Ukraine-Krieg: Selenskyj erwartet Deeskalation von Minsk

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Ukraine - Im Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj einen Schlussstrich gezogen und einen umstrittenen Orden nach Warschau zurückgeschickt.

Wolodymyr Selenskyj (48) und Andrzej Duda (54) bei der Verleihung des Ordens des Weißen Adlers im Jahr 2023.
Wolodymyr Selenskyj (48) und Andrzej Duda (54) bei der Verleihung des Ordens des Weißen Adlers im Jahr 2023.  © Radek Pietruszka/PAP/dpa

Er verstehe, dass der Orden des Weißen Adlers eine besondere Ehrung darstelle, schrieb Selenskyj dazu auf X. "Es ist ein Symbol des höchsten Vertrauens der Republik Polen." Ein derartiges Symbol brauche Verdienst, aber auch Respekt für die Werte, die die Basis der Gesellschaft formen. Eine Reihe früherer Präsidenten verzichtete aus Protest ebenfalls auf den Orden.

"Wenn daher die Ansicht besteht, dass dieses besondere Symbol bei (Zarin) Katharina II., bei (Italiens Diktator) Benito Mussolini und (Ex-Bundeskanzler) Gerhard Schröder verbleiben darf, dann haben wir dem in der Ukraine nichts entgegenzusetzen", schrieb Selenskyj weiter.

Er zeigte sich zugleich versöhnlich. Die Ukraine werde weiterhin offen sein "für alle sinnvollen Formate der Zusammenarbeit", um widersprüchliche Auslegungen der schwierigen und schmerzhaften Kapitel der gemeinsamen Vergangenheit zu vermeiden.

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Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

21. Juni, 22.13 Uhr: Selenskyj erwartet Deeskalation von Minsk

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko (71) konkrete Schritte zur Deeskalation.

"Lukaschenko muss über Worte hinaus Deeskalation demonstrieren", sagte er in einem Interview ukrainischer Medien. Eine bloße Entschuldigung des engen Verbündeten Moskaus genüge nicht: "Sein "Ich entschuldige mich" soll er für sich behalten, das funktioniert seit dem ersten Tag des Kriegs nicht mehr."

Belarus gilt als engster Verbündeter Russlands. Beim Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 griff die russische Armee auch von belarussischem Gebiet aus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew an, musste sich aber nach schweren Verlusten zurückziehen. Selenskyj spricht seit Wochen davon, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen und warnt Minsk davor.

Lukaschenko hatte erst vor kurzem Moskau und Kiew aufgerufen, den Krieg zu beenden, da ein militärischer Sieg für beide Seiten unrealistisch sei. Zugleich betonte er, die Ukraine habe von Belarus nichts zu befürchten und entschuldigte sich bei Selenskyj.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) richtet mahnende Worte an den belarussischen Machthaber.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) richtet mahnende Worte an den belarussischen Machthaber.  © Michael Kappeler/dpa

21. Juni, 15.09 Uhr: Ukraine attackiert Krim - Tote und viele Verletzte

Bei neuen massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Behördenangaben im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet worden.

Nach den Attacken gebe es auch 28 Verletzte, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Morgen bei Telegram mit. Details nannte er nicht.

Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel. Im Kraftstoffterminal der Hafenstadt Kertsch sei ein Feuer ausgebrochen, eine große Rauchwolke liege über der Region, berichtete das Telegram-Portal "Krymski Weter" am Morgen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

21. Juni, 7.15 Uhr: Abgeordnete wollen Schritte gegen Schattenflotte Russlands

Parlamentsabgeordnete aus Deutschland und Frankreich fordern mit einer gemeinsamen Initiative mehr konkrete Schritte gegen Schiffe der russischen Schattenflotte.

Nötig seien verstärkte Kontrollen und die Festsetzung von Schiffen bei Verstößen gegen geltendes Recht, heißt es in einer Vorlage, die am Montag bei einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung (DFPV) beschlossen werden soll. Zudem werden zusätzliche diplomatische Bemühungen gegenüber den Flaggenstaaten von beteiligten Schiffen verlangt.

In Deutschland unterstützen Abgeordnete von Union, SPD und Grünen die an die Regierungen gerichtete Forderung. Mit der Schattenflotte versucht Russland, Sanktionen zu umgehen, die wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine für den Handel mit Öl und anderen Waren verhängt wurden.

Der vom deutschen Zoll eingezogene ltanker "Eventin" ist eines von mehr als 150 Schiffen der sogenannten russischen Schattenflotte, gegen die Sanktionen der EU gelten.
Der vom deutschen Zoll eingezogene ltanker "Eventin" ist eines von mehr als 150 Schiffen der sogenannten russischen Schattenflotte, gegen die Sanktionen der EU gelten.  © Jens Büttner/dpa

20. Juni, 20.03 Uhr: Selenskyj warnt Landsleute vor massiven Angriffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat seine Landsleute vor neuen massiven Angriffen der russischen Streitkräfte gewarnt.

Angesichts der bereits registrierten Angriffe auf die Städte Dnipro und Saporischschja bereite sich Russland auf neue Attacken in der Nacht vor, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Bitte passt gut auf euch auf." "Die Russen stellen den Krieg nicht ein, obwohl alle diesbezüglichen Vorschläge konkrete Formate und realistische Möglichkeiten darstellen", sagte er.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet Schlimmes.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet Schlimmes.  © Michael Kappeler/dpa

20. Juni, 19.07 Uhr: Tote bei russischen Luftangriffen auf Ukraines Städte

Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Stadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.

Weitere sechs Bewohner seien verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit.

20. Juni, 16.01 Uhr: Ukrainische Drohnen greifen Raffinerie in Westsibirien an

Drohnen haben nach russischen Behördenangaben eine Ölraffinerie in der westsibirischen Region Tjumen angegriffen.

Die Anlage sei nicht beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Alexander Moor, mit. Die Mitarbeiter wurden demnach evakuiert. Einsatzkräfte seien am Ort des Absturzes von Trümmern. Tjumen liegt rund 2.000 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.

20. Juni, 15.12 Uhr: Toter und Verletzte nach russischem Angriff auf Charkiw

In der ostukrainischen Stadt Charkiw ist bei einem russischen Angriff mindestens ein Mensch getötet worden.

Die Leiche werde aus den Trümmern geborgen, teilte Gouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Zuvor schrieb er von neun Verletzten infolge eines Gleitbombenangriffs. Ein zweistöckiges Wohnhaus sei beschädigt worden.

Rettungskräfte räumen die Trümmer eines Wohnhauses nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw.
Rettungskräfte räumen die Trümmer eines Wohnhauses nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw.  © Andrii Marienko/AP/dpa

20. Juni, 7.21 Uhr: Bundeswehr übt in Estland Versorgung von Verwundeten

Mit einer großangelegten Übung trainiert die Bundeswehr in Estland die Versorgung und Behandlung von Verwundeten an der Nato-Ostflanke.

Erstmals wurde dafür aus Deutschland ein komplettes mobiles Krankenhaus, im Jargon der Truppe Einsatzlazarett genannt, in den baltischen EU-Staat verlegt, der an Russland grenzt. Schwerpunkt der Nato-Übung "Vigorous Warrior" ist die Versorgung vieler Verletzter nach intensiven Kampfeinsätzen.

"Der Transport, Aufbau und Betrieb dieser großen Sanitätseinrichtung muss geübt werden, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein", sagte Oberstapotheker Hendrik Ploß der Deutschen Presse-Agentur bei einem Besuch der Übung. Bei den Szenarien orientiert sich die Bundeswehr an typischen Verletzungen, die aus dem Abwehrkampf der Ukraine gegen den Einmarsch Russlands bekannt sind und deshalb relevant sein könnten.

Sanitätspersonal der Bundeswehr liefert mit einem gepanzerten Sanitätsfahrzeug Eagle bei der Nato-Übung "Vigorous Warrior" eine "verwundete" medizinische Puppe am Einsatzlazarett ab.
Sanitätspersonal der Bundeswehr liefert mit einem gepanzerten Sanitätsfahrzeug Eagle bei der Nato-Übung "Vigorous Warrior" eine "verwundete" medizinische Puppe am Einsatzlazarett ab.  © Alexander Welscher/dpa

19. Juni, 21.23 Uhr: Tote nach russischen Angriffen im Kreis Nikopol

Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk sind bei russischen Angriffen mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Olexander Hanscha mit.

Russland attackierte demnach die Stadt Nikopol, mehrere Gemeinden im Kreis Nikopol und eine im Kreis Krywyj Rih. Insgesamt habe Moskaus Militär mehr als 30 Mal mit Drohnen und Artillerie angegriffen.

Russland attackierte die ukrainische Stadt Nikopol heftig mit Drohnen und Artillerie. (Archivfoto)
Russland attackierte die ukrainische Stadt Nikopol heftig mit Drohnen und Artillerie. (Archivfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

19. Juni, 21.21 Uhr: Selenskyj macht Belarus Vorwürfe und setzt Frist

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Belarus vorgeworfen, Signalverstärker für russische Drohnen an der Grenze zur Ukraine aufgestellt zu haben und von Machthaber Alexander Lukaschenko deren Abbau innerhalb einer Woche gefordert.

"Wenn er das nicht macht, machen wir es", sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit dem Präsidenten von Honduras, Nasry Asfura. Auf belarussischem Gebiet befinde sich Technik, die den Beschuss auf die ukrainische Bevölkerung lenke, sagte er.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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