Ukraine-Krieg: Selenskyj erhält von Trump Erlaubnis zur Produktion von Patriot-Raketen
Kiew - Der französische Präsident Emmanuel Macron (48) hält eine neue russische Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine für "glaubwürdig".
"Das heute glaubwürdige Szenario, das häufig geteilt wird, ist eines mit rund 300.000 Mann", sagte Macron am Donnerstagabend den französischen Sendern TF1 und France 2.
Moskau sende ein Signal: "Wir sind bereit, noch größere Opfer zu bringen, um den gesamten Donbass einzunehmen", fügte Frankreichs Staatschef hinzu.
Macron erklärte außerdem, es sei möglich, dass Frankreich Ziel eines ähnlichen Sprengstoffanschlags wie am Flughafen von Leipzig Anfang August werden könnte.
Frankreich habe bislang noch keine Angriffe dieser Art erlebt, "aber wenn Sie mir die Frage stellen: 'Kann das passieren?', ist meine Antwort 'ja'", sagte der französische Präsident. Moskau betrachte "Europa als die strategische Tiefe der Ukraine", fügte er an.
Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.
25. September, 11.52 Uhr: Trump gibt Ukraine Erlaubnis für Herstellung von Patriot-Abwehrraketen
Die USA gewähren der Ukraine nach Angaben von Staatschef Wolodymyr Selenskyj die Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen in der Ukraine.
"Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber betont, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat. Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten", sagte Selenskyj am Freitag in einer Sprachnachricht an Journalisten.
Selenskyj und US-Präsident Donald Trump hatten sich am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. Der US-Präsident hatte Anfang Juli angekündigt, die USA würden der Ukraine "das Recht geben, Patriots herzustellen". Später äußerte er sich jedoch deutlich zurückhaltender. Ende Juli sagte er mit Blick auf die Luftabwehrraketen, die USA müssten "sehr vorsichtig sein, wenn wir jemandem erlauben, sie zu bauen".
25. September, 11.07 Uhr: Junge bei Luftangriff auf Kiew getötet
In Kiew hat eine russische Kampfdrohne nach ukrainischen Polizeiangaben am Morgen ein Hochhaus getroffen und einen 14-jährigen Jungen getötet.
Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angaben. Über dem Zentrum war Abwehrfeuer zu hören, dann der Flug der Drohne mit Jetantrieb und der Einschlag, wie ein dpa-Reporter berichtete. Luftalarm wurde in diesem Fall erst kurz darauf ausgelöst.
Die Ukraine arbeitet noch an einer wirksamen Abwehr gegen die von Russland weiterentwickelten schnellen Shahed-Drohnen mit Düsenantrieb. Nach den nächtlichen russischen Luftangriffen wurde ein weiterer Toter aus Odessa gemeldet.
25. September, 6.26 Uhr: Eurofighter in Lettland zum Schutz des Luftraums während Wahl
In Lettland sind vier Eurofighter der Bundeswehr zur Absicherung des Luftraums während der Parlamentswahl in dem baltischen EU- und Nato-Land Anfang Oktober eingetroffen.
Die Kampfjets des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau landeten auf dem Militärflugplatz Lielvarde. Sie werden für gut eine Woche in Lettland stationiert sein und Aufgaben zur Unterstützung der integrierten Luft- und Raketenabwehr der Nato übernehmen, wie das Verteidigungsministerium in Riga mitteilte.
Lettland wählt am 3. Oktober eine neue Volksvertretung. Das Nato-Land hatte vor dem Hintergrund wiederholter Verletzungen des baltischen Luftraums in jüngster Zeit seine Nato-Verbündete um Unterstützung für eine sichere Durchführung der Parlamentswahlen gebeten.
24. September, 22.28 Uhr: Rutte sieht Nato "bereit" für Abwehr hybrider Angriffe Russlands
Die Nato ist nach Einschätzung ihres Generalsekretärs Mark Rutte (59) "bereit" für die Abwehr russischer Cyberangriffe und andere Arten der hybriden Kriegsführung.
"Wir haben all' diese Reaktionsmöglichkeiten parat,(...) wenn es um hybride Bedrohungen geht", sagte Rutte am Donnerstag bei einer Veranstaltung in New York. Er rief die Staaten zu "mehr Unterstützung" für die von Russland angegriffene Ukraine auf, wenn sie "bei jedem hybriden Vorfall (...) wirklich ein Signal geben wollen".
24. September, 14.02 Uhr: Selenskyj flucht bei Frage zu Moskau-Reise - "Auf einer Rakete"
Wolodymyr Selenskyj hat auf Russlands Vorschlag eines Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau mit Sarkasmus und einem Fluch reagiert. Auf die wiederholte Frage eines Reporters des russischen Staatsfernsehens, wann er denn nach Moskau komme, antwortete der frühere Komiker und Schauspieler hörbar genervt: "Auf einer Rakete, verdammt!".
Ukrainische und russische Medien teilten den Clip von Selenskyjs Besuch in New York vielfach in den sozialen Netzwerken. Vor allem das kaum hörbare russische Schimpfwort "bljad" - freundlich mit "verdammt" übersetzt - sorgte für Aufsehen in den Medien beider Länder. In Russland wird das Wort zensiert. Der russische Reporter Valentin Bogdanow veröffentlichte das Video mit Selenskyjs Reaktion selbst unter anderem in seinem Telegram-Kanal.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass er von Selenskyj bisher keine offizielle Ablehnung eines Besuchs in Moskau gehört habe. Russland sei offen für einen Friedensprozess. "Man muss nach Frieden streben, aber nicht um einen vorübergehenden Waffenstillstand", sagte er.
Moskau lehnt Selenskyjs Vorschlag einer Waffenruhe immer wieder ab und besteht darauf, dass der Konflikt zuerst von seinen Wurzeln her gelöst werde.
24. September, 13.42 Uhr: Bundesregierung - "Keine Normalität im Umgang mit Russland"
Die Bundesregierung nimmt die Einladung der USA an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami "zur Kenntnis".
"Wir nehmen auch zur Kenntnis, dass Präsident Putin bisher nicht über die Einladung entschieden hat", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage.
"Für die Bundesregierung gibt es angesichts des Kriegs in der Ukraine keine Normalität im Umgang mit Russland", erklärte er. Die Vorbereitungen zum Gipfel seien im Gange, "auch zu dieser Frage". Die Bundesregierung stimme sich dazu eng mit den Partnern ab.
24. September, 10.23 Uhr: OpenAI nimmt Ukraine in KI-Cyberabwehr-Programm auf
Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI soll der ukrainischen Regierung helfen, Cyberattacken aus Russland abzuwehren. Das Ministerium für digitale Transformation wurde in das "Daybreak"-Programm von OpenAI aufgenommen, in dem mit Hilfe von KI-Software Sicherheitslücken gefunden und geschlossen werden sollen.
Dabei gehe es um den Schutz der zivilen Infrastruktur, teilte die US-Firma mit. Unter anderem Versorgungsunternehmen und Krankenhäuser in der Ukraine sind schon seit Jahren Cyberangriffen ausgesetzt, die russischen Hackern zugeordnet werden. Allein im vergangenen Jahr habe die ukrainische Cybersicherheits-Behörde insgesamt fast 6000 Zwischenfälle registriert, hieß es in der Mitteilung.
24. September, 6.25 Uhr: Selenskyj nennt Putin "Patient null" der Kriegstreiberei
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Weltgemeinschaft zu einer Eindämmung Russlands aufgerufen. In der UN-Generaldebatte in New York beschrieb er nicht nur die Last, die sein Land in mehr als viereinhalb Jahren des Moskauer Angriffskriegs tragen müsse. Russland unter Kremlchef Wladimir Putin bedrohe auch die Republik Moldau, Polen und die baltischen Staaten, warnte Selenskyj.
Moskau respektiere die Selbstständigkeit der Staaten im Südkaukasus und in Zentralasien nicht. Syrien und Länder in Afrika hätten leidvolle Erfahrungen mit russischer Brutalität gemacht. Nordkorea habe seine Militärtechnik in Kooperation mit Russland weiterentwickelt und werde zu einer größeren Gefahr für seine asiatischen Nachbarn, sagte er.
Selenskyj belegte Putin mit einem medizinischen Fachbegriff: "Er ist der Patient null, von dem die Idee des Krieges sich immer weiter verbreitet." Durch ihn werde die Welt für alle anderen gefährlicher. "Deshalb muss der Patient Null gestoppt werden, man muss ihm den Raum nehmen, zu handeln und das Böse zu verbreiten."
23. September, 22.31 Uhr: Slowakei verurteilt Russlands Angriffe auf Zivilisten scharf
Der slowakische Präsident Peter Pellegrini (50) hat Russland in einer Rede vor den Vereinten Nationen vorgeworfen, absichtlich zivile Ziele in der Ukraine anzugreifen.
Die meisten russischen Angriffe der letzten Zeit hätten "nichts mehr mit militärischen Zwecken zu tun", sondern würden nur Leid für die Zivilbevölkerung bringen, sagte er in seiner auf Englisch gehaltenen Rede vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.
23. September, 20.05 Uhr: Kiew unter Feuer – Tote und Dutzende Verletzte
Die russische Armee hat die ukrainische Hauptstadt Kiew den ganzen Tag über mit Kampfdrohnen angegriffen.
Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko (55) auf Telegram mit. Bis zum Abend wurden 43 Verletzte gezählt. In der Millionenstadt waren immer wieder Einschläge und das Feuer der Flugabwehr zu hören, die auf die jet-getriebenen russischen Drohnen schoss.
Zwei Internetprovider informierten über Probleme nach einem Treffer in einem Datenzentrum. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha (51) warf Russland vor, speziell die Alarmvorrichtungen zum Schutz der Bevölkerung zu attackieren.
"Schnelle Warnungen vor Bedrohungen durch Raketen und Drohnen sind wichtig, sie retten Leben", schrieb er auf der Plattform X. Auch ein Kongresszentrum, ein Bürogebäude, eine Pharmafabrik und eine Tankstelle wurden den Angaben zufolge getroffen.
23. September, 16.43 Uhr: Lawrow und Rubio treffen sich bei UN in New York
Der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) und sein US-Kollege Marco Rubio (55) sind am Rande der UN-Generaldebatte in New York zu einem Treffen zusammengekommen.
Das russische Außenministerium teilte Fotos davon auf der Plattform X, Angaben zu Gesprächsinhalten machte es dabei nicht. Auch seitens der USA gab es zunächst keine offiziellen Informationen.
23. September, 15.46 Uhr: Tote bei russischem Bombardement im Gebiet Donezk
Bei russischen Bombenangriffen sind im ostukrainischen Gebiet Donezk mindestens vier Menschen getötet worden.
Nach Angaben von Militärgouverneur Wadym Filaschkin (51) bei Telegram wurden vier weitere Menschen verletzt. Insgesamt seien vier Gleitbomben auf die Siedlung Olexandriwka abgeworfen worden.
Demnach wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus komplett zerstört und elf beschädigt. Schäden habe es auch an 42 Einfamilienhäusern, einem Kindergarten, einem Geschäft und einem Verwaltungsgebäude gegeben.
Filaschkin forderte die verbliebenen Bewohner der umkämpften Region zur Flucht auf. Olexandriwka liegt etwa 40 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
23. September, 15.14 Uhr: Russischer Militärhubschrauber dringt in EU-Luftraum ein
Ein russischer Militärhubschrauber hat nach Angaben der polnischen Armee für kurze Zeit den Luftraum über Polen verletzt.
Der Hubschrauber vom Typ Mi-8 sei aus Richtung der russischen Exklave Kaliningrad gekommen und nördlich des Ortes Braniewo in den polnischen Luftraum eingedrungen, teilte das Oberkommando mit.
Der Vorfall habe 42 Sekunden gedauert. Polen ließ Kampfjets aufsteigen und versetzte die Flugabwehr in Bereitschaft. "Die Art des Vorfalls deutet darauf hin, dass Russland erneut die Einsatzbereitschaft unserer Luftverteidigung testet", hieß es in der Mitteilung.
23. September, 10.44 Uhr: Russland überzieht Ukraine mit Angriffen - Tote und Verletzte
Bei russischen Angriffen in verschiedenen Teilen der Ukraine sind mindestens vier Menschen getötet und mehrere verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew kam Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge ein Mensch ums Leben.
Der Mann sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, schrieb Klitschko bei Telegram. Zuvor sprach er von mindestens acht Verletzten infolge russischer Angriffe. Es gab demnach Schäden in mehreren Stadtteilen. Unter anderem habe es einen Drohneneinschlag in einer Tankstelle gegeben.
Russland attackierte einmal mehr auch Sumy im Nordosten der Ukraine. In der Stadt habe es Einschläge an vier Orten gegeben, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow mit. Getroffen wurden demnach eine Wohngegend und zivile Infrastruktur. Es gebe einen Verletzten.
In Charkiw im Osten der Ukraine kam bei Angriffen am Abend Bürgermeister Ihor Terechow zufolge ein Mensch ums Leben, weitere wurden demnach verletzt. In der Stadt Isjum im Gebiet Charkiw wurden nach Behördenangaben bei Attacken acht Menschen verletzt. Infolge des Beschusses kam es in mehreren Stadtteilen demnach zu Stromausfällen.
Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja wurde nach Angaben von Militärgouverneur Mychajlo Semikin ein Mensch in der Siedlung Kuschuhum getötet. Zwei weitere seien bei einem Einschlag in ein Einkaufszentrum in Saporischschja verletzt worden.
23. September, 6.32 Uhr: Kiew zu Ende von Angriffen auf Energieanlagen bereit - bei Zusage aus Moskau
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes zu einem Ende der Angriffe auf russische Energieanlagen bekräftigt - im Falle einer entsprechenden Zusage aus Moskau hinsichtlich ukrainischer Energieinfrastruktur.
"Wir sind zu jeder Art von Energie-Waffenstillstand bereit", falls Moskau zustimme, "unser Energiesystem nicht anzugreifen", sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten am Rande der UN-Vollversammlung in New York.
Der ukrainische Staatschef betonte zugleich, er kenne die Haltung Moskaus zu dieser Frage nicht. Er äußerte die Hoffnung, dass die USA einen Weg finden würden, die russische Seite "zu irgendeiner Form von Verhandlungen zu bewegen".
23. September, 5 Uhr: EU verlängert Russland-Sanktionen um drei Jahre
Kurz vor dem Ablauf einer Frist haben die EU-Länder sich darauf geeinigt, ihre Russland-Sanktionen gegen rund 3000 Menschen und Organisationen um 36 Monate zu verlängern - mit zwei Ausnahmen: Die russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman werden von der Sanktionsliste gestrichen, wie am Dienstag aus Diplomatenkreisen verlautete.
Kiew verurteilte die Streichung der beiden Milliardäre von der Sanktionsliste als "beschämend".
Mit der Einigung auf den Ausschluss der Oligarchen können die übrigen EU-Sanktionen nun um drei Jahre verlängert werden - anstatt der bisher üblichen sechs Monate. Die Frist für die Verlängerung der wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verhängten Strafmaßnahmen wäre um Mitternacht ausgelaufen.
Titelfoto: Jens Büttner/dpa
