätten.

Zuvor herrschte zwischen beiden wochenlang Funkstille. Den Vereinigten Staaten stießen Kanzler-Äußerungen zum Iran-Krieg sauer auf.

Unterdessen stellte Selenskyj in Aussicht, weitere Angriffe auf die Ölindustrie Russland starten zu wollen.

Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland
Ukraine Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

16. Mai, 22.42 Uhr: Selenskyj beklagt, dass Moskau noch immer westliche Elektronik erhält

Nach schweren russischen Raketenangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) eine Einhaltung der Techniksanktionen gegen Moskau gefordert.

"Bei dem Angriff auf Kiew in dieser Woche haben die Russen Raketen eingesetzt, die in diesem Jahr hergestellt wurden", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. 

"Ohne Komponenten von Unternehmen aus Europa, Japan und den Vereinigten Staaten hätten die Russen diese Raketen einfach nicht herstellen können." Gleiches gelte für andere Waffen der russischen Armee bei ihren Angriffen auf ukrainische Städte. "Russlands Verbindungen zur Welt, die dem Krieg dienen, sind eine direkte Bedrohung für das Leben", sagte der ukrainische Präsident.

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) bekommt Moskau noch immer westliche Elektronik.
Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) bekommt Moskau noch immer westliche Elektronik.  © Sven Hoppe/dpa

16. Mai, 20.02 Uhr: Russische Pässe für Separatistengebiet Transnistrien

Russlands Präsident Wladimir Putin (73) erleichtert die Ausgabe russischer Pässe im Separatistengebiet Transnistrien und verstärkt damit den Druck auf die Republik Moldau.

Einem Erlass des Kremlchefs zufolge sollen Einwohner von Transnistrien ab 18 Jahren russische Staatsbürger werden können, auch wenn sie nicht - wie sonst gefordert - fünf Jahre in Russland gewohnt haben. Der Kreml in Moskau veröffentlichte das Dokument.

Transnistrien ist ein vorwiegend von ethnischen Russen bewohnter schmaler Landstreifen zwischen dem Fluss Dnjestr und der Ukraine. Er hat sich in einem Krieg Anfang der 1990er Jahre von der rumänischsprachigen Republik Moldau abgespalten. International ist die Separatistenrepublik nicht anerkannt. Für Moldau, das in die EU strebt, ist die Abspaltung ein ungelöstes Problem. Russland unterstützt Transnistrien und hat dort etwa 1500 Soldaten stationiert, meist Einheimische mit russischer Staatsbürgerschaft.

Kremlchef Wladimir Putin (73) erleichtert die Ausgabe russischer Pässe im Separatistengebiet Transnistrien.
Kremlchef Wladimir Putin (73) erleichtert die Ausgabe russischer Pässe im Separatistengebiet Transnistrien.  © Vyacheslav Prokofyev/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

16. Mai, 10 Uhr: Junge (12) macht Russen-Drohne den Garaus

Laut Washington Post stand der Zwölfjährige auf einem Birnbaum im Norden der Ukraine, wollte gerade einen Ast absägen. Er hörte ein Summen, sah dann eine schwarze Drohne bodentief auf das Grundstück seiner Familie zufliegen.

Seine Geschwister spielten draußen mit Freunden. Da erinnerte sich der Zwölfjährige an einen Tipp eines ukrainischen Soldaten mit dem Funknamen "Dynamo". Der habe ihm gezeigt, wie russische "Glasfaser-Drohnen" funktionieren - und wie sie aufgehalten werden können.

Die Drohnen, die nicht per Funk, sondern über ein kilometerlanges Kabel aus Glasfaser gesteuert werden, sind anfällig. Der Junge schnappte sich das dünne Kabel, zählte bis zehn und zerriss es dann. Die Drohne drehte und stürzte ab. Zu Schaden kam niemand!

FPV-Drohnen ziehen ein dünnes Kabel aus Glasfaser hinter sich her. Das macht es schwieriger, sie mit Störsendern auszuschalten. Bei per Funk gesteuerten Drohnen ist das einfacher.
FPV-Drohnen ziehen ein dünnes Kabel aus Glasfaser hinter sich her. Das macht es schwieriger, sie mit Störsendern auszuschalten. Bei per Funk gesteuerten Drohnen ist das einfacher.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

16. Mai, 7.28 Uhr: Funkstille beendet - Merz und Trump sprechen über Friedenslösung

Friedrich Merz (70, CDU) telefonierte am Freitag mit US-Präsident Donald Trump (79) während dessen Rückreise aus China.

Themen des Telefonats waren laut Merz "eine Friedenslösung für die Ukraine" sowie der Nato-Gipfel im türkischen Ankara Anfang Juni. Details nannte der Kanzler nicht. Er betonte aber: "Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken Nato."

Zuletzt hatte Merz mit Äußerungen zum Iran-Krieg für Verstimmung in Washington gesorgt. Danach kühlte sich das Verhältnis beider Staaten ab.

Im März, als dieses Foto entstand, haben Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und US-Präsident Donald Trump (79, l.) noch miteinander gesprochen. Jetzt nähern sich beide Seiten nach einer längeren Redepause wohl wieder an.
Im März, als dieses Foto entstand, haben Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und US-Präsident Donald Trump (79, l.) noch miteinander gesprochen. Jetzt nähern sich beide Seiten nach einer längeren Redepause wohl wieder an.  © Guido Bergmann/Presse- und Informationsamt der/dpa

15. Mai, 21.53 Uhr: Neun Verletzte in Belgorod nach ukrainischem Drohnenangriff

Neun Menschen sind im westrussischen Belgorod nach Behördenangaben durch den Einschlag einer ukrainischen Drohne in einem Wohnhaus verletzt worden.

Unter den Verletzten sei auch ein dreijähriges Mädchen, teilte der Krisenstab der Region bei Telegram mit. Den vom Stab veröffentlichten Bildern zufolge wurde ein zehnstöckiger Wohnblock getroffen, die Fassade und etliche Balkons beschädigt.

15. Mai, 20.08 Uhr: Selenskyj kündigt neue Drohnenangriffe auf Russland an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Fortsetzung der Angriffe auf die russische Ölindustrie angekündigt.

Die Ukraine müsse hart und angemessen auf die Angriffe des russischen Militärs gegen Städte reagieren, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft nach dem russischen Luftschlag gegen Kiew mit 24 Toten. Eine erste Antwort habe es in der vergangenen Nacht gegeben, erklärte Selenskyj mit Blick auf die Attacke gegen die Ölraffinerie in Rjasan. "Wir setzen die Operation fort", fügte er hinzu.

In seinem Statement warnte er zudem ein weiteres Mal, den Nachbarn Belarus (früher Weißrussland) davor, sich von Russland in den Angriffskrieg gegen die Ukraine hineinziehen zu lassen. Moskau wolle von belarussischem Boden aus in Richtung Tschernihiw-Kiew marschieren oder sogar eins der mit Belarus benachbarten Nato-Länder angreifen, sagte Selenskyj. Er berief sich auf angebliche Geheimdienstinformationen zu solchen Gesprächen. Details nannte er nicht.

15. Mai, 10.48 Uhr: Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine beginnt

Russland und die Ukraine haben nach übereinstimmenden Angaben jeweils 205 Kriegsgefangene ausgetauscht.

Es sei der erste Schritt eines größeren Austauschs von 1000 Gefangenen jeder Seite, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X mit. "Wir werden weiter um jeden kämpfen, der noch in Gefangenschaft ist."

Die heimkehrenden russischen Soldaten seien auf dem Gebiet von Belarus, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Es dankte den Vereinigten Arabischen Emiraten für Vermittlung bei der Aktion.

Der Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen war Teil der Vereinbarung über eine dreitägige Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai, vermittelt von US-Präsident Donald Trump.

1000 Gefangene sollen Moskau und Kiew austauschen, im ersten Schritt kehrten jeweils 205 Soldaten heim.
1000 Gefangene sollen Moskau und Kiew austauschen, im ersten Schritt kehrten jeweils 205 Soldaten heim.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

15. Mai, 9.33 Uhr: Angriff auf russische Raffinerie in Rjasan - vier Tote

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben in der Stadt Rjasan mindestens vier Menschen getötet und fast 30 verletzt worden.

Zwei Wohnblocks und ein Industriebetrieb seien beschädigt worden, teilte Pawel Malkow, Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, mit. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.

Bei dem Industriebetrieb handelte es sich um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die drittgrößte in Russland. Der ukrainische Generalstab in Kiew bestätigte den Angriff. Dort sei ein großer Brand beobachtet worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von einem ungewöhnlich großen Drohnenangriff der Ukraine auf viele russische Regionen in der Nacht. 355 feindliche Flugobjekte seien abgeschossen worden, hieß es. Solche Militärzahlen sind nicht im Detail zu überprüfen.

Nach ukrainischen Militärangaben wurden auch zwei kleine russische Marineschiffe im Kaspischen Meer beschädigt. Die Drohentruppen trafen nach eigenen Angaben auch ein Amphibienflugzeug Be-200 und einen Hubschrauber auf dem russischen Stützpunkt Jejsk am Asowschen Meer.

Im russischen Rjasan stand eine Raffinerie nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Flammen. (Archivfoto)
Im russischen Rjasan stand eine Raffinerie nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Flammen. (Archivfoto)  © Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa

15. Mai, 7.55 Uhr: Auch ukrainischer Gegenschlag fordert Todesopfer

Nach dem russischen Angriff auf Kiew, bei dem die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf 24 gestiegen ist, reagierte die Ukraine mit einem Gegenschlag.

Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge habe man in der Nacht zu Freitag insgesamt 355 ukrainische Drohen abgefangen und zerstört. Diese hätten Moskau sowie die Grenzregionen Belgorod, Brjansk und Kursk im Visier gehabt.

Aus der Stadt Rjasan südwestlich von Moskau meldete Gouverneur Pavel Malkov zudem auf Telegram, dass bei einem ukrainischen Angriffen drei Menschen getötet sowie zwölf weitere verletzt worden seien.

15. Mai, 6.20 Uhr: Zahl der Todesopfer nach Angriff auf Kiew steigt weiter

Die Zahl der Todesopfer nach der jüngsten russischen Angriffswelle auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist neuen Angaben zufolge auf 21 gestiegen. Zudem werden laut Rettungskräften noch immer 17 Menschen in den Trümmern eines zerstörten Wohnblocks vermisst, wie ukrainische Medien berichteten. Dutzende Verletzte müssten behandelt werden.

Am Donnerstagabend hatten die Behörden in Kiew noch von 16 Toten gesprochen. Russland hatte die Millionenmetropole und andere Städte in der Nacht mit Hunderten Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern attackiert - ein selbst nach mehr als vier Jahren Krieg außergewöhnlich heftiger Angriff.

Nach ukrainischen Behördenangaben wurden landesweit Dutzende Wohnhäuser beschädigt. Auch das Umland von Kiew sowie die Gebiete Charkiw und Odessa wurden schwer getroffen. Schon am Mittwoch hatte Russland mit mehr als 800 Drohnen eine der heftigsten und am längsten anhaltenden Attacken auf die Ukraine seit Kriegsbeginn im Februar 2022 ausgeführt.

Noch immer werden zahlreiche Menschen in den Trümmern vermisst.
Noch immer werden zahlreiche Menschen in den Trümmern vermisst.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

14. Mai, 21.27 Uhr: Russland umgeht laut Selenskyi weiterhin Sanktionen

Nach einem verheerenden russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit vielen Toten und Verletzten hat Präsident Wolodymyr Selenskyj schmerzhaftere Sanktionen für Russland gefordert.

In ein Gebäude in Kiew sei ein Marschflugkörper vom Typ Ch-101 eingeschlagen, der im zweiten Quartal dieses Jahres hergestellt worden sei, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft unter Berufung auf vorläufige Angaben. Das bedeute, dass Russland die dafür nötigen Komponenten weiterhin beziehe und die weltweiten Sanktionen umgehe.

In Kiew stieg die Zahl der Toten nach dem Angriff auf mindestens zwölf Menschen an, wie der Zivilschutz mitteilte. Darunter seien zwei Minderjährige. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach außerdem von mehr als 50 Verletzten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat noch schärfere Sanktionen gegen Russland gefordert.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat noch schärfere Sanktionen gegen Russland gefordert.  © Sven Hoppe/dpa

14. Mai, 17.22 Uhr: Acht Tote in Kiew nach russischen Angriffen

Die Zahl der Todesopfer in Kiew nach den nächtlichen russischen Drohnen- und Raketenangriffen ist nach Angaben von Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko auf acht gestiegen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb davor bei Telegram, dass ein Wohnblock praktisch zerstört worden sei. Das Schicksal von fast 20 Personen, die womöglich in dem Gebäude waren, sei unbekannt. Unter den Toten ist nach Behördenangaben auch eine Minderjährige, zudem wurden rund 40 Menschen in der ukrainischen Hauptstadt verletzt.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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