Ukraine-Krieg: Selenskyj hebt Erfolge ukrainischer Drohnenangriffe hervor

Ukraine - Russland hat die massiven ukrainischen Drohnenattacken auf Moskau in der Nacht mit Gegenangriffen beantwortet.

Im Osten Moskaus ist ein Großfeuer ausgebrochen. Stunden zuvor war die russische Hauptstadt Ziel schwerer Drohnenangriffe.  © Andre Ballin/dpa

Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Regionen im Zentrum und Süden der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge mindestens zwölf Menschen verletzt.

In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude und verletzten einen elfjährigen Jungen sowie einen 59-jährigen Mann.

In der Stadt Dnipro wurden den Angaben zufolge mindestens neun Menschen verletzt, darunter ein Kind. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive

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18. Mai, 21.15 Uhr: Selenskyj hebt Erfolge ukrainischer Drohnenangriffe hervor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die Wirkung der jüngsten Angriffe gegen Ziele in Russland betont.

"Wir schicken den russischen Angriffskrieg zurück nach Hause, an den einzigen Ort, von dem aus der Krieg gekommen ist", sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Er verwies auf die massierten Angriffe ukrainischer Langstreckendrohnen. "Früher war es ein Ereignis, wenn Dutzende ukrainischer Drohnen Russland angriffen, doch heute sind Hunderte unserer weitreichenden Angriffe täglich keine Sensation mehr, aber immer eine erfreuliche Nachricht, eine nützliche Nachricht."

Auch die Erfolge dieser ukrainischen Angriffe vor allem gegen die russische Infrastruktur, in erster Linie gegen die Erdölförderung und -verarbeitung, blieben nach Selenskyj Worten nicht aus.

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Kiew hat die Schlagzahl seiner Drohnenangriffe gegen Ziele in Russland in den vergangenen Wochen massiv erhöht. Hunderte Drohnen über Russland seien keine Sensation mehr, meint Präsident Selenskyj. (Archivbild)  © Suzanne Plunkett/PA Wire/dpa

18. Mai, 21.12 Uhr: USA lockern erneut Sanktionen auf russisches Öl

Die USA lockern ihre Sanktionen auf russisches Öl für weitere 30 Tage.

US-Finanzminister Scott Bessent teilte auf der Plattform X mit, die Verlängerung werde den Rohölmarkt stabilisieren und sicherstellen, dass das Öl die Länder erreiche, die mit Blick auf Energie am stärksten gefährdet seien. Konkret bezieht sich die befristete Ausnahmeregelung auf russisches Öl, das sich aktuell bereits auf Tankern auf Meeren befindet. 

18. Mai, 16.59 Uhr: Moskau klagt über Angriffe Kiews auf AKW Saporischschja

Die Lage rund um das von Moskau besetzte und kontrollierte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja spitzt sich aus russischer Sicht bedrohlich zu.

"Wir nähern uns immer mehr einem Punkt, ab dem es kein Zurück mehr gibt", sagte Alexej Lichatschow, Leiter des Moskauer Atomkonzerns Rosatom. Der Konzern hatte das von russischen Truppen besetzte AKW unmittelbar nach Beginn der Invasion vor über vier Jahren unter seine Kontrolle gebracht. In der vergangenen Zeit häuften sich mutmaßlich ukrainische Artillerie- und Drohnenangriffe auf das Kraftwerksgelände.

18. Mai, 10.23 Uhr: Ex-Präsidialamtschef Jermak gegen Kaution auf freiem Fuß

Das Oberste Anti-Korruptions-Gericht in der Ukraine hat den wegen Geldwäsche-Vorwürfen tagelang inhaftierten früheren Präsidialamtschef Andrij Jermak gegen Zahlung einer Millionen-Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Medien in Kiew zeigten Aufnahmen, wie Jermak in einem Anzug gekleidet am Morgen das Untersuchungsgefängnis verließ. Er ist unter Auflagen frei und darf die Ukraine nicht verlassen. Erst in der vergangenen Woche hatte das Gericht eine 60-tägige Untersuchungshaft angeordnet. 

Das Gericht setzte umgerechnet 2,72 Millionen Euro als Kaution an. Das Geld sei in den vergangenen Tagen von Unterstützern gesammelt worden, berichteten Medien in Kiew. Der 54-Jährige war bis zu seiner Entlassung im November die rechte Hand von Präsident Wolodymyr Selenskyj – und beteuert seine Unschuld. Er soll als Angehöriger einer organisierten Gruppe an Geldwäsche von umgerechnet fast neun Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt in der Nähe Kiews beteiligt gewesen sein. Jermak weist das kategorisch zurück.

In der Ukraine musste Ex-Präsidialamtschef Jermak tagelang in Untersuchungshaft verbringen. Nun ist der einst mächtigste Mann hinter Präsident Selenskyj gegen Auflagen frei.  © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

18. Mai, 6.32 Uhr: Russische Angriffe auf Odessa und Dnipro

In der Nacht auf Sonntag hatte die Ukraine russischen Angaben zufolge einen ihrer heftigsten Angriffe seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als vier Jahren auf die Region Moskau gestartet. Dabei wurden russischen Angaben zufolge mindestens drei Menschen getötet.

Russland hat die massiven ukrainischen Drohnenattacken auf Moskau in der Nacht mit Gegenangriffen beantwortet.

Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Regionen im Zentrum und Süden der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge mindestens zwölf Menschen verletzt. In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude und verletzten einen elfjährigen Jungen sowie einen 59-jährigen Mann. In der Stadt Dnipro wurden den Angaben zufolge mindestens neun Menschen verletzt, darunter ein Kind. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar. 

17. Mai, 22.17 Uhr: Abgestürzte Drohne in Litauen entdeckt

Nach mehreren Drohnenvorfällen in den baltischen Staaten ist erneut eine unbekannte Drohne auf litauischem Boden entdeckt worden.

Nach Angaben des Nationalen Krisenmanagementzentrums wurde in einem Feld im Bezirk Utena ein abgestürztes Flugobjekt gefunden. Dabei soll es sich möglicherweise um eine militärische Drohne handeln. Bislang gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Drohne explodiert sei. Die genauen Umstände des Vorfalls werden einem Rundfunkbericht zufolge nun untersucht.

Zu Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst keine Angaben. Erste Informationen deuteten jedoch darauf hin, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelt, sagte der Leiter des Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, litauischen Medienberichten zufolge in Vilnius.

17. Mai, 22.10 Uhr: Selenskyj sieht veränderte Kriegslage durch Reichweite ukrainischer Waffen

Die vergrößerte Reichweite der neuesten ukrainischen Waffen ändert nach Meinung von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) die Lage im Krieg erheblich.

In seiner abendlichen Videoansprache hob er die Wirkung der jüngsten Angriffe gegen die russische Hauptstadt Moskau und andere weit entfernte Ziele in Russland hervor. "Die Entfernung zu den Zielen beträgt diesmal mehr als 500 Kilometer, was auch deshalb von Bedeutung ist, weil die Region Moskau am stärksten mit russischen Luftabwehrmitteln gesättigt ist", sagte er. "Aber die ukrainischen Langstreckenwaffen überwinden dies bereits."

Kiew antwortet damit auf die russischen Dauerangriffe der vergangenen Jahre gegen Ziele in der Ukraine. Nunmehr sollten sich Russen Gedanken "über ihre eigenen Raffinerien, ihre Ölförderanlagen und ihre Unternehmen machen und nicht darüber, wie sie das Leben anderer Völker zerstören können", betonte Selenskyj. "Und diese Reichweite unserer Waffen ist es, die die Lage und die allgemeine Wahrnehmung des russischen Krieges in der Welt erheblich verändert." Der Krieg kehre somit nach Russland "in seinen Heimathafen zurück".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sieht eine veränderte Kriegslage durch die Reichweite der Waffen seines Landes.  © Ansgar Haase/dpa

17. Mai, 18.58 Uhr: Angriff bei besetztem AKW Saporischschja gemeldet

Eine Fahrzeughalle des von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach russischer Darstellung von ukrainischer Artillerie getroffen worden.

Das Gebäude sowie einige darin abgestellte Busse seien dabei beschädigt worden, Verletzte habe es nicht gegeben, teilte die Verwaltung des Kraftwerks mit. Zudem sei eine ukrainische Drohne beim Anflug auf das Kraftwerk von der Flugabwehr zerstört worden. Von ukrainischer Seite gab es dazu keine Erklärung.

Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein Team der internationalen Atombehörde IAEA ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern.

Nach russischen Angaben hat ukrainische Artillerie eine Fahrzeughalle vom AKW Saporischschja beschädigt. (Archivbild)  © Kateryna Klochko/AP/dpa

17. Mai, 18.25 Uhr: Tote und Verletzte nahe Moskau nach Drohnenangriff

Bei massiven ukrainischen Gegenangriffen mit mehr als 100 Drohnen sind nahe Moskau nach Angaben russischer Behörden mindestens drei Menschen getötet worden.

Der Gouverneur des Moskauer Gebiets Andrej Worobjow sprach auch von fünf Verletzten, nachdem im Zuge der Angriffe zahlreiche Wohnhäuser beschädigt worden seien. In Moskau berichtete Bürgermeister Sergej Sobjanin von zwölf Verletzten beim Angriff auf eine Ölraffinerie. Getroffen worden seien Bauarbeiter nahe der Anlage, das Werk selbst sei technisch weiter intakt.

Eigentlich rühmt sich die Hauptstadtregion damit, über die beste und dichteste Flugabwehr in Russland zu verfügen. Treffer gab es zwar schon in der Vergangenheit. Die Hauptstadtmedien berichten nun aber von einem der heftigsten ukrainischen Angriffe seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als vier Jahren – und den größten seit Jahresbeginn.

Rauch steigt nach ukrainischen Drohnenangriffen über dem Osten Moskaus auf.  © Andre Ballin/dpa

17. Mai, 15.16 Uhr: Angriffe auf Moskau seien laut Selenskyj "völlig gerechtfertigt"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gegenschläge mit Drohnen gegen Moskau und die Hauptstadtregion als "völlig gerechtfertigt" bezeichnet.

Es handele sich um die Reaktion des Landes auf den andauernden russischen Angriffskrieg, teilte der Staatschef bei Telegram mit. Er veröffentlichte auch ein Video mit einer großen Rauchwolke in der Ferne – als angeblichen Beweis für die folgenreichen Angriffe nahe Moskau.

"Die Konzentration der russischen Luftabwehr in der Region Moskau ist am größten. Aber wir überwinden sie", sagte Selenskyj. "Wir sagen den Russen ganz klar: Ihr Staat muss diesen Krieg beenden", sagte er weiter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) dankte seinem Militär für die "Treffsicherheit".  © Sven Hoppe/dpa

17. Mai, 8.47 Uhr: Drohnenalarm in Lettland - Flugobjekt durchquert Luftraum

Im Baltikum haben die Streitkräfte des EU- und Nato-Mitglieds Lettland Anwohner über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes informiert.

Das Flugobjekt sei am Morgen in den Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilten die Streitkräfte mit. Kampfjets der Nato seien aktiviert worden, hieß es, ohne nähere Angaben. In der Vergangenheit kam es bereits zu Explosionen durch Drohnenvorfälle auf lettischem Gebiet.

"Solange die russische Aggression in der Ukraine andauert, ist es möglich, dass es erneut zu Vorfällen kommt, bei denen ausländische Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen oder sich diesem nähern", teilte das Militär weiter mit.

Der Luftraum werde ständig überwacht, gemeinsam mit den Nato-Verbündeten sei auch schnelle Reaktion auf Bedrohungslagen gewährleistet.

Ein Flugobjekt sei am Morgen in den lettischen Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilte das Militär mit. (Symbolfoto)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

17. Mai, 8.45 Uhr: Russland will 556 ukrainische Drohnen abgewehrt haben

Die russischen Streitkräfte haben in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums im ganzen Land insgesamt 556 ukrainische Drohnen abgewehrt. Das berichtete Russlands staatliche Nachrichtenagentur Tass.

Die Angaben aus Moskau konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Zuvor hatten russische Behördenvertreter im Raum Moskau und auf der besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim von Drohnenangriffen berichtet.

Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte keine Informationen dazu, wie viele Drohnen nicht rechtzeitig abgefangen werden konnten.

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