Ukraine-Krieg: Selenskyj für US-Präsident Trump "kein guter Mann zum Verhandeln"

Kiew - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) ist aus Sicht von US-Präsident Donald Trump (80) ein schwierigerer Verhandlungspartner als Russlands Staatschef Wladimir Putin (74).

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) und US-Präsident Donald Trump (80, r.) sind in den vergangenen Jahren immer wieder - auch öffentlich - aneinandergeraten. (Archivbild)  © Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

Im Gespräch mit dem ultrakonservativen US-Sender Newsmax stellte Trump den Ukrainer sogar als Hindernis für einen Friedensschluss im Krieg mit dem Angreifer Russland dar.

Wenn es ein Abkommen geben sollte, dann nur ohne Selenskyj, sagte Trump. "Er ist kein guter Mann für uns zum Verhandeln."

"Er will keine Übereinkunft. Er sagt, er möchte eine Übereinkunft, aber er will keine. Nein, ich bin kein großer Fan von Selenskyj", sagte Trump, der nach eigenen Worten mit einem baldigen Ende des seit Februar 2022 andauernden Krieges rechnet.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt sein Volk vor russischen Raketenschlag

Mit Blick auf Putin und Selenskyj fügte er hinzu: "Ich denke, dass beide tatsächlich ein Ende wollen. Aber ich finde es schwieriger, mit Selenskyj zu verhandeln als mit Putin."

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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16. Oktober, 10.20 Uhr: Tote nach russischen Drohnenangriffen in Charkiw

Bei russischen Drohnenangriffen sind in der ostukrainischen Stadt Charkiw mindestens zwei Menschen getötet worden.

Ein Mann habe reanimiert werden können, teilte der Gouverneur des Gebiets bei Telegram mit. Sein Zustand sei kritisch. Insgesamt gebe es 14 Verletzte. Moskau attackierte demnach mehrere Stadtteile.

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16. Oktober, 8.24 Uhr: Trump über Selenskyj: "Kein guter Mann zum Verhandeln"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) ist aus Sicht von US-Präsident Donald Trump (80) ein schwierigerer Verhandlungspartner als Russlands Staatschef Wladimir Putin (74).

Im Gespräch mit dem ultrakonservativen US-Sender Newsmax stellte Trump den Ukrainer sogar als Hindernis für einen Friedensschluss im Krieg mit dem Angreifer Russland dar. Wenn es ein Abkommen geben sollte, dann nur ohne Selenskyj, sagte Trump. "Er ist kein guter Mann für uns zum Verhandeln."

15. Oktober, 15.41 Uhr: Drosselung von Satelliteninternet in der Ukraine wieder aufgehoben

Eine Drosselung des militärisch genutzten Satelliteninternets in der Ukraine ist Berichten zufolge nach etwas mehr als einem Tag wieder aufgehoben.

Die Funktion des militärischen Pakets von Starlink - Starshield - bei schnellen Bewegungen sei wiederhergestellt, meldeten mehrere ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium. Die Behörde prüfe jedoch weiter die Umstände und Gründe für die am Mittwoch aufgetretene Beschränkung, hieß es. Eine offizielle Bestätigung stand noch aus.

Die ukrainische Armee setzt bei ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg die militärische Version des Satelliteninternets von Starlink ein. Dieses nutzt sie auch für die Steuerung von weitreichenden Drohnen. Am Mittwoch gab es Berichte über Geschwindigkeitsbeschränkungen bei der Nutzung von 160 Kilometern pro Stunde und weniger, die später von Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt wurden. Dies soll zum Scheitern von ukrainischen Drohneneinsätzen geführt haben. 

15. Oktober, 11 Uhr: Russland überzieht Zentralukraine mit heftiger Drohnen-Attacke

Infolge russischer Drohnenangriffe sind im zentralukrainischen Gebiet Kirowohrad mindestens drei Menschen getötet worden. Sechs Menschen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz bei Telegram mit.

Demnach dauerten die Angriffe über zehn Stunden. Einschläge habe es in der Gebietshauptstadt Kropywnyzkyj in Logistikzentren, Lagerhallen und Wohnhäusern gegeben. In der Region sei auch die Transportinfrastruktur angegriffen worden. Brände brachen demnach aus.

Im benachbarten Gebiet Poltawa wurden nach Angaben des staatlichen Energieunternehmens Naftogaz Gasförderanlagen von Drohnen angegriffen. Demzufolge gab es Schäden an der Ausrüstung, und die Fördertätigkeit wurde vorerst eingestellt. Die Mitarbeiter seien jedoch unversehrt.

15. Oktober, 9.51 Uhr: Zurückhaltung vorbei! Selenskyj kündigt Angriffe auf russische Raffinerien an

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat nach einem Bericht der "Financial Times" trotz der Kritik von US-Präsident Donald Trump (80) neue Angriffe auf russische Ölraffinerien angekündigt.

Die Zurückhaltung sei vorbei, sagte Selenskyj im Interview der "FT". Demnach äußerte Selenskyj auch seine Verärgerung über den "gefährlichen" Mangel an US-Geheimdienstdaten und der parallelen Drosselung des Satelliteninternetdienstes Starlink, während Russland seine Angriffe auf die Ukraine intensiviere.

Russland hatte bereits am Mittwoch neue ukrainische Angriffe auf Ölverarbeitungsanlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow gemeldet. Das Gebiet Rjasan meldete heute eine weitere Drohnenattacke. Dabei sei auf dem Gelände einer Raffinerie ein Brand ausgebrochen.

Die Geduld von Wolodymyr Selenskyj (48) scheint aufgebraucht.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

15. Oktober, 6.24 Uhr: Selenskyj fühlt sich von US-Regierung wegen Diesel-Deal betrogen

Auf eine entsprechende Frage des britischen Moderatoren Piers Morgan (61) antwortete Selenskyj während seines Besuchs in London: "In der Tat, ja, unter uns gesagt." Zu den Handlungen von Trump sagte er, das sei "nicht die richtige Seite der Geschichte".

Trump hatte nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (74) auf verkündet, Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen. Dafür sollten Sanktionen ausgesetzt werden. 

"Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren", beschrieb Selenskyj seine Reaktion. Die Ukraine könne sich keine Schwäche erlauben. "Wir verkaufen unser Land nicht." Es gehe nicht um Business, sondern um das Leben, das eigene Land.

15. Oktober, 6.14 Uhr: Russland wirft Ukraine Angriffe auf zwei Raffinerien vor

In der Diskussion über eine Energiewaffenruhe im Ukraine-Krieg wirft Russlands Energieminister Alexander Nowak (55) der ukrainischen Armee Angriffe auf zwei Raffinerien vor.

Ölverarbeitungsanlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow seien attackiert worden, sagte Nowak in Moskau. "Wir sehen, dass die Ukraine keine Bewegung hin zu einer Energiewaffenruhe zeigt", sagte der Minister.

Nowaks Äußerungen bedeuten eine Umkehrung der Moskauer Informationspolitik. Bislang wurden Angriffe der Ukraine auf Ölanlagen oder Fabriken meist durch Videos in sozialen Medien verbreitet. Nun äußert sich Nowak direkt; dafür fehlen im Internet Hinweise auf die Angriffe. 

In der Ukraine wurde Nowaks Äußerung sofort als Falschinformation bezeichnet. Raffinerien seien nicht angegriffen worden, sagte Dmytro Lytwyn (70), der Kommunikationsberater von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48), dem Nachrichtenportal "Ukrajinska Prawda". Einen erfolgreichen Angriff habe es hingegen auf ein Datenverarbeitungszentrum gegeben.

Russlands Energieminister Alexander Nowak (55).  © Uncredited/The State Duma, Lower House of the Russian Parliament Press Service/AP/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die militärische Unterstützung der Ukraine für ihren Kampf gegen die russischen Angriffe verteidigt.

Er sage das deutlich an die Adresse all derjenigen, die daraus "ein Gerechtigkeitsproblem konstruieren wollen", sagte er am Mittwoch im Bundestag. "Kein Euro, der in die Ukraine fließt, fehlt bei den Sozialausgaben und den Bildungsausgaben in unserem Land. Kein Euro fehlt."

Um genau das sicherzustellen, sei die Ausnahme bei der Schuldenregel geschaffen worden, fuhr der Kanzler in seiner Regierungserklärung zum bevorstehenden EU-Gipfel fort. Mit den Investitionen in die Sicherheit Deutschlands würden außerdem erst die Grundvoraussetzungen dafür geschaffen, "dass es in unserem Land die Freiheit gibt, die unser Rechtsstaat braucht, die unsere Wirtschaft braucht, die ein ganzes Gemeinwesen braucht, in dem sich Gerechtigkeit entfalten kann".

Von Russland gehe keine "abstrakte und theoretische" Gefahr, sondern eine konkrete, betonte Merz. "Wir sehen, dass die Eskalationsbereitschaft Russlands steigt - gegenüber der Ukraine, gegenüber unseren osteuropäischen Nachbarn, aber auch gegenüber unserem eigenen Land."

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat die militärische Unterstützung der Ukraine für ihren Kampf gegen die russischen Angriffe verteidigt.  © Michael Kappeler/dpa

14. Oktober, 11 Uhr: Selenskyj kritisiert westliche Partner nach neuen russischen Angriffen

Nach massiven russischen Angriffen auf die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen westlichen Verbündeten vorgeworfen, Kiew nicht vor den Attacken gewarnt zu haben.

"Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern", schrieb Selenskyj am Mittwoch im Onlinedienst Facebook. Nach ukrainischen Angaben war auch der Betrieb des US-Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in der Nacht stark eingeschränkt, was zum Scheitern ukrainischer Angriffe geführt habe.

Bei Facebook erklärte Selenskyj weiter, am Dienstagabend hätten die ukrainischen Systeme die russischen Raketen erst erfasst, als diese sich bereits der Hauptstadt Kiew näherten. "Das ist absolut ungerecht: Während sie unsere Infrastruktur zerstören, erhält die Ukraine noch nicht einmal Frühwarnungen über Raketenstarts", klagte der ukrainische Präsident.

Nach massiven russischen Angriffen auf die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) seinen westlichen Verbündeten vorgeworfen, Kiew nicht vor den Attacken gewarnt zu haben.  © Kay Nietfeld/dpa

14. Oktober, 6.49 Uhr: EU treibt Beitrittsgespräche mit Ukraine voran

Unterdessen treibt die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine voran. In Luxemburg wurden am Dienstag Gespräche über weitere Themenblöcke begonnen - namentlich über den Binnenmarkt sowie Wettbewerbsfähigkeit und inklusives Wachstum. Die irische EU-Ratspräsidentschaft sprach von einem weiteren Meilenstein für die Ukraine.

Die Entscheidung zur Ausweitung der Verhandlungen, die neben der Ukraine auch den Nachbarn Moldau betrifft, gilt für beide Länder als wichtiges Zeichen, dass sich ihre Reformanstrengungen lohnen. Vor allem die seit Jahren in den Krieg verwickelte Ukraine kosten diese Reformen viel Kraft.

Im Verhandlungsprozess zur Aufnahme in die EU soll sichergestellt werden, dass ein Kandidatenland alle Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft erfüllt. Mit einem Abschluss der Gespräche wird vor allem bei der Ukraine nicht vor dem kommenden Jahrzehnt gerechnet. Das Land ist nach Einschätzung von Experten nicht nur im Bereich der Korruptionsbekämpfung noch weit von EU-Standards entfernt.

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